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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Frankfurter Buchmesse 2016

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Am Mittwoch hatte ich mir messefrei genommen und war dafür im Botanischen Garten, was trotz Nieselregen genau die richtige Entscheidung war. Ein wunderschöner Ort, an dem ich durchatmen konnte und auch viele für mich reizvolle Fotomotive fand.

Der nächste Tag war dann so etwas wie ein kleiner Kulturschock: Viele Menschen, Hektik, ein ständiges Drängeln und Schubsen – manchmal auch begleitet von einer gewissen Arroganz. Glücklicherweise gab es aber auch nette Menschen und Dinge, über die ich grinsen musste. Und natürlich Bücher!

Als erstes hat es mich allerdings zur Kalender-Galerie gezogen, das ging gar nicht anders. Ich konnte in wunderbaren Bildern schwelgen, von manchen konnte ich mich nur schwer trennen. Besonders reizen mich ja nordische Länder – und Island war gut vertreten. :) Meine Favoriten wurden dann aber der Polarlicht-Kalender von Palazzi und Moonlight vom Ackermann Kunstverlag. In die hatte ich mich direkt verguckt, vielleicht auch wegen der mystischen Ausstrahlung.

island-kalender

Danach bin ich ein wenig durch die Hallen geschlendert und habe mir Bücher näher angeschaut, die mich vom Titel oder Cover her angesprochen haben. Spannend fand ich die Titel „Atlas der verlorenen Städte“, „Atlas der unheimlichen Orte“ und vor allem den im Januar 2017 erscheinenden „Atlas der sagenhaften Orte“ von Frederking & Thaler. Bei den „Kompakt & Visuell“-Büchern von Dorling Kindersley bin ich dann etwas länger kleben geblieben. Das zum Thema Mythologie muss ich natürlich unbedingt haben, aber auch „Kunst“ und „Architektur“ reizen mich sehr.

mythologie

Und dann war da ja noch meine „Tagesaufgabe“: Oliver Schlick und Björn Springorum zu erwischen! Das hat sogar bei beiden geklappt, auch wenn ich nicht damit gerechnet habe (vor allem, weil ich im einfach-so-Leute-anquatschen ja nicht besonders gut bin). Wir hatten nette Treffen im Gang, über die ich mich sehr gefreut habe. Und arbeiten mussten sie auch ein wenig, ich habe also zwei frisch signierte Bücher:

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Danach hatte ich leider noch eine ziemlich unangenehme Begegnung, die auch dafür gesorgt hat, dass ich mich beim Aufwachen am Freitag unsicher und einfach „am falschen Platz“ gefühlt habe. Aber mich vor der Messe zu drücken war keine Option, weil da zwei Veranstaltungen und ein privates Treffen auf mich gewartet haben. Also lange duschen, Koffer packen, auschecken und dann zur Messe schubsen! Dort habe ich mir erstmal Tee und Müsli gegönnt, bevor der Bereich Kunst & Design durchwandert wurde. Und was sehe ich da? Katzen und … Tentakel?!

tentakelkatzen

Alles ist besser mit Tentakeln? Hm. Bevor ich da noch Kopfkino bekam, bin ich lieber weiter – und es wurde auch so langsam Zeit für das Meet & Greet mit Bernhard Hennen und Robert Corvus. Erstaunlicherweise war nicht viel los, es blieb also genug Zeit zum Bücher signieren und Quatschen. Und für die Warnung, dass es in „Der Himmelsturm“ manchmal gruselig wird. Huuu. Das kommt jetzt ein bisschen spät, wo ich mit der Reihe schon angefangen habe und sie mir doch so gut gefällt, dass ich sie unbedingt weiterlesen will. Da muss ich mich also allein dem Grusel stellen! Wobei, so ganz allein bin ich ja nicht – da wäre ja noch Schrati. Und den dritten Band „Die Wölfin“ könnte ich sogar in der Weihnachts-Leserunde lesen, immerhin muss ich dann zumindest nicht arbeiten … Allerdings sollte ich dann davor im Horrorland gewesen sein. Wo ich doch sowieso schon die Befürchtung habe, dass meine Lieblingsfigur (mal wieder) stirbt. Jedenfalls habe ich leider vergessen, ein Foto zu machen (mal wieder). Ich habe erst daran gedacht, als es schon zu spät war … Haaa. Aber es war total nett!

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Danach bin ich zum Lese-Zelt gegangen, wo schon die Veranstaltung mit Ivo Pala, Julia Lange und Markus Heitz begonnen hatte. Die Diskussion fand ich spannend, abwechslungsreich und auch humorvoll. Sie hat mich auch auf „Schwarzer Horizont“ von Ivo Pala neugierig gemacht, aber bei „düster und blutig“ bin ich lieber vorsichtig. Außerdem will ich ja erstmal die Elbenthal-Saga weiter lesen …

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Nachdem meine Ausgabe von „Irrlichtfeuer“ signiert worden war, ging es weiter zu einem sehr schönen privaten Treffen. Danach bin ich dann auch nicht mehr so lange auf der Messe geblieben, ich wollte ja auch noch nach Dreieich. ;)

Diese Frankfurter Buchmesse hat mir deutlich wie noch nie gezeigt, wie anders ich bin – und wie schlecht manche Blogger, die sich für den Nabel der Welt halten, damit umgehen können. Auch wenn ich keine Verlagsbloggerin bin, was durchaus auch Nachteile hat, so haben wir doch immer noch eine Gemeinsamkeit: Unsere Begeisterung für Bücher, die wir mit anderen teilen möchten. Und ist das nicht die Hauptsache?

Glücklicherweise gab es aber auch viele schöne Momente. Trotzdem. Es gibt also tatsächlich Leute, die mit mir klarkommen. ;) Dafür bin ich wirklich dankbar, denn ich bin nun einmal so, wie ich eben bin … Und ein wenig anders zu sein, ist ja nichts Schlechtes.

Qindie-Magazin #3: Rock `n` Roll!

Die dritte Ausgabe des Qindie-Magazins ist frisch erschienen und widmet sich den Verbindungen zwischen Literatur und Musik:

Wie viel Musik steckt in Texten? Inwiefern greift ein Kunstgenre ins andere über? Kann das geschriebene Wort Musik werden? Oder liegt ihr Wechselspiel schlicht darin, sich gegenseitig zu inspirieren?
Das sind die Fragen, die wir uns in dieser Ausgabe gestellt haben. Den Antworten auf der Spur, führten wir interessante Interviews, ließen in Lyrik und Kolumnenbeiträgen unseren Gedanken freien Lauf, suchten in Romanen und bei Autoren und fragten bei Musikern, einer Konzertfotografin und einer Lektorin nach. Herausgekommen ist ein bunter, wilder Mix an Artikeln, die vielleicht nicht immer konkrete Antworten, aber doch Anregungen zum Nachdenken bieten. Rock `n` Roll eben!

Diesmal habe ich auch ein wenig mitgemischt! Ein Interview, eine Rezension – und dann war da noch eine spontane Idee für einen Artikel. Mir hat das viel Spaß gemacht, auch wenn ich mich an der einen oder anderen Stelle überwinden musste. Es ist eben ein Unterschied, ob man nur für den eigenen Blog schreibt oder für ein anderes Medium.

Das Magazin gibt es als Download in den Formaten ePub, Mobi & PDF, man kann es aber auch online lesen (mehr dazu hier). Wer zukünftige Qindie-Aktionen unterstützen möchte, kann das Magazin aber auch für einen Obolus von 1,99 Euro bei Amazon kaufen oder über Kindle-Unlimited ausleihen.

Ich bin gespannt, wie es euch gefällt! :)

~ Lebenszeichen ~

In den letzten Wochen war es hier so ruhig, weil ich mit der Entscheidung gerungen habe, ob ich mit dem Bloggen aufhöre oder doch weitermache. Es gab in den letzten Monaten einige Dinge, die mich ziemlich frustriert haben. Reaktionen, die mich verletzt oder einfach sprachlos gemacht haben. Und bevor ich meinen Blog entnervt hinschmeiße, bin ich lieber nochmal in mich gegangen: Ist meine Zeit als Bloggerin tatsächlich vorbei oder bin ich weiterhin stark genug, um so zu bloggen, wie ich es möchte?

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Mein Herbsturlaub hat für etwas Abstand gesorgt – und für genug Zeit, um mich auch mal auf mich zu konzentrieren. Was möchte ich? Welche Ziele habe ich? Was macht mir Spaß und was nicht? Dabei habe ich schnell gemerkt, dass mein Blog noch immer ein Herzensprojekt ist. Gerade weil ich so blogge, wie ich es gerne möchte. Da ist viel Leidenschaft – und auch jede Menge Spaß.

Die Frankfurter Buchmesse hat mir aber auch deutlich wie nie zuvor gezeigt, wie anders ich bin. Das muss natürlich nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein, denn es zeigt ja nur, dass ich nicht wie die Masse bin. Es ist einfach nur schwieriger. Die vielen netten Begegnungen auf Buchmesse und BuCon haben mir dagegen gut getan, es war toll so positive Reaktionen auszulösen. Als der Mensch, der man eben ist.

Einige Tage später habe ich mich dann entschieden, plötzlich war es ganz einfach. Ich würde meinen Blog einfach sehr vermissen, wo ich doch so gerne über Bücher und Autoren quatsche, die mich begeistert haben. Also werde ich einfach meinen inneren Krieger ausbuddeln und weitermachen. Es fühlt sich noch ein wenig seltsam an, aber das wird schon noch. ;)

Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten – Der Karussellkönig

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im September 2016
Verlag: Torsten Low

Rezension

In einer vom Krieg zerrissenen Stadt wacht die 17-jährige Mina eines Morgens allein auf, ihre jüngere Freundin Lili ist verschwunden. Der einzige Mensch, der ihr noch geblieben war. Bei der Suche nach Lili begegnet sie auch einer alten Frau, die ihr sagt, dass der Karussellkönig ihre Freundin geholt hätte. Mina folgt dieser alten Legende und gelangt zu einem Karussell, das aus purem Mondlicht gegossen scheint und Schrecken und Hoffnung in sich vereint …

Diese Graphic Novel beginnt mit einem Vorwort von Christoph Marzi, in dem es auch um die Magie von Geschichten geht – und um die Bereitschaft, sich verzaubern zu lassen. Ich kenne und liebe es, wenn Dinge aus Geschichten Teil meiner ganz persönlichen Realität werden, darum hat mich das Vorwort auch direkt angesprochen.

Im Prolog erfahren wir, was das Lied der Flöte bewirkt. Wohin die Träumer, die es hören, gelockt werden: Das Karussell aus geschmolzenem Mondlicht war hungrig und wartete auf sie. Wir begegnen dem Flötenspieler, in dessen Herz Schmerz wohnt. Nur ein kurzer Moment, und doch hat er gleich mein Herz berührt.

Das erste Kapitel führt uns nicht nur zu Mina, sondern auch in eine vom Krieg gezeichnete Stadt. Es werden nicht nur die Zerstörung und die Opfer beschrieben, sondern auch das, was die Kämpfe und Verluste mit den Menschen gemacht haben. Mit ihren Seelen. Dabei hatte ich auch öfter einen dicken Kloß im Hals, weil vor allem die Emotionen so direkt bei mir ankamen. Trotz allem hatten sich Mina und Lili jedoch gefunden.

Doch das Leben war ein Dieb, der immer nur die schönsten Dinge stahl.

Die Geschichte ist aber nicht nur düster, sondern es gibt auch Hoffnung. Mina sucht nach ihrer Freundin, um sie zu retten. Sie gibt nicht auf und findet schließlich einen Weg zu ihr, aber alles hat seinen Preis. Es gibt Geheimnisse und alte Geschichten. Träume und Erinnerungen. Liebe und Schuld. Antworten, die man vielleicht gar nicht hören möchte. Und einen Helden, der selbst Hilfe braucht.

Viele der Figuren berühren mein Herz und sind mir ganz nah. Manche von ihnen sind für mich etwas Besonderes und begleiten mich nun. Neben Mina und dem Flötenspieler ist das vor allem auch die graue Dame, die mich mit ihrer Ausstrahlung und Art einfach eingefangen hat – und wegen dem, was sie ist.

Der Text und die Illustrationen ergänzen sich wunderbar, sie gehören einfach zusammen. Beides wirkt auf mich sehr eindringlich und facettenreich. Außerdem hat es mir gefallen, die Geschichte auf zwei Ebenen zu erleben, die sich verbinden und zusammen einen so starken Eindruck hinterlassen.

„Der Karussellkönig“ war für mich ein unglaublich intensives Märchen, das nah an der Realität angesiedelt ist und lebhaft in mir nachklingt. Düster und tragisch, aber auch magisch und mit einem Ende, das Hoffnung hinterlässt. Poetisch, berührend und mit einem wunderbaren Nachwort.

Astrid Rauner – Anation. Wodans Lebenshauch (Von keltischer Götterdämmerung 1)

Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im Februar 2016
Verlag: Acabus
Autorenseite

Rezension

Im 2. Jahrhundert v. Chr. im Land der Kelten: Der 19-jährige Aigonn wird in seiner ersten Schlacht von einer jungen Frau gerettet, die von den Toten auferstanden ist. Sie erkennt in ihm einen Seher und vertraut Aigonn an, dass in ihr eine alte Seele zurückgekehrt ist. Zusammen versuchen sie herauszufinden, warum das so ist und was es mit den rätselhaften Selbstmorden auf sich hat, die zur Zeit passieren. Dabei muss sich Aigonn nicht nur seiner Vergangenheit und seiner Gabe stellen, die Suche führt ihn auch auf den Weg eines neuen Gottes, der seine Macht erst noch zeigen wird …

Im Prolog ist der 10-jährige Aigonn auf der Suche nach dem verlorenen Jagdmesser seines Vaters und begegnet dabei einer Nebelfrau, einem aus Nebel geborenem Geist. Seitdem sucht sie ihn manchmal auf und spricht zu ihm, wenn auch selten. Die Geschichte beginnt also sehr mystisch und hat mich auch durch die stimmungsvollen Bilder schnell eingefangen.

Aigonn hat dem Schamanen Rowilan nie etwas von der Nebelfrau erzählt, weil er ihm seit dem Tod seiner Schwester misstraut. Doch der Schamane ist ein guter Beobachter und glaubt, dass Aigonn eine herausragende Fähigkeit besitzt, mit der Geisterwelt zu kommunizieren. Dieser Verdacht erhärtet sich, als die junge Frau ausgerechnet in seiner Anwesenheit von den Toten aufersteht.

Mir hat gefallen, dass der Grund für dieses Misstrauen so detailliert ausgearbeitet wurde, mehrere Blickwinkel erhielt und mich durch die Geschichte begleitet hat. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Aigonn und Rowilan war für mich eins der wichtigen Themen dieses Romans. Meine Sicht auf den Schamanen hat sich nicht nur geändert, er ist mir auch ziemlich ans Herz gewachsen.

Die Mischung der historischen und phantastischen Anteile in dieser Geschichte fand ich sehr stimmig, da wirkte nichts aufgesetzt oder wie schmückendes Beiwerk. Natürlich sind die Überlieferungen aus jener Zeit sehr lückenhaft, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen so gelebt haben. Die mystische Seite hat mich ebenfalls überzeugt, die Beschreibungen wirkten sehr intensiv auf mich – facettenreich, mit vielen Details und dem besonderen Zauber.

„Anation“ war für mich eine berührende, magische und sehr fesselnde Lektüre, mit der ich mich einfach wohl gefühlt habe. Ich mochte die dichte Atmosphäre, die Figuren, die historisch-phantastische Welt und die verschiedenen Themen, mit denen Spannung aufgebaut wurde. Ganz besonders hat mich allerdings die vielseitige mystische Ebene dieser Geschichte fasziniert. Ich bin schon gespannt, wie es mit dieser Reihe weitergeht und möchte auf jeden Fall mehr von der Autorin lesen …

Reihenfolge:

  1. Anation. Wodans Lebenshauch
  2. Völva. Wodans Seherinnen

Lesung aus „Himmel in Flammen“ von Bernhard Hennen in Braunschweig

Als ich Anfang April entdeckte, dass es hier in der Nähe endlich mal wieder eine Lesung für mich gibt, war die Vorfreude groß. Auch wenn bis dahin noch einige Zeit vergehen würde, musste ich trotzdem gleich Literaturjunkie fragen, ob sie mitkommen mag – und die Karten reservieren. Vorgestern war es dann soweit und wir hatten einen phantastischen Abend, an dem ich mal wieder viel gegrinst und gelacht habe.

Eintrittskarte

Nach der Begrüßung und Anmoderation durch eine Mitarbeiterin der Stadtbibliothek begann Bernhard Hennen den Abend mit der Warnung, dass er ein eher lesefauler Autor ist und das Gespräch mit dem Publikum viel spannender findet. Danach konnten wir abstimmen, ob wir lieber eine Szene mit (möglicherweise) schlechtem Humor oder viel Romantik hören wollten. Wie immer hat der Humor gewonnen, also wurde das Kapitel „Fremdsprachenkenntnisse“ gelesen und wir landeten in einem Luftaal, den eine Elfe dem Troll Groz und dem Kobold Che überlassen hatte. Da der Luftaal für Elfen gebaut wurde, ist das eine verdammt enge Angelegenheit. Dazu kommt noch, dass Che um die richtige Aussprache des elfischen Wortes Liuvar ringt, um so an den Ort zu kommen, an den er gerade denkt.

Himmel in Flammen_BS_2

Damit war der „Pflichtteil“ erfüllt und es ging mit der Fragerunde los. Dort ging es u.a. um den ersten Verlagsvertrag, ob „Die Elfen“ von Anfang an als Beginn einer Reihe geplant waren, um den Nuramon-Roman von James Sullivan. Darum, ob man als Autor alle seine Figuren mag und von welchen Ideen der Verlag nicht angetan war. Um die Vorliebe für tragische Liebesgeschichten, den Umgang mit näher rückenden Deadlines und Qualität, Schwertkampf und Bogenschießen. Um Erziehungsmaßnahmen vom Verlag, Inspiration und Recherche. Um Dinge, die man als Autor nicht tun sollte, die einen Roman aber viel vorhersehbarer machen.

Natürlich ging es auch um zukünftige Projekte! Im nächsten Elfenbuch spielen Emerelle und Meliander eine große Rolle. Sie waren eine Weile an einem sicheren Ort und Emerelle bricht auf, weil sie unbedingt ihre Mutter finden möchte. Meliander ist eher der Meinung, dass wenn sich seine Mutter so lange Zeit nicht für ihn interessiert hat, er sich auch nicht mehr für sie interessiert. Emerelle begegnet Falrach und Meliander erlebt eine sehr tragische Liebesgeschichte, bei der man viele Taschentücher braucht, wenn man zart besaitet ist (mit dieser Warnung wurde ich besonders angesprochen – und hilflos wie ich bin, bleibt mir da wohl nichts anderes übrig als einen großen Vorrat an Taschentüchern anzulegen). Der dunkle Bruder spielt aber auch eine Rolle und macht sehr seltsame Dinge.

Himmel in Flammen_BS

Danach gibt es eine Elfenpause für mindestens 2-3 Jahre. Unter den Elfenfiguren, die noch eine größere Rolle spielen, ist auch Alathaia. Ab 2017 erscheint bei Fischer Tor eine Reihe über eine Welt, in die die Magie zurückkehrt. Darin eingewoben sind einige Ideen aus der Gezeitenwelt-Saga.

Als der Wunsch nach der Lesung der zweiten Szene aufkam und sich niemand von einer tragischen Liebesgeschichte abschrecken ließ, wurde die Fragerunde überraschend damit beendet. Das Kapitel „Der letzte Kuss“ handelt von zwei Elfen, die auf einer untergehenden Welt festsitzen. Er ist immer den Weg des Schwertes gegangen und hält die Grenze zwischen Lehrer und Schüler für eine wichtige Regel. Auch wenn er gespürt hat, dass sie sich wünschte, diese Distanz überwinden zu können. Nun fragt er sich, ob aufrichtige Liebe über dieser Regel steht und er sich womöglich geirrt hat …

Eine sehr berührende Szene, bei der mir tatsächlich auch ein paar Tränen über die Wange liefen. Nicht wegen den beiden Elfen, sondern wegen der Anspielung auf Gonvalon. Gleichzeitig habe ich mich über die Erwähnung meiner ultimativen Lieblingsfigur aus der Drachenelfen-Reihe aber auch riesig gefreut.

Die Nacht der Schlange

Zum Signieren hatte ich diesmal „Die Nacht der Schlange“ dabei, ein aventurischer Kriminalroman, den ich noch gar nicht so lange habe – irgendwie war er mir durchgeflutscht. Dabei haben wir auch etwas über Wolfsträume gesprochen, die am 04. Oktober erscheinende Sammlung von Erzählungen. Darin enthalten sind neben (mir teilweise sogar unbekannten) bereits erschienenen Geschichten auch zwei neue Erzählungen. (Auf der Verlagsseite gibt es übrigens auch eine Leseprobe.)

Mein Bekenntnis zum Buch. #buchpassion

Janine von Kapri-ziös hat die tolle Aktion #buchpassion gestartet, auf die ich erst gestern aufmerksam geworden bin. Neben einem Lesemarathon auf Twitter wird es viele Artikel auf Webseiten und Blogs zum Thema „Mein Bekenntnis zum Buch“ geben, mehr darüber könnt ihr hier nachlesen. Glücklicherweise kann man auch noch spontan einsteigen, also los … Mal sehen, was mir so aus der Feder fließt!

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Bücher & ich

So lange ich mich erinnern kann, waren da Bücher. Märchen, die meine Mutter uns vorgelesen hat. Bücher, die wir zusammen gelesen haben. Mein Lieblingsbuch aus dem Kindergarten – „Mein Esel Benjamin“ von Hans Limmer und Lennart Osbeck. Viele ausgeliehene Bücher – leider kann ich mich da nur an wenige Titel erinnern, als das Langzeitgedächtnis verteilt wurde, war ich wohl gerade Schiffchen gucken oder so etwas. Ronja Räubertochter, Momo, Die rote Zora, Die unendliche Geschichte, Mary Poppins. Mit Internatsgeschichten bin ich nicht warm geworden und mit Prinzessinnen meist auch nicht (außerdem fand ich Räubertöchter eben einfach viel spannender). Zu Hause hatten wir auch einige Bücher – und dann gab es ja auch noch Geschenke, besonders gut kann ich mich da an Karl May, ein Buch mit Märchen von Hans Christian Andersen, Tiergeschichten und eine Sammlung mit indianischen Legenden erinnern. :)

Ich habe immer gern gelesen, auch quer durch das Bücherregal meiner Mutter. Ich mochte die Romane von Gwen Bristow (lustigerweise stammt aus einem von ihnen ja auch mein Vorname) und Pearl S. Buck, aber auch die Geschichten, die in den Südstaaten, Australien, England, Indien und Ägypten spielten. Nur während meiner Ausbildung habe ich kaum „privat“ gelesen. Mir hat das natürlich gefehlt, aber der Druck, möglichst viel zu lernen, war einfach größer. Später hatte ich auch verschiedene Lesephasen. Es gab Zeiten, in denen ich fast nur psychologische Krimis oder Siedlerromane gelesen habe.

Fantasy ist nur was für Kerle?!

Abseits der phantastischen Geschichten aus meiner Jugendzeit hatte ich den Eindruck, dass Fantasy nur etwas für Männer ist. Bücher, in denen es fast nur um Krieg geht. Wenn ich mich doch mal in die Nähe des Fantasy-Regals im Buchladen gewagt habe, wurde ich seltsam angeschaut. In großen Kaufhäusern war das aber wieder anders … Als ich länger ins Krankenhaus musste und auf der Suche nach neuen Büchern war, mit denen ich mir dort die Zeit vertreiben könnte, habe ich spontan beschlossen, es einfach mal zu versuchen. Ich stand also ein wenig unentschlossen vor den Fantasybüchern in unserer Buchhandlung und habe mich immer mehr gewundert, denn vieles klang gar nicht so kriegerisch. Ich habe mich dann für „Die Wälder von Albion“ von Marion Zimmer Bradley entschieden, weil das nach einer mystisch-historischen Geschichte klang. Weil mich Seher reizen, und vor allem auch Kelten. Das ist noch heute so, auch wenn sich mein Geschmack in vielen Dingen verändert hat und mir das Buch auch nicht mehr so gut gefällt. Aber damals war das anders, ich war von verschiedenen Dingen fasziniert und hatte erlebt, wie viel tiefer mich Fantasygeschichten berühren können.

Danach habe ich dann weitere Bücher von Marion Zimmer Bradley gelesen, aber auch online gestöbert, was es noch so gibt. Anfangs las ich beispielsweise Diana L. Paxson, Patricia McKillip, Katya Reimann, Juliet Marillier, Sara Douglass. Und Kate Forsyth, die meinen Geschmack sehr geprägt hat. Später kamen dann auch deutsche Autoren hinzu, durch die für mich alles noch intensiver geworden ist: Das Lesen, die Figuren, das Kopfkino, die Neugier auf Lesungen und den Autor hinter der Geschichte. Und irgendwie habe ich immer darauf gewartet, dass die Fantasy-Phase zu Ende geht oder meine Buchauswahl sich wieder mehr mischt. Aber da ist kein Ende in Sicht …

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Was ist für mich ein gutes Buch?

Es muss mich einfangen, ich möchte völlig in ihm versinken. Es sollte sich anfühlen, als ob ich mittendrin stecke und die Geschichte miterlebe – nicht nur etwas darüber lese. Sie muss mich so berühren, dass ich mich auch abseits der Lesezeit mit ihr beschäftige und vielleicht sogar von ihr träumen. Die Figuren müssen mir möglichst nah stehen, ich bin ein sehr emotionaler Leser und für mich gibt es fast nichts schlimmeres, als wenn ich zu den Figuren und zu der Geschichte keine Verbindung spüre. Es darf sich nicht oberflächlich anfühlen oder so, als ob alles ganz weit weg passiert. Aber auch der Schreibstil muss meinen Geschmack treffen – und mir sollten nicht allzu viele Rechtschreibfehler auffallen, weil die mich immer ein wenig aus der Geschichte reißen (besonders wenn sie gebündelt auftauchen). Ob die Bücher nun dicker oder dünner, ein Einzelband oder eine Serie sind, ist mir relativ egal, solang mich die Geschichte überzeugen kann. Aber ich kann nicht abstreiten, dass ich es gerne episch mag.

Geschichten und ihre Auswirkungen

Jedes für mich gute Buch hinterlässt Abdrücke in meiner Seele, mal mehr und mal weniger. Kopfkino, Eindrücke, Lieblingsfiguren. Zitate, die in meinen Wortschatz übergehen (und mit denen ich mein Umfeld meistens verwirre, weil niemand die Bücher dazu kennt). Einige Geschichten berühren mich auch so intensiv, dass sie meine Realität beeinflussen – ich sehe dann beispielsweise Einhörner auf Friedhöfen oder bin felsenfest davon überzeugt, dass es auch in Hamburg eine uralte Metropole gibt. Für mich besondere Figuren oder Wesen bleiben bei mir und manche von ihnen sind in meinem Kopf ganz schön lebendig. Das klingt vielleicht schräg, aber ich liebe es und bin dadurch auch fast nie allein (die netten Männer in den weißen Anzügen haben mich bisher noch nicht gefunden). Ich mag auch musikalische oder literarische Andeutungen, die ich – je nach ausgelöster Neugier – recherchiere, wenn sie mir nichts sagen. Gerade bei der Musik entdecke ich so völlig neue Künstler für mich, zuletzt Belle and Sebastian (daran ist Christoph Marzi schuld, mal wieder). Oder dass ich Klassik manchmal eben doch mag.

Das Vorurteil vom Stubenhocker

In gewisser Weise trifft das ja auf mich zu, ich bin schüchtern und ziehe einen ruhigen Abend zu Hause jederzeit einer großen Party vor. Andererseits hat sich sehr viel verändert, wenn ich so an mein früheres Ich denke. Das war nicht nur viel zu sehr bestrebt, es allen recht zu machen (und vergaß sich dabei selbst), sondern hat auch fast nie etwas unternommen. Angefangen hat die Veränderung wohl 2005, als ich mich im Literaturschock-Forum angemeldet habe und dort nicht nur auf viele Buchtipps, sondern auch auf nette Menschen gestoßen bin. Damit habe ich mich so wohl gefühlt, dass ich mich sogar auf ein paar Treffen getraut habe. Im April 2007 war ich dann auf meiner ersten Lesung: Einer Fantasy-Nacht im Planetarium Hamburg mit Christoph Marzi und Markus Heitz, moderiert von Tom Finn. Vorher war ich schrecklich nervös, aber es stellte sich heraus, dass ich Lesungen sehr mag. So sehr, dass ich dafür meine Schüchternheit überwinden kann und dabei noch viel Spaß habe! Seitdem versuche ich, es zu so vielen Lesungen, die mich interessieren, wie möglich zu schaffen.

Im April 2008 habe ich dann meinen Blog gegründet und seitdem ist so viel passiert, auch mit mir. Natürlich bin ich immer noch schüchtern, aber ich freue mich sehr über kleine Treffen und darüber, dass mein Netzwerk langsam aber stetig wächst. Ich bin kein typischer Blogger und auch kein Selbstdarsteller, aber ich finde meinen ganz eigenen Weg. So, wie ich eben bin und wie es sich für mich richtig anfühlt. Mit meinem individuellem Lesegeschmack und meinen Zielen. Ich tue gern etwas, sowohl in Netzwerken als auch „nur“ für meinen Blog. Und ich habe noch viele Ideen, Pläne und Wünsche. Manchmal muss ich auch darüber grinsen, wie sich das alles entwickelt hat und mittlerweile zusammenhängt. Lesen, Schreiben, Bücher und Autoren sind schon so etwas wie ein Lebensmittelpunkt von mir geworden, auch wenn ich einen Job habe, der damit gar nichts zu tun hat. Was aber auch den Vorteil hat, dass ich lesen kann, was ich möchte. Gute Geschichten, unabhängig davon wie sie veröffentlicht wurden.

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Die Langsamkeit des Lesens

Ich staune ja immer, wie viele Bücher andere Blogger und Vielleser so in einem Monat schaffen, dafür brauche ich ein halbes Jahr oder noch länger. Aber warum ist das so? Und warum fühlt es sich schlecht an, wenn das bei mir eben anders ist? Ich habe nicht soviel Lesezeit, aber ich lese auch recht langsam. Natürlich könnte ich etwas schneller lesen – und sogar lernen, noch an Tempo zuzulegen. Aber ich will das einfach nicht, weil sich dann meine Art zu lesen sehr verändern würde. Sie würde oberflächlicher werden und ich könnte nicht mehr so tief in Geschichten eintauchen, wie ich es eben gerne tue. Mein Kopfkino und die Nähe, die ich so mag, würden sicher auch leiden. Auf die Frage, warum ich (als Bloggerin) so wenig Bücher lese, gibt es möglicherweise also nur diese Antwort: Fragen Sie nicht! Mal ganz davon abgesehen, dass sich die Liebe für Geschichten ja nicht unbedingt in der Anzahl der gelesenen Bücher ausdrückt, sondern darin, dass wir sie im Herzen tragen.

Mein Geschmack

Meine Ansprüche und Vorlieben haben sich natürlich mit der Zeit verändert, das kennt jeder und ist eine normale Entwicklung. Allerdings habe ich schon länger das Gefühl, dass mein Geschmack ein wenig speziell geworden ist – zumindest wenn ich ihn mit den Massen vergleiche. Also die Bücher, die in Foren besprochen werden oder in Buchläden ausliegen oder sich bei Online-Händlern gut verkaufen. Aber wisst ihr was? Ich finde immer noch sehr viel, was mich reizt – sowohl bei Verlagen als auch bei Indies. Leider nicht in Foren, dafür aber auf Cons, ausgewählten Blogs und beim Stöbern online. Und natürlich durch Buchtipps von Freunden, was ich ja immer noch die schönste Art finde, um auf ein Buch aufmerksam zu werden.

Außerdem verfolge ich natürlich auch die Neuerscheinungen der Autoren, die mich schon mit einem Buch überzeugen konnten. Ich neige da auch dazu, mir die älteren Romane anzusehen – von manchen mag ich sogar (fast) alles lesen. Und ich habe inzwischen so viele Lieblingsautoren, dass ich mich manchmal frage, wann ich das denn alles lesen will. Mal am Beispiel von meinen beiden Lieblings-Lieblingsautoren: Von Erik Kellen habe ich bis auf das eine Buch, das ich (wahrscheinlich) nicht lesen möchte, alles gelesen. Bei Bernhard Hennen sieht das ganz anders aus – da warten noch sechs ungelesene Romane und ein paar Kurzgeschichten (lustigerweise glauben aber alle, ich hätte schon alles von ihm gelesen). Ich versuche zumindest die Neuerscheinungen zu lesen, aber selbst da scheitere ich gerade. Hier ein nicht ganz aktuelles Bild meiner Bücher von den beiden:

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Es fehlt ein Nimmerherz-Band (Erik Kellen) und die beiden Phileasson-Bücher (Bernhard Hennen und Robert Corvus). Die Gezeitenwelt-Saga und die Anthologien stehen auch woanders …

Interview mit Christoph Marzi

© Christoph Marzi

© Christoph Marzi

Christoph Marzi (geboren 1970 in Mayen und aufgewachsen in Obermendig) lebt heute mit seiner Familie im Saarland und denkt sich dort und woanders Geschichten aus, während der Garten, der das Haus umgibt, immer wilder und seltsamer wird.

 

Nie anzutreffen ohne: Notizbuch
Besondere Kennzeichen: Notizbuch
Motto: Geh nie ohne Notizbuch aus dem Haus.
Webseite
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Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?

Sich selbst zu beschreiben ist immer ein schwieriges Unterfangen, glaube ich. Das sollten besser andere übernehmen.

Herrscht auf Deinem Schreibtisch eher Chaos oder Ordnung?

Geordnetes Chaos, würde ich sagen. Ich finde mich zurecht. Ob andere das tun würden, weiß ich nicht.

Mit „London“ kehrst Du in die Welt der Uralten Metropole zurück, wie kam es dazu? Und was hat Dich dabei inspiriert?

Der Wunsch, dorthin zurückzukehren, war eigentlich immer da gewesen. Eigentlich wusste ich nach LUMEN, dass ich Emily erneut wieder sehen würde. In SOMNIA tauchte sie nur am Rande auf. Nach London wollte ich aber erst dann zurückkehren, wenn Emily ein wenig älter geworden wäre. Es ist einiges geschehen in der Zwischenzeit. Sie ist kein Kind mehr. Sie ist erwachsen. Zu sehen, was aus ihr geworden war, machte den eigentlichen Reiz für mich aus.

Wie war für Dich die Rückkehr in diese Welt? Und könntest Du Dir vorstellen, das irgendwann noch einmal zu tun?

Es war, als sei ich nie fort gewesen. All diese Orte, sie waren noch genau dort, wo ich sie zurückgelassen hatte. Vielleicht kehre ich eines Tages erneut dorthin zurück. Emily wird sich weiter verändern, so wie wir alle es tun, wenn wir älter werden. Es gibt keine Zufälle.

Wann spielt der Roman und worum geht es?

Der Roman spielt einige Jahre nach LUMEN und ein paar Jahre nach SOMNIA. Emily lebt wieder in London. Sie hat einen Beruf, in dem sie ihre besondere Fähigkeit nutzen kann. Tristan Marlowe ist nicht mehr bei ihr. Nach dem Happy End in LUMEN hat das Leben die beiden eingeholt. Dinge wie diese passieren manchmal (mehr werde ich dazu nicht verraten). Der Roman beginnt in Cambridge. Emily wartet am Bahnsteig auf den Zug und stellt fest, dass der Zug nach London nicht kommen wird, weil es keine Stadt namens London gibt. Und nie gegeben hat. So fängt es an. Ein wenig mysteriös. Natürlich versucht sie herauszufinden, was geschehen ist. Und, soviel kann ich verraten, sie wird nach London zurückkehren. Mit Hilfe zweier alter Damen, die wirklich sehr, sehr seltsam sind.

An welchem Ort würdest Du Dich gerne eine Weile aufhalten? Und warum?

Von den Orten, die ich selbst erfunden habe? Seal`s Head, oben in Maine. Ganz klar. In Brooklyn, irgendwo in der Nachbarschaft von Faye Archer. Und den Leuchtturm, den Colin Darcy besucht, würde ich gerne sehen. In der uralten Metropole würde ich den Buchladen bevorzugen. Die Stadt unter der Stadt wäre mir zu düster und gefährlich.

Gibt es in der Geschichte eine Figur, die Dir besonders am Herzen liegt?

Emily. Wittgenstein. Micklewhite. Aurora. Ich glaube, sie liegen mir alle am Herzen. Sogar die Bösewichte.

Und in welcher Figur erkennst Du Dich am meisten wieder?

Wittgenstein. Wir teilen den Humor, glaube ich.

Die Geschichte beginnt wieder im Winter, magst Du diese Jahreszeit einfach oder hat das noch andere Gründe?

Schnee und Kälte passen zur uralten Metropole. Es ist eine Atmosphäre, die an die Märchen erinnert, die man als Kind gelesen hat. Alles ist geheimnisvoll. So still.

In den Uralte-Metropole-Büchern ging es bisher auch um Heimat und darum, seinen Platz im Leben zu finden. Ist das in „London“ auch so? Und was bedeutet Heimat für Dich?

Emily sucht noch immer ihren Platz im Leben. Den Platz, den sie zu finden geglaubt hatte, gibt es nicht mehr. Ja, es geht irgendwie immer nur darum, seine Heimat zu finden. Emily sehnt sich danach, ein gewöhnliches Leben zu leben. Was Heimat für mich bedeutet? Heimat ist da, wo das Herz schlägt. Mein Herz schlägt für meine Familie. Eine andere Heimat kann ich mir nicht vorstellen.

2004 erschien mit „Lycidas“ Dein erster Uralte-Metropole-Roman, wie sieht Dein Rückblick aus?

Ich mag jedes Buch und jede Geschichte, die ich geschrieben habe. Mit all den Mängeln, die Geschichten haben können, und allen Fehlern, die Autoren machen können. Ich habe immer die Geschichte erzählt, die ich zu eben diesem Zeitpunkt hatte erzählen wollen. Es macht Spaß, sich das alles auszudenken. Und ich bin dankbar, dass ich es tun kann.

Die Welt ist …

… wunderbar. Man muss es nur sehen.

Magst Du Mythen und Märchen allgemein recht gerne oder bevorzugst Du eine bestimmte Richtung? Vielleicht reizen Dich ja auch einzelne Legenden ganz besonders?

Ich versuche, nicht in Genres zu denken. Tatsächlich lese ich alles, was mir in die Finger gerät. Was mich an Märchen und Legenden reizt ist die Tatsache, dass sie sich in vielen Kulturkreisen so ähnlich sind.

In Deinen Geschichten gibt es auch viele literarische Andeutungen, deren eigentliche Quelle in der alten Literatur zu finden ist. Verrätst Du uns die Ursprünge einiger Anspielungen?

Alte englische Literatur. Shakespeare, Dickens, Chaucer. All die anderen auch. Stevenson ist in LONDON vertreten. Die uralte Metropole lebt von Anspielungen, ist also ein sehr postmoderner Ort, könnte man sagen.

Welche Rolle spielt Musik in Deinem Leben?

Musik ist der Herzschlag des Lebens.

Wonach wählst Du die Musik aus, zu der es in Deiner Geschichte eine Andeutung geben wird?

Ich brauche sehr lange, bis ich die passende Musik gefunden habe, die zu der Atmosphäre, die mir für die Geschichte vorschwebt, passt. Wenn es dann soweit ist, läuft alles andere wie von selbst. Die Musik muss emotional eine Bedeutung haben (oder einfach nur lustig sein, wie bei dem Radio-Orakel in FABULA).

Wo schreibst Du am liebsten? Brauchst Du dafür Ruhe oder begleitet Dich Musik?

Gewöhnlich schreibe ich an meinem Schreibtisch. Aber alle anderen Orte sind genauso gut. Ich schreibe normalerweise mit Laptop oder am PC, aber auch in Notizbücher, Hefte, auf Zettel, Bierdeckel, Servietten. Ruhe ist hilfreich, aber Unterbrechungen sind die Regel – und kein Problem. Musik höre ich meistens beim Schreiben. Laut oder Kopfhörer.

Was hältst Du von der stetig wachsenden Zahl an Subgenres, in die Literatur eingeordnet wird?

Ich mag keine Genres. Ich mag keine Subgenres. Das alles ist Marketing und Produktpolitik. Ich mag Geschichten. Ich kenne keine Geschichte, die so klein ist, dass sie Platz in einer Schublade hätte.

Wie sieht für Dich eine ideale Buchhandlung aus?

Klein. Fein. Mit vielen Büchern, die man zufällig entdeckt. Es gibt Tee oder Kaffee. Leise Musik.

Was ist Dir beim Schreiben wichtig? Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

Die Geschichte so zu erzählen, wie sie es verdient – ich denke, dass mir das wichtig ist. Der Leser soll in sie eintauchen können und sich bei der Hand nehmen lassen. Ich schreibe niemals mit dem Ziel, eine Botschaft zu vermitteln. Ich erzähle eine Geschichte. Jeder, der sie liest, muss für sich selbst herausfinden, was sie ihm zuflüstert.

Welche Autoren-Macken hast Du?

Die Frage müsste man meiner Frau und meinen Kindern stellen.

Was war bisher Dein schönstes Erlebnis als Autor?

Zu sehen, dass das, was man sich ausdenkt, für jemanden Bedeutung hat.

Wo wird man Dich in nächster Zeit live erleben können?

Die Premierelesung zu LONDON findet im DRACHENWINKEL in Dillingen/Diefflen im Saarland statt.

Was liest Du selbst gern?

Alles, was mir in die Finger kommt. Vorwiegend englische und amerikanische Literatur. Seltsamerweise kaum fantastische Literatur. Viele Sachbücher. Comics. Was immer mich fesselt.

Woran arbeitest Du gerade?

An MITTERNACHT, einer Geistergeschichte. An einem Kinderbuch mit einem Tier. Und einem neuen Jugendbuch.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ähnliche Blognamen, geheimnisvolle Andeutungen & meine aktuelle Lektüre …

Vor einiger Zeit hat sich der seit 2012 bestehende Blog „Ricas Fantastische Bücherwelt“ in „Die fantastische Bücherwelt“ umgenannt, weil Ricarda nun nicht mehr allein bloggt (das kann man auch hier nachlesen). Für mich ist das dumm gelaufen, immerhin ähneln sich unsere Blognamen jetzt sehr, aber ich habe den Namen ja nicht gepachtet.

In letzter Zeit höre ich allerdings öfter den Vorwurf, dass ich eine Namensklauerin bin – und gestern war ein Tag, wo ich mich darüber sehr geärgert habe. Darum möchte ich mal klarstellen, dass es meinen Blog bereits seit 2008 gibt und er von Anfang an unter diesem Namen geführt wurde. Und überhaupt sollte man zumindest etwas recherchieren, bevor solche Vorwürfe in den Raum gestellt werden. Das versteht sich eigentlich von selbst …

Dieses Posting bringt vielleicht gar nicht so viel, aber für mich ist es wichtig, weil ich das nicht einfach auf mir sitzen lassen will. Heute bin ich mir auch sicher, dass ich einfach weitermache. Und leise hoffe, dass unsere Blogs einfach unterschiedlich genug sind, um nicht in einen Topf geschmissen zu werden.

Es gibt aber auch schöne Nachrichten. :) Im Hintergrund tut sich einiges, auf das ich mich schon sehr freue. Ich habe eine Rezension geschrieben, die außerhalb meines Blogs erscheinen wird – absolutes Neuland, darum bin ich wohl auch ziemlich nervös deswegen. Sie ist ein wenig anders als üblich, mit mehr Informationen zum Inhalt des Buches und nicht ganz so (aber immer noch) emotional. Aber ganz eindeutig immer noch ich. Im gleichen Medium wird auch ein von mir geführtes Interview erscheinen, dieses darf ich ein wenig später aber auch hier veröffentlichen.

Und wo ich gerade beim Thema Interviews bin … Da kommen noch zwei weitere, auf die ich mich riesig freue. Beide mit Autoren, die ich sehr gerne lese. Ich bin momentan also öfter mal auf der Suche nach guten Fragen, was mir aber mindestens genau so viel Spaß macht, wie selbst Fragen zu beantworten. Und wer weiß, was noch so passiert … Momentan gebe ich meinem morgendlichen Leichtsinn ja manchmal nach.

Auch dadurch habe ich gerade recht wenig Lesezeit, aber die genieße ich dafür sehr. Wenn ich allerdings weiter so langsam lese wie eine Schnecke, brauche ich für den letzten Drachenelfenband wohl Monate. Hach, aber es ist so wunderbar magisch, episch und faszinierend! Und manchmal auch sehr fies. Eine Szene hat mich ja schon böse erwischt – mein Kopfkino ist einfach zu intensiv. Aber so ist das eben … ;)

drachenelfen

„Die Quellen der Malicorn“ als eBook im neuen Gewand …

Bereits Ende Juni ist „Die Quellen der Malicorn“ von Ju Honisch als eBook bei hockebooks herausgekommen. In einer editierten Version und mit einem neuen Cover, das sehr viel besser zu der Geschichte passt. Das Taschenbuch ist 2013 bei Heyne erschienen, offiziell wohl aber bald nicht mehr erhältlich. Erinnert ihr euch vielleicht noch an das Cover? Hell, freundlich, rein – und mit etwas Glitzer. Kein schlechtes Cover, nur meiner Meinung nach einfach völlig unpassend. Dadurch weckt es auch falsche Erwartungen und sorgt bei denen, die davor noch nichts von Ju gelesen haben, sicher leicht für eine Enttäuschung.

Das sticht einem auch gleich ins Auge, wenn man die Bücher so nebeneinander sieht. Hier meine Sammlung:

Bücher_JuHonisch

Es ist ja nicht so, als ob ich die lichten Einhörner nicht mögen würde, aber das passt weder zur Autorin noch zu der Geschichte. Und ich mag einfach Cover, die mit dem Inhalt harmonieren und auch etwas von der Atmosphäre zeigen. Das Cover der eBook-Ausgabe überzeugt mich da einfach und weckt sogar Erinnerungen an bestimmte Szenen:

cover_Honisch_Quellen

Kurzbeschreibung:

Ein verheerender Krieg bricht aus in der Welt Talunis – nach Jahrhunderten des Friedens. Hier herrscht das friedliebende Volk von Gestaltwandlern – Einhörner, genannt Tyrrfholyn. Im Kampf verschlägt es den unbesonnenen Kanura in die Menschenwelt, ins heutige Irland. Dort trifft er auf Una und nimmt sie mit zurück in sein Reich. Die talentierte, junge Menschenfrau mit dem ausgeprägten eigenen Willen findet sich in einer Welt wieder, in der ein grausames und gewissenloses Regime alles zu unterwerfen sucht, was es für fremd und minderwertig hält. Plötzlich ist Krieg mehr als nur Bilder aus weit entfernten Ländern. Jetzt geht es auch um Unas Leben und um das eines Mannes, der sehr viel mehr ist als – einfach nur ein Mann.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Vor fast drei Jahren gab es auf meinem Blog auch einen Blogtourbeitrag von Ju, in dem sie etwas über die spirituelle Seite des Romans berichtet hat. Das spannende Thema: Heilige Quellen und Kraftorte – Esoterik und Religion in „Die Quellen der Malicorn“.

Ich mochte die Geschichte sehr und hoffe, dass sie nun eine zweite Chance bekommt und zu den richtigen Lesern findet. Wen es interessiert, was ich zu dem Buch zu sagen hatte, findet hier meine Rezension.

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

Lesungen auf YouTube:

Meine Rezensionen erscheinen auch hier:

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