Willkommen in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Ich tauche besonders gerne in deutsche Fantasywelten ab, halte mich gelegentlich aber auch im "Ausland" auf.

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Bonusmaterial der neuen Ausgaben von Die Elfen, Elfenwinter, Elfenlicht und Elfenkönigin

Vor 10 Jahren ist der Roman Die Elfen von Bernhard Hennen und James Sullivan erschienen, dieses Jubiläum feiert der Heyne-Verlag mit neuen Ausgaben von Die Elfen, Elfenwinter, Elfenlicht und Elfenkönigin. In allen Büchern gibt es Bonusmaterial und überarbeitete Karten.

Die Elfen enthält das Bonusmaterial der Hardcover-Ausgabe, allerdings ist der Text des Romans die ungekürzte Originalfassung. Es gibt ein Glossar und diese beiden Novellen:

  • Nuramon der Wanderer (von James Sullivan)

Erzählt wird von einer früheren Inkarnation Nuramons und einer Plage durch die legendären Gelgeroks. (64 Seiten)

  • Farodin (von Bernhard Hennen)

Dies ist die Geschichte über die erste Begegnung Farodins mit der Elfe Aileen, die zu späterer Zeit als Noroelle wiedergeboren werden wird. Sie erzählt von der Liebe der beiden und dem tragischen Ende dieser Liebe, das Farodin mit rastlosem Zorn gegen die Trolle erfüllt. Es ist die Zeit, in der in Farodin die Hoffnung keimt, eines Tages die Reinkarnation Aileens zu finden. Es ist der Ursprung seiner Liebesgeschichte, die im Roman DIE ELFEN erzählt wird. (35 Seiten)

Über die Novelle in Elfenwinter konnten die Leser abstimmen – knapp gewonnen hat:

  • Skanga – Der Blick in den Himmel (von Bernhard Hennen)

Ein Hungerwinter zwingt den Trollkönig Gabrog zu verzweifelten Maßnahmen. All jene, von denen der Herrscher sich in Zukunft nichts mehr verspricht, werden aus dem Königsstein verbannt, damit nur noch die Stärksten von den Vorräten der Höhlenfestung profitieren. Zu diesen Verbannten gehören auch Skanga, deren Vater und ihre beiden Brüder. Sie flüchten zum Geistertal, einem Ort, den eigentlich kein Troll mit Verstand aufsucht und den selbst die Elfen meiden. Doch dort gibt es immer Wild, auch wenn die großen Herden längst ihre Wanderung nach Süden angetreten haben. Im Geistertal wird Skanga der legendären Matha Naht begegnen, einem der finstersten Geschöpfe Albenmarks. (30 Seiten)

Die Novelle in Elfenlicht spielt lange vor den Ereignissen, die in Die Elfen beginnen:

  • Die Schlangenkönigin (von Bernhard Hennen)

Die junge Alathaia genießt noch Emerelles Vertrauen, und ähnlich wie später Farodin wird sie von der Elfenkönigin auf ganz besondere Missionen geschickt. Einsätze, von denen niemals etwas bekannt werden darf. Alathaia soll mit drei Bootsbesatzungen einen geheimnisvollen Tempel inmitten der Mangroven, nicht weit von Vahan Calyd stürmen. Einen Ort, über den Emerelle keine Macht hat und der seine eigene Königin hervorbrachte. Eine Herrscherin, die das Werk des Alben fortzuführen scheint, der in einer vergangenen Epoche als der Fleischschmied bekannt war. Einst war Meliander, Emerelles Bruder, in diesem Tempel, doch nicht einmal er vermochte in dessen Allerheiligstes vorzudringen. Das Wenige, was er in seinen Schriften über diesen Ort hinterlassen hat, bereitet der Elfenkönigin schlaflose Nächte und führt Alathaia in einen schier aussichtslosen Kampf. (44 Seiten)

Die Novelle in Elfenkönigin spielt unmittelbar nach dem Sturz der Königin Emerelle durch die Trolle:

  • Der Weg zurück (von Bernhard Hennen)

Die Lutin Ganda kann sich nicht mehr darin erinnern, wie ihre Mutter aussah. Sie wurde als kleines Kind auf der weiten Grasebene des Windlands gefunden und später am Hof der Elfenkönigin Emerelle aufgenommen. Doch warum war Emerelle immer freundlich zu ihr, obwohl die Lutin als diebisch und verschlagen gelten? Welche Verbindung bestand zwischen ihrer toten Mutter und der Königin? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sucht Ganda die Hexe Salma auf. Es heißt, sie könne jede Erinnerung wiederbeleben. Doch mancher Schrecken wäre besser vergessen geblieben … (26 Seiten)

Quelle

Björn Springorum – Herbstbringer

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im September 2014
Verlagsseite

Ein Mädchen wurde an einem Flussufer gefunden und kann sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern. Im Waisenhaus Sheltering Tree wird sie Emily genannt und auf dreizehn oder vierzehn Jahre geschätzt. Nach fast zwei Jahren wird sie von einer Familie adoptiert, bei der sich Emily schnell wohlfühlt. Jedoch geschehen kurz darauf seltsame Dinge: Der Herbst beginnt ungewöhnlich früh und begleitet Emily, der Herbstwind scheint ihr etwas zuzuflüstern. Welches Geheimnis verbirgt sich im Nebel ihrer Vergangenheit?

Der dramatische und zugleich emotionale Prolog sorgte dafür, dass mich der Roman gleich gefesselt hat und ich mehr als neugierig darauf war, wie dieser Schnipsel mit der restlichen Geschichte verbunden wird. Es gab gleich Stoff zum Spekulieren, was mir ja immer viel Spaß bereitet. Später bin ich gedanklich noch öfter zum Prolog zurückgekehrt, mit den neu gewonnenen Eindrücken setzte sich der Hintergrund zu dieser Szene auch immer detaillierter zusammen.

In Herbstbringer geht es um Vampire – Wesen, die ich normalerweise ja eher meide. Warum wollte ich dieses Vampirbuch also unbedingt lesen? Die Leseprobe hat mich neugierig gemacht, aber vor allem habe ich den Schreibstil von Björn Springorum sehr genossen. Sein Umgang mit Worten: poetisch, stimmungsvoll und einfach nur schön. Ich habe dann einfach gehofft, dass ich Glück habe und “Zwischen-Vampire” erwische – also weder die glitzernden noch die aus dem Horror-Bereich. Und ich hatte Glück!

Für mich war es auch nicht zu blutig, weil die Beschreibungen sich nicht darauf konzentriert haben bzw. schnell ausgeblendet wurde. Bei zwei Figuren, die mir doch recht unheimlich waren, hat es meine Vorstellungskraft nur manchmal etwas übertrieben. ;) Die Vampire sind in dieser Geschichte aber nicht die einzigen mystischen Wesen, mich hat die erschaffene Welt beeindruckt – und auch die Hintergründe und Zusammenhänge, die man nach und nach erfährt. Mir gefällt, dass es unheimliche und machtgierige Wesen gibt, aber auch welche, mit denen ich Mitleid hatte oder die mich gereizt haben. Es gibt auch eins, das mich ganz besonders erwischt hat, auch wenn es gar nicht so oft auftaucht.

Bei einer Geschichte, die in Großbritannien spielt und von einer Waise namens Emily handelt, musste ich natürlich an andere Bücher und eine andere Emily denken. Es gibt (wenige) Gemeinsamkeiten, die möglicherweise besonders auffallen, weil auch der Schreibstil in eine ähnliche Richtung geht und Anspielungen auf Literatur, Musik und Film enthält. Für mich wurde Herbstbringer aber schnell etwas eigenes – die Geschichte, die Welt und auch Emily sind eine völlig andere.

Es gibt eine zarte Liebesgeschichte, die aber keinen allzu großen Platz einnimmt – was absolut nach meinem Geschmack ist. Ich mag Jake sehr, aber mir gefallen Bücher, in denen die Liebesgeschichte eins von mehreren gleichberechtigten Themen ist und nicht die Hauptrolle einnimmt. Für mich ist wichtiger, dass die Gefühle bei mir ankommen, nicht dass sie ausschweifend beschrieben werden. Und hier war das so.

Herbstbringer war für mich eine abwechslungsreiche, mitreißende und intensive Lektüre, die viel Herbststimmung verbreitet und für einige Überraschungen gesorgt hat. Die Figuren waren mir sehr nah und haben mich berührt, ich habe mit ihnen mitgefiebert und munter vor mich hin spekuliert. Mich hat nicht nur die erschaffene Welt beeindruckt, sondern auch die dichte Atmosphäre und der sensibel-poetische Schreibstil. Ein Buch, das gleichzeitig wunderschön, unheimlich und irre spannend ist! Und kaum aus der Hand zu legen … Ich hoffe ja auf einen zweiten Teil, auch wenn die Geschichte erstmal abgeschlossen ist. ;)

Ein Blick ins Bücherregal von Katharina Gerlach

Diese Reihe hat ordentlich Staub angesetzt, aber der wird jetzt vom Herbstwind weggeweht *puuust* und es geht munter weiter. Heute dürfen wir einen Blick in das Bücherregal von Katharina Gerlach werfen! :)

© Katharina Gerlach
Ich wurde 1968 geboren und wuchs mit drei jüngeren Brüdern mitten in einem Wald im Herzen der Lüneburger Heide auf. Während einer Lehre zur Landschaftsgärtnerin schrieb ich meinen ersten Roman, ein Buch voller Anfängerfehler. Zum Glück gab es auch Bücher darüber, wie man es richtig macht, und so erschienen bald die ersten Kurzgeschichten.

Zurzeit lebe ich mit meinem Mann, drei Kindern und einem Hund in einem Häuschen nicht weit von Hildesheim und – na, was wohl – schreibe an meinem nächsten Roman.

Mein Bücherregal und seine Bewohner

Als Autorin hat man sozusagen die Verpflichtung, viel zu lesen. Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass man die Bücher auch alle besitzen muss. Aber ich, Katharina Gerlach, bin eine Bücherpackratte. Da verwundert es sicherlich niemanden, dass sich bei mir viele, viele Bewohner auf den Regalen angefunden haben.

In meiner privaten Sammlung stehen (fast) alle Bewohner brav in Reih und Glied, die meisten von ihnen alphabetisch nach Autor sortiert (Ausnahmen siehe unten). Wahrscheinlich fühlen sie sich langsam etwas eingeengt. Immerhin gibt es mittlerweile so viele von ihnen wie in einer Kleinstadt (knapp 2000). Da wird es selbst auf den längsten Regalen eng. Dabei sind doch letztes Jahr erst fünfhundert Bewohner in die nahe Bibliothek umgezogen. Sie fühlten sich von mir vernachlässigt, weil ich sie nur ein einziges Mal gelesen hatte.

Im Großen und Ganzen vertragen sich meine Lieblinge sehr gut miteinander. Da stehen Sachbücher neben Kinderfantasy, Krimis neben SciFi und Liebesroman neben historischen Romanen. Natürlich gibt es auch ein paar Gruppen, die lieber unter sich bleiben. Die Grafic Novels und Comics zum Beispiel teilen sich ihr Regal nur mit den Märchenbüchern – strikt getrennt natürlich, Märchen unten, Grafic Novels und Comics oben. Die gesammelten Werke von Karl May beanspruchen sogar mehrere Regalreihen ganz für sich allein.

deutsche Bücher

deutsche Bücher

Die englischen Bücher haben natürlich ihr eigenes Dorf. Bei ihnen ist wesentlich weniger Variation in den Genres; es ist fast alles Fantasy oder SciFi. Das liegt daran, dass ich erst wenige Jahre vor dem Abitur angefangen habe, fremdsprachige Bücher zu lesen… ach, da ist ja sogar noch das französische von John Steinbeck (La Perle). Ich dachte, es wäre ausgewandert. Na, wie man sich irren kann…

Doch wie überall in Deutschland ist auch mein Bücherregal überaltert. Nur selten zieht ein neuer Bewohner ein. Nicht, dass ich mir keine Bücher mehr kaufe, nein, aber heutzutage bevorzuge ich die digitale Variante. Man kann sie so viel einfacher verstauen (zumal die Regale auf dem Dachboden wirklich schon sehr voll sind).. Die besten Bücher, die ich lese werden allerdings im Nachhinein immer noch als Druckausgabe angeschafft, sofern erhältlich. So ganz kann ich dann doch nicht auf Papierbücher verzichten. Immerhin hat damit meine Sucht angefangen.

englische Bücher

englische Bücher

Hier noch eine Liste mit einigen meiner liebsten AutorInnen (ungeordnet):
Diana Wynne Jones, Neil Gaiman, Tamorra Pierce, Alexander Wolkow, Joan Aiken, Michael Ende, L.M. Montgomery, Dean R. Koonz, Danyelle Leafty, Alan Dean Foster und viele mehr.

So, und jetzt schreibe ich fleißig weiter neue Bewohner für die Regale anderer Leserinnen.

© Katharina Gerlach

Herzlichen Dank, liebe Katharina! :)

Erik Kellen – Das Lied von Schnee & Liebe (The Empires of Stones 2)

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im Juni 2014
Buchseite
Autorenseite

In New York begegnet Anevay dem Gangsterboss Leonardo Szuda, der die Kämpferin in ihr erkennt und noch Großes mit ihr vorhat. Bei der Suche nach ihrem Vater gelangt ein Kompass des Nordischen Feuerbundes in ihre Hände, der eines Nachts zum Leben erwacht.
In Hammaburg arbeitet Robert weiter an der Kriegsmaschine des Kronprinzen, gleichzeitig erschafft er eine neue Identität, ein zweites Ich – den Night Captain! Dieser begibt sich auf Spurensuche, als immer deutlicher wird, dass etwas Dunkles im Feuerbund seine Kreise zieht …

Der zweite Teil der TEOS-Saga beginnt mit dem König von Brooklyn, Leonardo Szuda. Im ersten Moment war ich davon überrascht, auf keine der beiden Hauptfiguren zu stoßen, gleichzeitig hatte diese neue Figur aber auch etwas, was mich neugierig gemacht hat – und Ausstrahlung! An dem Gangsterboss hat mir auch gefallen, dass er nicht einfach “böse” dargestellt wurde, sondern wunderbar undurchsichtig. Am Ende des Kapitels trifft er auf Anevay und ihre Begegnung hat mir das erste intensive Kopfkino dieses Romans beschert. Aber noch lange nicht das letzte …

Schnell war ich tief in der Geschichte versunken und völlig fasziniert von der bunten Mischung, die da vor uns ausgebreitet wird. Magie, Tragik, Intrigen, der Kampf ums Überleben, die verschiedenen Kulturen, Leid, Zusammenhalt, Geheimnisse, Gewalt – das alles wurde miteinander verwoben und zu einer abwechslungsreichen Geschichte verknüpft. Dazu gibt es noch viele wunderbare Details und Ereignisse, bei denen ich aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen bin und völlig gebannt vor meinem Reader saß.

Die eingearbeitete nordische Mythologie hat mich oft dazu gebracht, glücklich vor mich hin zu grinsen, weil es einfach großartig ist, wenn eine Geschichte von einem Thema, das einen begeistert, so durchdrungen ist. Ich liebe die Beschreibungen von Hammaburg und die für mich sehr besondere, magische Verbindung zwischen Anevay und Robert. Ein wärmendes Licht inmitten einer Welt voller Misstrauen und Einsamkeit, weit entfernt – dafür aber sehr intensiv. Die beiden mag ich einzeln schon sehr, aber zusammen ist das einfach … magisch. Das toppt sogar noch meine Begeisterung für den Night Captain, und die ist nun wirklich nicht zu unterschätzen.

Natürlich haben sich auch die Clangeister in mein Herz geschlichen, alle drei. Denn auch wenn Poe die Nasenspitze vorn hat, reizen mich die anderen nicht weniger, jeder auf seine ganz eigene Weise. Auch die ein oder andere Nebenfigur hat mich erwischt und ist nah bei mir – so wie ich es mag. ;) Genau wie im ersten Band hat es mir hier auch wieder Famke besonders angetan, ich bin ja so gespannt, ob wir irgendwann mehr über sie erfahren werden. Meine Daumen sind gedrückt!

“Das Lied von Schnee & Liebe” war für mich eine mitreißende, überraschende und magische Geschichte mit facettenreichen Figuren und einer dichten Atmosphäre. Ein komplexer und für mich sehr emotionaler Roman, der kleine Schock-Momente aber auch wunderbar poetische Beschreibungen bereit hält. Und ein Ende, das extrem neugierig auf den nächsten Band macht! Allerdings muss ich auch warnen: Es könnte nämlich passieren, dass man nicht nur alles um sich herum vergisst, sondern plötzlich auch anfängt, mit nordischen Götternamen zu fluchen. Uuups. Aber immerhin lerne ich wenigstens ein klein wenig das Fluchen, auch wenn ich ja immer noch rot werde, wenn mir mein Lieblingsfluch laut herausrutscht …

TEOS 2

Reihenfolge

  1. Das Lied von Anevay & Robert
  2. Das Lied von Schnee & Liebe

Anke Höhl-Kayser – Ronar. Drei Ähren

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im August 2014
Autorenseite

Ronar hat seinen Platz im Volk der Elthen gefunden und eine besonders innige Beziehung zu seiner kleinen Ziehschwester Mané aufgebaut. Es gibt allerdings jemanden, dem der Verlauf der Ereignisse nicht gefällt und der mächtig genug ist, um die Zeit zurück zu drehen. Bevor die Welt in Schwärze und Vergessen versinkt, schafft es Athanian noch, seiner Tochter drei Ähren in die Hand zu legen, damit sie den Rückweg finden. Die Geschichte beginnt wieder am Anfang und Ronar muss sich an sein wahres Ich erinnern, wenn er nicht alles verlieren will.

Kaum habe ich mich über Ronars Selbstbewusstsein und Athanians Stolz auf ihn gefreut, da wird auch schon an der Zeit herumgespielt und wir landen wieder ganz am Anfang. Ronar ist wieder der unsichere Ziehsohn des Schmieds, der wegen seiner Andersartigkeit so manches einstecken muss. Aber vieles ist auch anders, es ist keine Wiederholung der bisherigen Vergangenheit. Es gibt ganz neue Ereignisse – und Figuren, die sich sehr verändert haben und für einige Überraschungen sorgen. Ronar selbst handelt auch anders und beeinflusst dadurch andere Schicksale.

Die Karten wurden also völlig neu gemischt und auch die Zeit ist nicht mehr das, was sie einmal war. Aus Athanians alter Freundin ist eine unberechenbare Gegnerin geworden. Manche Veränderungen haben mich fast zum Weinen gebracht, weil liebgewonnene Figuren plötzlich ganz anders waren. Oft war ich aber auch einfach nur verblüfft – und manchmal sogar froh über die neuen Entwicklungen. Dadurch fand ich diese Geschichte auch sehr spannend, denn alles war irgendwie anders und überraschend. Außerdem habe ich mich fast die ganze Zeit um meine Lieblingsfigur gesorgt, da habe ich ja immer ein “glückliches” Händchen. ;)

Das Buch hat mich emotional mitgerissen, ich hatte wunderbares Kopfkino und konnte viele intensive Eindrücke mitnehmen. Die poetische Sprache habe ich sehr genossen, sie hat mit dafür gesorgt, dass ich mich beim Lesen so wohl gefühlt habe. Mir haben auch die eingestreuten Weisheiten gefallen, die nie belehrend wirkten sondern einfach ein Teil der Figuren waren und zur Entwicklung der Geschichte passten. Da gab es einige Dinge, die mir wieder bewusst geworden sind. Und eine bestimmte Szene, an die ich denken muss, wenn ich mich mal wieder als zu anders empfinde …

Der letzte Teil der Ronar-Trilogie hat mich glücklich und sehr berührt zurück gelassen. Ich habe mich so gefreut, Zeit mit den einzelnen Völkern zu verbringen, denn auch wenn mich mit den Elthen etwas Besonderes verbindet, so finde ich die Rilten und Anen doch nicht weniger reizvoll. Mir gefällt, dass in dieser Geschichte gezeigt wird, wieviel Einfluss die eigenen Entscheidungen haben – nicht nur auf das eigene Leben, sondern auch auf das anderer. Es ist nichts in Stein gemeißelt, sondern alles im Wandel. Und diese Reihe ist auch wieder ein schönes Beispiel dafür, dass man auch aus Fantasygeschichten einiges für das eigene, ganz reale Leben ziehen kann. ;)

Reihenfolge:

  1. Ronar
  2. Ronar. Zwei Welten
  3. Ronar. Drei Ähren

Herbst!

Es fühlt sich schon an wie Herbst, und ich muss ja zugeben, dass mir das gut gefällt. Uuuups, nicht steinigen! ;) Das schwüle Wetter hat mich nun wirklich genug gequält – und ich mag den Herbst einfach. Schöne frische Luft, Sonnenschein, harmonische Farben, wirbelnde Blätter, Wind. Und bei Regen kann man sich so schön auf dem Sofa einkuscheln und lesen und Tee trinken. Uuund BuCon ist ja auch noch!

Der Herbst bringt auch so einige will-ich-unbedingt-haben-Neuerscheinungen mit sich! Erstmal der Stapel neuer Elfen-Ausgaben von Bernhard Hennen, und ich möchte alle 4 Bücher haben. Total unlogisch, meint zumindest mein Kopf. Der Rest von mir freut sich ein Loch in den Bauch und überlegt schon mal, wo die Schätzchen ihren Platz finden. ;) Und Elfenwinter will mich jeden Tag etwas mehr davon überzeugen, dass es bald mal wieder gelesen werden möchte. Und rennt damit offene Türen ein …

Es gibt aber Konkurrenz! Jawohl! Anfang September erscheint nämlich auch Queen of Clouds von Susanne Gerdom, auf das ich schon irre gespannt bin. Und Mitte September veröffentlicht Aileen P. Roberts den ersten Teil der Weltenmagie-Trilogie. Auch im September erscheint der zweite Teil der Phoenix-Trilogie von Ann-Kathrin Karschnick, auf den ich auch sehr neugierig bin. Und Anfang November erscheint dann auch noch der erste Teil der Reihe “Imperium der Drachen” von Bernd Perplies – und ich freue mich riesig, dass das wieder nach einer Reihe für mich klingt (an die Carya-Reihe habe ich mich ja nicht rangetraut, das hat sich verdammt komisch angefühlt).

Durchs Bücherregal wehen auch schon Herbstwinde, da hibbelt und ruft das eine oder andere Buch besonders laut. Oha! Herbstbringer von Björn Springorum ist da ganz vorne mit dabei, “mein” im Januar entdecktes Vampirbuch (und nein, ich habe kein Fieber *g*). Das muss man doch einfach im Herbst lesen! Genauso wie “So finster, so kalt” von Diana Menschig, von dem Buch bin ich durch die tolle FeenCon-Lesung ja wieder ganz frisch angefixt.

Es hibbeln aber auch die Novelle “Seacrest House” von Lilach Mer und “Die Seele des Ozeans” von Britta Strauss. Die beiden Bücher rufen schon länger, daher hoffe ich, dass sie nicht mehr lange warten müssen. Und versprechen eine tolle Lesezeit!
Ganz sicher lesen werde ich Weltenlied von Manuel Charisius, dazu findet nämlich ab dem 17. Oktober eine autorenbegleitete Leserunde statt. :)

Weltenlied

Wahrscheinlich kommt doch alles anders … oder zumindest vieles. ;)
Und da ich ja von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, würde mich natürlich interessieren, was euch der Herbst büchertechnisch bringt.

Thomas Finn – Schwarze Tränen

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im Juni 2014
Verlagsseite
Autorenseite

Lukas Faust ist ein Nachfahre des berühmten Doktor Faust und schlägt sich als Trickdieb durchs Leben. Seine betrügerische Ex-Freundin, die eigentlich ein Sukkubus ist, lockt ihn in das Faustzimmer von Staufen, wo er von einem Zauberer dazu gezwungen wird, das Erbe seines Ahnen anzutreten, das ihm anschließend gleich wieder abgenommen werden soll. Während des Kampfs um das Zauberbuch, den Höllenzwang, erscheint der Pudel Mephistopheles, der sich als Teufel vorstellt und selbst nicht weiß, wieso er dort aufgetaucht ist. Sicher ist nur, dass in der Hölle ein Machtkampf zwischen gefallenen Engeln und Dämonen ausgebrochen ist. Nur wer die drei Teufelstränen besitzt, beherrscht die Hölle – und einer dieser Tränen war am “Höllenzwang” angebracht, womit Lukas mitten in den Kampf um den Höllenthron hineingeraten ist.

Die Geschichte beginnt mit einer sehr dichten und unheimlichen Atmosphäre, denn im Prolog wird erzählt, wie Doktor Faust sich 1431 seine Teufelsträne im Silber- und Bleibergwerk Teufelsgrund beschafft hat. Ein klein wenig düster und gleichzeitig faszinierend, weil mich die Stimmung und natürlich meine Neugier gepackt hat. Wie geht es weiter? Was steckt hinter diesen Teufelstränen?
Danach wird in die heutige Zeit gewechselt und wir lernen Lukas kennen, der mit seinem Leben nicht wirklich glücklich ist. Sein Herz schlägt für die Bühnenzauberei und Illusionen, aber um überleben zu können, schlägt er sich als Trickdieb durch. Ein zerrissener junger Mann, der mir gleich sympathisch war.

In diesem Roman wurden sehr viele mystische Aspekte eingearbeitet und miteinander verbunden – beispielsweise treffen wir auf Agrippa von Nettesheim und Abraham von Worms. Das betrifft auch deutsche Sagen, meine persönlichen Favoriten waren da der Nibelungenmythos und die Wilde Jagd! :) Es gibt wahnsinnig viele Verbindungen, Andeutungen, Details, die mich begeistert und oft auch neugierig auf mehr gemacht haben. Ich habe sicherlich nicht alles erkannt, aber wieder einiges gelernt und vor allem hatte ich einen Heidenspaß dabei!

“Schwarze Tränen” ist eine rasante und extrem spannende Geschichte, bei der die Seiten nur so dahin fliegen. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, gehetzt zu werden, es war einfach nur so, dass mich die Ereignisse mitgerissen haben. Ich hatte sehr detailliertes Kopfkino und einige Szenen sind noch immer nah bei mir. Genau wie einige der Figuren, denn neben Lukas habe ich noch die Hexe Millepertia und Abraham von Worms in mein Herz geschlossen. Und Mephisto hat mich durch seinen Humor oft zum Lachen und Schmunzeln gebracht, zum Ende hin aber auch auf ganz andere Weise berührt.

In diesem Buch trifft man auf die verschiedensten Wesen, Mythen und Stimmungen. Es gibt unheimliche Szenen, die aber nicht blutig-detailliert waren, sondern für mich vor allem von der schaurigen Atmosphäre getragen wurden. Aber auch viele humorvolle Momente, die dafür sorgen, dass die Geschichte immer wieder aufgelockert wird und man oft schmunzeln muss. Trotz Höllenpakten und Höllenbewohnern ist das hier aber kein düsterer Roman, sondern ein höllisch unterhaltsames Spektakel mit Tiefgang. Die intelligenten Dialoge, der Ideenreichtum und die Vielschichtigkeit der Geschichte haben mich genauso beeindruckt wie das großartige und für mich sehr emotionale Ende.

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