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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Ich tauche besonders gerne in deutsche Fantasywelten ab, halte mich gelegentlich aber auch im "Ausland" auf.

Phantastische Akademie

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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Schätze zu Büchern!

Vielleicht bin ich ja ein kleiner Lesedrache, denn ich hüte meine Schätze zu Büchern sorgsam und freue mich riesig über sie. Immer wieder. :) Ich gewinne ja eher selten etwas, aber wenn, dann ist es oft etwas Besonderes. Aber am Besten zeige ich euch meine Schätze einfach …

Da wäre das beim „Durch alle Zeiten“-Lese-Event verloste Fan-Paket, ein richtiges Schatzkästchen! Die Drachenkralle habe ich sogar schon mal getragen, als etwas Drachenkraft nicht schaden konnte.

durch alle zeiten

Meine ganz persönliche Trost-Heidefee bekam ich geschenkt, weil in der Weltennebel-Trilogie von Aileen P. Roberts so einige Lieblingsfiguren von mir abgemurkst wurden und ich die Heidefeen so mochte. Die war im Dezember sogar mit in Hamburg und auch auf zwei Konzerten. Klammheimlich.

heidefee

Bei der Blogtour zu „Sommerkuss“ von Fabienne Siegmund habe ich tatsächlich das von mir heiß ersehnte Gerümpelrunen-Starter-Set gewonnen. Auf dem Bild sind auch schon ein paar eigene Gerümpelrunen dabei, ich sammele fleißig …

Gerümpelrunen

Bei Diandra Linnemann habe ich bei „Wider das Sommerloch“ unter anderem einen handgemachten Pentagramm-Kranz gewonnen – so einer wie auf den Buchcovern, mit Wunsch-Design. Der ist bei mir ja genau richtig! :) Ich hatte mich thematisch für Grün und Herbst entschieden:

Hexenkranz

Und dann sind da noch zwei Becher! Die Weltennebel-Tasse rechts habe ich gewonnen, während ich mir den Thermobecher links gekauft habe. Musste ich einfach, wegen hochgradiger Begeisterung. Der war sogar schon mit auf Arbeit, und im März fährt er mit nach Leipzig.

tassen

Das waren sie, meine Schätze zu Büchern. Habt ihr auch welche?

[Gastbeitrag] Ju Honisch: Bisse

Heute darf ich euch einen Gastbeitrag präsentieren! Ju Honisch erzählt uns etwas über ihre Kurzgeschichtensammlung Bisse, die nach einem Dasein im Verborgenen nun wiederbelebt wurde. Ungewöhnliche Geschichten mit bizarr-phantastischen Ideen. Und jetzt übergebe ich die Tastatur an Ju!

Gastbeitrag

BISSE – 17 ungewöhnliche Geschichten. Gesammelt habe ich sie über ein paar Jahre. Und irgendwann hat damals ein brandneuer Kleinstverlag sie veröffentlicht und danach leider schnell die Lust verloren. Jahrelang lagen die Bücher in irgendeinem Zimmer, und es rührte sich nichts.

Nichts.

Nichts ist verflixt wenig und überhaupt nicht gut. Und so freue ich mich, dass BISSE nun erfolgreich wiederbelebt wurde. Tatsächlich ist es – eigentlich – neu. Denn vorher lebte es ein Leben im Geheimen. Es war ein wenig wie Schrödingers Katze, verborgen im Nirgendwo, gleichermaßen existent und nicht existent. Niemand kannte es. Niemandem wurde es angeboten. Es fand den Weg zu keiner Con – außer in meinem Gepäck. Gelegentlich fand mal ein persönlicher Bekannter zu dem Buch. Viele waren es nicht.

Damit könnte ich es jetzt „Geheimtipp“ nennen, aber so lustig ist das für eine Autorin gar nicht, wenn es ein Buch von ihr gibt, an das keiner rankommt, von dem tatsächlich nie einer gehört hat.

Doch nun ist alles gut. Hockebooks hat sich der E-Book-Ausgabe angenommen. Und die Rechte für das Druckwerk sind auch zurück, so dass einer Neuerscheinung als gedrucktes Buch irgendwann nichts mehr im Wege steht. Ein Buch, das man dann tatsächlich finden und kaufen kann.

Kaufen kann (und soll!) man es natürlich jetzt auch schon – als E-Book.

BISSE war mein „Erstlingswerk“, lange vor dem ersten Roman angefangen. Übrigens auch lange, bevor es diese Vampirserie mit Bissen zu bestimmten Tageszeiten gab. BISSE hieß schon vorher so. Ich lege tatsächlich Wert darauf, hier nicht als schnöder Nachahmer oder Trendzutodereiter dazustehen.

Die Geschichten in BISSE sind alle ein wenig abstrus. Sie sind gruselig auf sehr eigene Weise, nicht im klassischen Sinn der Lagerfeuer-Geistergeschichte, sondern eben anders. Es mangelt nicht an magischen oder mythischen Wesen, doch vor der dummdreisten Grausamkeit, zu der die so gar nicht mythischen Mitmenschen und lieben Nachbarn fähig sind, verblasst ihr Schrecken.

© Ju Honisch

© Ju Honisch

Was hört man immer, wenn etwas grauenhaft Schreckliches passiert ist? Als unauffällig, freundlich und nett werden dann die Täter beschrieben, die irgendwann losziehen und etwas Furchtbares tun. Der normale Mitbürger trägt den Nukleus der Zerstörung in sich. Vielleicht haben wir ihn alle, vielleicht nur manche. Vielleicht ist die zivilisatorische Schale um unseren bösen Kern verschieden dick – oder es sind die Umstände, die von innen an dieser Schale nagen, bis das Unsägliche hervorbricht.

Es ist nicht neu, wenngleich auch politisch brisant, dass wir als Menschen uns vor dem Unbekanntem fürchten. Als „eine auf Kohlenstoff basierende, zweifüßige, vom Affen abstammende Bioform“ (Zitat: Douglas Adams) mögen wir es „norm-al“. Das heißt, dass aus der üblichen Abfolge von Realitäts-Ritualen möglichst nichts als fremd oder seltsam hervorstechen soll. Denn dann müssten wir neu denken, selbst bewerten, Mut zeigen, aus unseren Starren Strukturen ausbrechen.

Unsere Vorurteile, seien sie positiv oder negativ, stützen uns in der völlig subjektiven Wahrnehmung unseres Lebens. Sie geben uns ein Gerüst – und manchmal hängen wir recht schief darin, wenn es nicht passt.

Die „Helden“ in BISSE passen in ihre Realität. Und dann auch wieder nicht. Gar nicht. Das, was diese Geschichten gruselig macht, ist das Normale. Dieses Durchgenormte, Angepasste, Brave. Denn was lauert in manchen Menschen, vielleicht gar in einem selbst: All das Verborgene, Verdrängte, Gemeine, das aus Irrtum oder Wahn Geborene.

Dass das Böse so nah und vertraut sein kann, das möchten wir nicht wahrhaben. Wir schützen uns vor der Erkenntnis mit Plausibilitätsbekundungen und statistischen Daten, als könnten die Worte „nicht wahrscheinlich“ etwas an der „Tatsächlichkeit“ einer unerwartet neuen Realität ändern.

Die Welt ist anders. Wir sind anders: Wir sind nicht alle nett.

Genau da setzt „BISSE“ mit 17 ungewöhnlichen Geschichten an. Geschichten, die die Norm durchbrechen. Die unbequem sind, aber spannend. Die das Unerwartete bieten, weil sie sich drehen und wenden und dann doch wieder anders sind. Wild. Böse. Fies.

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BISSE – 17 ungewöhnliche Geschichten
Ju Honisch
ISBN: 9783957511119
Leseprobe
Erscheinungsdatum: 30.10.2015
(Erstveröffentlichung: 2007)
Preis: 6,99 €
E-Book-Download: http://www.hockebooks.de/ebook/bisse

 

© Ju Honisch

Fabienne Siegmund & Thilo Corzilius – Das Mädchen und der Leuchtturm

Erscheinungsjahr: 2015 als eBook, 2016 als Taschenbuch
Gelesen im Januar 2016
Verlag: ohneohren

Rezension

Der Student Jean lernt die wunderschöne Faith kennen, die in einem unsichtbaren Leuchtturm mitten in Hamburg wohnt. Sie erzählt ihm von einem Fluch, der auf ihr liegt – immer wenn sie glücklich ist, regnet es. Da Faith ihm nicht mehr dazu erzählen will und auf später vertröstet, macht sich Jean allein auf die Suche nach einer Lösung zu einem Rätsel, das er kaum versteht. Dadurch verändert sich sein Leben für immer, denn lebendig gewordene Märchen und Legenden drängen in seine bisher so normale Welt …

Geschichten sind wichtig. Das betont Jean, gleich nachdem er darum bittet, ihn nicht für vollkommen verrückt zu erklären. Denn das, was er erzählen will, ist kein Märchen sondern hat sich wirklich zugetragen. Er ist davon überzeugt, dass jedem Menschen etwas Ähnliches passieren kann, wenn er nur daran glaubt. An die Wunder, die in den Falten und Ritzen unserer Welt existieren. Und wisst ihr was? Ich glaube ihm. Allein schon deshalb, weil es mir mit magischen Momenten ähnlich geht – andere sehen diese nicht, nur weil sie es nicht wollen.

Nach so einer Einführung konnte mir Jean natürlich nur sympathisch sein, aber mich haben noch andere Dinge für ihn eingenommen. Beispielsweise mag er Regen genauso gern wie ich und ruht in sich selbst. Es war spannend zu verfolgen, wie sich sein bisher so normales Leben verändert, als er hinter den Vorhang blickt und versucht, das alles zu verstehen. Dort sind Hexen, Flüche und Kobolde keine Mythen, sondern etwas ganz Normales.

Aber auch Faith stand mir nah, wenn auch auf eine etwas geheimnisvollere Weise. Mir hat gefallen, dass ihre Geschichte nach und nach ans Licht gekommen ist und der Roman dabei immer mehr Fahrt aufgenommen hat. Es begann eher ruhig und dennoch fesselnd, aber mit jeder Seite steigerte sich die Spannung und irgendwann saß ich dann total gebannt vor meinem Reader, weil mich die Entwicklung so faszinierte.

Sehr begeistert hat mich auch, dass die Schauplätze in Hamburg so wunderbar beschrieben wurden. Die verschiedenen Stadtteile mit ihren ganz eigenen Stimmungen, die Alster, die Sehenswürdigkeiten und Landschaften. Aber auch die magische Seite von Hamburg, die ich zu gerne besser kennenlernen würde. Wenn ich das nächste Mal in Winterhude bin, halte ich sicher Ausschau nach dem Leuchtturm. Meine Chancen stehen schlecht, aber man kann ja nie wissen … Und ich bin davon überzeugt, dass es ihn gibt!

Im Schreibstil erkenne ich beide Autoren wieder, die zusammen natürlich ganz anders schreiben als allein. Aber das ist eine angenehme Mischung, die sich gut ergänzt und trotz der Unterschiede sehr harmonisch auf mich wirkt – wie aus einem Guss. Wenn ich nicht schon ein paar Geschichten von Fabienne Siegmund gelesen hätte, würde mir das wahrscheinlich nicht einmal auffallen. Aber ich hatte meine Freude daran.

„Das Mädchen und der Leuchtturm“ war für mich eine sehr fesselnde und magische Lektüre mit vielen Überraschungen und gelungenen Figuren. Es gab auch einige Nebenfiguren, die es mir angetan haben und mich einfach nicht loslassen. Natürlich liebe ich die wunderbaren Hamburg-Details, aber auch die poetischen Textstellen und die Geschichten innerhalb der Geschichte. Und den Leuchtturm! Eine faszinierende Mischung, die mich sehr begeistert hat. Und von Thilo Corzilius muss ich wohl doch endlich mal einen Roman lesen, bisher kenne ich von ihm nur Kurzgeschichten …

Zitat:

Natürlich waren wir alle irgendwie Spinner. Mehr oder weniger. Das war es wohl, was die Welt früher oder später aus uns machte.

BuCon 2015

Da war doch noch was, da war doch noch was … Mein Bericht von der BuCon fehlt ja noch! ;) Ich war an dem Morgen etwas später dran als geplant, weil ich ein wenig länger geschlafen hatte und auch einen größeren Schüchternheitsanfall überwinden musste. Also schnell gefrühstückt, eine große Flasche Wasser zu den Signierbüchern in den Rucksack gepackt und dann ging es los!

Als erste Lesung hatte ich mir die von Ulf Fildebrandt zu „Dunkelwärts“ ausgesucht, Science Fiction – also ein für mich untypisches Genre. Eine Expedition in die Finsternis des ewigen Eises und Legenden über Götter und Orte, an denen Menschen nicht willkommen sind, machten mich aber neugierig. Das was der Autor als Einführung in seinen Roman und seine Welt erzählte, fand ich auch irgendwie spannend, aber leider haben mich die gelesenen Szenen verschreckt. Und hauptsächlich nicht mal wegen dem Inhalt, sondern wegen der Art, wie gelesen wurde. Gleichtönig, ohne Betonungen, zu schnell – ich hatte Schwierigkeiten, mich darauf zu konzentrieren und richtig zuzuhören.

Ulf Fildebrandt

Danach bin ich spontan zu der Lesung von Ju Honisch gegangen, die aus „Wahre Märchen 2“ las. Eine Sammlung von elf klassischen Märchen in neuem Gewand mit Fotos der Künstlerin Annie Bertram. Ju hat ihre eigene Geschichte „Aschenputtel“ und den Beginn von „Rumpelstilzchen“ von Christian von Aster gelesen. Beides hat mich völlig gebannt und auch zum Lachen gebracht, die stimmungsvollen Neuinterpretationen gefallen mir sehr. Das wunderschöne Buch habe ich schon länger, allein weil mein Lieblingsmärchen von Björn Springorum neu erzählt wird – das wird sicher schön düster. Momentan renne ich aber noch meinem Anspruch und einigen offenen Rezensionen hinterher, aber wenn wieder mehr Luft ist, um auch Anthologien gerecht zu werden, ist das sicher bald dran … Und darauf freue ich mich schon sehr!

Ju Honisch

Nach einem Besuch bei der Asia-Hütte (für mich gab es wieder das leckere Gemüse in Curry-Kokusmilch-Soße mit Reis) musste ich mich dann mal so langsam entscheiden: Folge ich meinem Plan und gehe weiter auf Lesungen oder versuche ich zumindest ein paar der Leute zu finden, die ich treffen wollte? Das Problem ist neu. :) Ich habe mich dann gegen den Plan entschieden und bin zu den Ständen gegangen, wo ziemlich viel los war. Trotzdem habe ich relativ schnell Demetria Cornfield gefunden, die „in echt“ mindestens genauso lieb ist wie auf Facebook. Und ich hatte das Glück, dass sogar noch Exemplare von „Der Wächter des Sternensees“ da waren (am Tag davor war ja die Leserparty) und ich mir ein Taschenbuch kaufen konnte, das mit einer supertollen Signatur aufgehübscht wurde.

Danach habe ich mir am Stand vom Verlag Torsten Low noch den frisch erschienenen Kurzgeschichtenband „Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“ von Oliver Plaschka gekauft, bevor es zur nächsten Lesung ging. Dort las Katharina Gerlach aus „Regen für Juma“ und David Pawn aus „Zaubertränke für Anfänger“. Also zwei Qindie-Autoren in einer Lesung! Das erste Buch hatte mir ja sehr gefallen, daher waren da auch ganz viele Bilder und Gefühle wieder da – es haben nur ein paar Sätze gereicht, und schon war ich wieder mitten in der Geschichte. Bei der Lesung zum anderen Buch musste ich oft grinsen, da gab es einige Szenen, die meinen Humor getroffen haben. Ich war auf der letzten Leipziger Buchmesse auch auf einer Lesung zu dem Roman, diesmal wurden aber überwiegend andere Stellen gelesen – so dass ich da viel Neues entdecken konnte. Seiten, die mich mehr ansprechen und dafür gesorgt haben, dass ich mir das Buch nochmal genauer anschauen muss.

Katharina Gerlach und David Pawn

Danach habe ich mich ein bisschen verquatscht, so dass die nächste „meiner“ Lesungen schon im vollen Gange war. Einerseits war das sehr schade, weil ich es doch endlich mal zu einer Lesung von Judith und Christian Vogt schaffen wollte, aber andererseits habe ich in der unverhofften Pause Fabienne Siegmund getroffen. Nur kurz, aber es hat für eine Umarmung und die Erfüllung eines Signaturwunsches gereicht. Diesmal habe ich ihr „Das zerbrochene Mädchen und andere Erzählungen“ unter die Nase gehalten.

Danach hat mir dann mein Kreislauf mitgeteilt, dass er unbedingt frische Luft braucht. Guter Zeitpunkt! Also habe ich mich eine knappe halbe Stunde draußen rumgetrieben, bevor es zur Drachenelfen-Lesung von Bernhard Hennen ging. Er hatte wieder das Glück, dass Fragen gestellt wurden und sich das Vorlesen daher in Grenzen hielt. ;) Mit den Elfen geht es entweder mit einer in sich abgeschlossenen Geschichte über Emerelles Jugend (was nicht heißt, dass es nicht weitere geben könnte) oder einer Trilogie über Iskendria weiter, die aus der Sicht von Menschen erzählt wird und in der Elfen keine große Rolle spielen (Umfang ähnlich der Elfenritter-Reihe). Es gibt Verhandlungen zu einem Sammelband, der die Elfen-Kurzgeschichten aus den neuen Ausgaben und die nur als eBook veröffentlichte Kurzgeschichte „Kinder der Nacht“ beinhaltet. Die Ganda-Geschichte erscheint möglicherweise auch als Hörspiel, die Finanzierung ist aber noch unklar. Es ging aber auch um Probleme zur englischen Übersetzung (Kosten, Preisaktion und Umsatz), das Elfen-Wiki, die deutsche Dependance von Jacoby & Stuart (Umbruch bei den Verlagen in den nächsten Jahren, weil die Übersetzung ausländischer Bestseller im gleichen Verlag erscheinen wird und nicht mehr bei deutschen Verlagen) und den Einfluss der eBooks.

Bernhard Hennen

Zum Signieren war ich natürlich auch und wir haben ein wenig über die Messe und „King & Fools“ gesprochen. Der Game of Thrones-Vergleich, der mich ja so unsicher macht ob das eine Reihe für mich ist, wurde vom Verlag gewünscht, passt aber nicht so wirklich – daher sind die Autoren darüber auch nicht so glücklich, weil er einfach falsche Erwartungen weckt. Und bei meinem Testlauf sollte ich dann wohl auch dem zweiten Band eine Chance geben, weil Natalie Matt da eine ganz eigene Perspektive mit reinbringt. Ich bin neugierig, mal wieder …

Kurz bevor ich mit dem Signieren dran war, habe ich gesehen, dass Oliver Plaschka noch am Signiertisch nebenan war. Also habe ich mich danach schnell umgedreht … weg war er. Dabei hatte ich ja noch ein Buch, das signiert werden möchte. Statt ihn zu finden, habe ich aber Astrid Rauner getroffen und wir haben uns sehr nett unterhalten. :) Danach stand ich dann vor der Entscheidung, mir entweder einen Sitzplatz für die Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises zu sichern oder nochmal zu versuchen, Oliver zu finden. Ich hab es dann mit dem Suchen versucht und nach einer Weile tatsächlich Glück gehabt!

Bei der Verleihung habe ich dann nicht so lange durchgehalten. Anfangs ging es noch, sicher weil ich da öfter mal grinsen musste und auch ziemlich abgelenkt war (hauptsächlich durch die Verleihung des BuCon-Ehrenpreises an Bernhard Hennen und die Laudatio von Tom Finn). Aber dann zog sich die Veranstaltung, die für mich wichtigste Kategorie wollte und wollte nicht kommen, meine Füße haben immer deutlicher gerufen, dass sie nicht mehr können. Und da meine Favoriten ja nie einen Preis gewinnen, bin ich dann irgendwann gegangen. Und was passiert? Mein Favorit gewinnt – Bernd Perplies hat doch tatsächlich in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ gewonnen! Ich war verblüfft und hab mich riesig gefreut, im Hotelzimmer. ;) Alle Gewinner und die Reihenfolge der Platzierungen findet ihr hier.

BuCon

So sah also die BuCon 2015 für mich aus! Das erste Mal habe ich auch hier deutlich gemerkt, dass ich nicht zu den „typischen“ Bloggern gehöre – nur fühlte es sich hier nicht wie ein Defizit an. Ich hatte jede Menge Spaß, war auf einigen Lesungen und es gab viele nette Gespräche – mal kürzer und mal länger. Und sicher mehr Eindrücke, als ich aufnehmen konnte. :)

Evelyn Boyd – Das verwunschene Karussell

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im Juli 2015
Verlag: impress
Autorenseite

Rezension

Caitlin reist nach New England, um als Alleinerbin die Angelegenheiten ihrer verstorbenen Lieblingstante Megan zu regeln – und herauszufinden, was genau passiert ist. Hat ihr Tod etwas mit dem historischen Karussell zu tun, an dessen Restauration sie zusammen mit dem geheimnisvollen Alan gearbeitet hat? Caitlin entschließt sich dazu, diese Arbeit fortzuführen – aber es gibt auch Menschen, die das nicht gerne sehen und sie davon abbringen wollen …

Die Geschichte beginnt mit einem düsteren Prolog, der Megans letzte Momente zeigt und auch eine mysteriöse Stimmung verbreitet. Unheimlich und gleichzeitig fesselnd, denn meine Neugier war geweckt: Wer war dieser Schatten im Nebel und was wollte er von Megan?

Danach lernen wir Caitlin und ihr Leben in London kennen. Der Zugang zu ihr fiel mir leicht, ich mochte die Mischung aus Zurückhaltung, Neugier und Zielstrebigkeit. Und dass sie nicht einfach der Begeisterung ihrer Freundin oder dem Wunsch ihrer Mutter folgt, sondern sich die Zeit nimmt, das für sie Passende zu finden. Gut gefallen haben mir auch die Erinnerungen an ihre Tante, die zeigen, warum diese für sie der wichtigste Mensch in ihrem Leben war.

Port Pine stellt sich als ein winziger Küstenort heraus, mit weiß und hellblau gestrichenen Häusern, maritimer Dekoration und Läden, die mittags geschlossen haben. Die Einwohner sind eigensinnig, verschroben, rätselhaft oder auch einfach nur nett – eine Mischung, die auf mich sehr authentisch wirkt. Neben dem geheimnisvollen Alan, der sich schnell in mein Herz geschlichen hat, mochte ich auch Sally besonders gern: Megans Freundin und Inhaberin eines Buchladens, in dem ich zu gerne mehr Zeit verbracht hätte – bei einer Tasse Tee und mit einem Stapel Bücher neben mir.

Aber nicht alles ist so beschaulich, wie es klingt! Es gibt Geheimnisse und Interessen, die Caitlin gefährlich werden können. Und natürlich die mystische Legende um das Karussell, welches nun mitten im Wald steht. Die Geschichte wird in leisen Tönen erzählt, ist aber dennoch durchgehend spannend und bietet einige Überraschungen. Neben der wunderbar dichten Atmosphäre gefällt mir auch die zarte Liebesgeschichte und das Spiel mit der Legende – man rätselt, ob die Ereignisse etwas damit zu tun haben oder nicht.

Ich liebe die dichte Atmosphäre und die Legende um das Karussell. Es gibt unheimliche Szenen, die mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen, aber auch ruhige Momente, Spannung und etwas Romantik. Eine gelungene Mischung, mit der ich an einem verregneten Tag eine wunderbare Zeit hatte.

SERAPH-Literaturpreis: Neuigkeiten und die Longlists 2016!

Bereits seit 2012 prämiert eine unabhängige Expertenjury im Auftrag der Akademie die besten phantastischen Werke in den Kategorien „Bestes Buch“ und „Bestes Debüt“. In diesem Jahr wird der Preis erstmals in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse vergeben.

Am Donnerstag, den 17. März, 19 Uhr findet im Theaterhaus Schille „Der große Fantasy-Leseabend“ mit hochkarätiger Besetzung statt. Die Veranstaltung ist phantastischer Literatur für Jung und Alt gewidmet und soll als Treffpunkt für Autoren wie für ein interessiertes Publikum dienen. Neben Bettina Belitz, Kim Kestner, Markus Heitz und Seraph-Vorjahressieger Kai Meyer erwartet die Gäste als Höhepunkt der Veranstaltung die Lesung der Preisträger des Jurypreises der Phantastischen Akademie „SERAPH 2016“. Danach sind die Gäste eingeladen zu diskutieren, sich kennenzulernen und sich inspirieren zu lassen.

© Phantastische Akademie

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Folgende Autoren haben die Chance auf den diesjährigen SERAPH:

SERAPH 2016 Titel der Longlist „Bestes Debüt“

  • Boege, Luise: Kaspers Freundin (Reinecke & Voß)
  • Brox, Kirsten: Matamba (Verlag Feder&Schwert)
  • Capiti, Carmen: Das letzte Artefakt (Papierverzierer Verlag)
  • Illger, Daniel: Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts (Hobbit-Presse/Klett Cotta)
  • Loewe, Maja: Die Augen des Iriden (Papierverzierer Verlag)
  • Pfyl, Luzia: Cesario Aero (Verlag Ohneohren)
  • Riescher, Bianca M.: Mitternachtsrot – Eine Erzählung aus Dschanor (Verlag Ohneohren)
  • Waßmann, Arndt: Der Weg der Maga (Verlag Torsten Low)
  • Weinert, Simon: Tassilo, der Mumienabrichter (Verlag Das Beben)

SERAPH 2016 Titel der Longlist „Bestes Buch“

  • Aster, Christian von: Das eherne Buch (Hobbit-Presse/Klett Cotta)
  • Blazon, Nina: Der Winter der schwarzen Rose (cbt)
  • Brandhorst, Andreas: Das Schiff (Piper Verlag)
  • Corzilius, Thilo und Siegmund, Fabienne: Das Mädchen und der Leuchtturm (Verlag Ohneohren)
  • El-Bahay, Akram: Flammenwüste 2 – Der Gefährte des Drachen (Bastei-Lübbe)
  • Funke, Cornelia: Reckless 3 – Das goldene Garn (Dressler Verlag)
  • Gates, Robin: Feuermuse (Gmeiner-Verlag)
  • Gläser, Mechthild: Die Buchspringer (Loewe)
  • Hasse, Stefanie: BookElements 1 – Die Magie zwischen den Zeilen (Impress /Carlsen)
  • Mocikat, Anna: MUC – Die verborgene Stadt (Knaur)
  • Orgel, T.S.: Die Blausteinkriege 1 – Das Erbe von Berun (Heyne Verlag)
  • Reß, Alessandra: Spielende Götter (Verlag Ohneohren)
  • Schreckenberg, Michael: Nomaden (Juhr Verlag)
  • Speer, Natalie: Frostseelen (Bastei-Lübbe)
  • Trecksel, Bernhard: Nebelmacher (Blanvalet)

Erstmalig verliehen wird der Preis 2016 außerdem in den Kategorien „Bester Independent-Autor“ und „Fantasy-Liebling“. Die neue Kategorie für Selfpublisher entstand in Kooperation mit Neobooks. Bis zum 18. Januar können sich Self-Publisher unter www.neobooks.com/indie-autor-preis/der-preis dafür bewerben.

© Phantastische Akademie

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Quellen:

Diandra Linnemann – Lilienschwester

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im Dezember 2015
Autorenseite

Rezension

Die 17-jährige Lilja ist Halbwaise und hat es mit einem Alkoholiker als Vater nicht leicht. Eines Abends rettet ihr ein geheimnisvoller Fremder das Leben und behauptet, er sei geschickt worden, um sie nach Hause zu holen. Nur spricht er nicht von ihrem Zuhause, sondern einer anderen Welt. Am nächsten Tag bleibt ihr keine andere Wahl, als ihm in diese andere Welt zu folgen, wo nicht nur eine Zwillingsschwester auf sie wartet, von der sie nichts wusste, sondern auch ungeahnte Schwierigkeiten …

Ich habe schnell in die Geschichte gefunden, vor allem weil sich alles so nah anfühlte und ich die Atmosphäre mochte. Die erste Szene wirkt wie aus dem realen Leben gegriffen, kurz danach wird es aber auch schon ein wenig unheimlich, geheimnisvoll und magisch. Diese stimmungsvolle Mischung hat mir gefallen – und mich gefangen genommen.

Genauso wie Lilja, die Antworten einfordert und neugierig ist, sich aber nicht völlig von der neuen Welt und ihren Gepflogenheiten vereinnahmen lässt. Sie folgt nicht einfach den Vorgaben und Reaktionen der anderen, sondern sucht nach Lösungen – und ihrem eigenen Weg. Und sie ist nicht auf den Mund gefallen, ihre Dialoge mit Robin haben mich öfter zum Grinsen gebracht. Ihn mag ich ja auch sehr, genauso wie eine andere Figur, die von der Gesellschaft gemieden wird, obwohl sie eine sehr wichtige Aufgabe hat.

Die erschaffene Welt steckt nicht nur voller Geheimnisse, sondern auch voller Gefahren. Vieles hat mich neugierig gemacht, und zu einigen Dingen hätte ich gern noch etwas mehr erfahren – nicht weil es für die Geschichte wichtig gewesen wäre, sondern einfach weil ich so fasziniert davon war. Die Magie ist immer präsent, aber nicht aufdringlich – ein wichtiger Teil des Romans, aber nicht das zentrale Thema.

„Lilienschwester“ ist nur 144 Seiten lang, hinterlässt bei mir aber viele intensive Eindrücke und Bilder. Eine fesselnde, stimmungsvolle und abwechslungsreiche Lektüre, die mich auch überraschen konnte. Wunderbar magisch, aber auf eine andere Weise als „Magie hinter den sieben Bergen“.

[Blogparade] Zum Jahresabschluss 2015 …

Da wäre die Blogparade von BuchSaiten doch fast dem Chaos zwischen den Jahren zum Opfer gefallen, aber auf den letzten Drücker kommt jetzt doch noch mein Beitrag. Also auf zur 7. Ausgabe der Zum-Jahresabschluss-Blogparade, einer inzwischen liebgewonnenen Tradition!

BSBP15

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Ich habe kein Buch gelesen, von dem ich mir wenig versprochen habe, aber es gibt zwei Romane, bei denen ich ein wenig in der Zwickmühle war. Weil es da Dinge gab, bei denen ich mir nicht sicher war, ob ich sie mögen würde – gleichzeitig machten mich die Geschichten aber auch sehr neugierig. Ich habe mich da dann einfach von meiner Neugier leiten lassen … Glücklicherweise, denn beide Bücher haben mich sehr begeistert!

Tod dem Zaren“ von Selma J. Spieweg klang nach „reinem“ Steampunk und ich war mir nicht sicher, ob ich damit klarkommen würde. Im Clockwork-Cologne-Universum ist auch Steamfantasy zu finden, aber diese Geschichte hörte sich nicht danach an – und ich hatte auch Bedenken, ob es mir vielleicht zu technisch werden könnte. Wurde es aber nicht, die Mechanik fühlte sich manchmal sogar wie Magie an! Mich erwartete da ein faszinierender Roman, an dem mich auch die dichte Atmosphäre und Boris‘ Entwicklung begeistert haben.

Bei „Silbernes Band“ von Monika Jaedig lag es einfach daran, dass ich um Vampirgeschichten normalerweise einen Bogen mache. Auch weil ich keine übermäßig blutigen Geschichten (abseits von epischen Schlachten) mag, aber nicht nur. Und was passiert mir? Ein Vampir erwischt mich so sehr, dass er sogar zu meiner Lieblingsfigur geworden ist. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen … Eine intensive Geschichte, die sowohl tragisch als auch romantisch ist. Und ich liebe die eingeflochtene Erzählungen im isländischen Sagastil!

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Das war „Wen das Meer ruft“ von Kim Henry. Ich hatte mich auf eine meerige und geheimnisvolle Geschichte gefreut, nur leider ist atmosphärisch kaum etwas bei mir angekommen. Wasser und Wind toben – und ich stand irgendwo ganz weit weg. Kaum Meer-Gefühl. :( Leider waren mir auch die Figuren etwas zu weit weg, irgendwie habe ich nicht so recht Zugang zu ihnen gefunden. Wirklich schade, denn der Rest des Romans hat mir ganz gut gefallen. Nur sind mir die Nähe zu den Figuren und die Atmosphäre einfach sehr wichtig.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Ich habe gleich fünf Autoren neu für mich entdeckt! Ein sehr ergiebiges Jahr, obwohl ich ja gar nicht soo viele Bücher lese. :) Von Anja Bagus habe ich Waldesruh gelesen und wurde auch von der Kombination aus Steampunk und Mythen völlig fasziniert. Monika Jaedig konnte mich wie bereits oben erwähnt mit „Silbernes Band“ davon überzeugen, dass ihre isländischen Unsterblichen genau mein Ding sind und ich ganz unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. Diandra Linnemann habe ich mit ihren Allerseelenkindern kennengelernt und war von diesem stimmungsvollen und magischen Fantasy-Krimi begeistert. Nicht weniger magisch geht es in „Der Wächter des Sternensees“ von Demetria Cornfield zu, einer berührenden und spannenden Geschichte über einen Magierorden, okkulte Riten, Macht, den „Dunklen“ und andere geheimnisvolle Wesen. Und dann habe ich mit „So kalt wie Eis, so klar wie Glas“ noch Oliver Schlick entdeckt, der mich mit seinem mystisch-stimmungsvollem Winterbuch und den Details zur Wilden Jagd verzaubert hat.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Das war das Cover von „Die letzten Eiskrieger (Drachenelfen 4)“ von Bernhard Hennen, weil es für mich sehr stimmig ist und auch einen Teil der Geschichte zeigt. Ich mag das Schwert, das „Eisige“, die Atmosphäre, die Farben. Und ich liebe es, wie ich immer in das Buch gezogen werde, sobald ich das Cover sehe! Da muss ich mich dann zusammenreißen, weil ich sonst meinem Kopfkino hilflos ausgeliefert bin … ;)

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2016 lesen und warum?

Es gibt einige Reihen, auf deren neu erscheinende Fortsetzung ich schon sehr gespannt bin – beispielsweise das Finale der Drachenelfen-Saga von Bernhard Hennen, den letzten Band der Nimmerherz-Legende von Erik Kellen und den zweiten Band der Wächter-Reihe von Demetria Cornfield. Von Christoph Marzi erscheint ein Uralte-Metropole-Roman, auf den ich schon sehr hibbele. Ich möchte aber auch unbedingt einige Reihen weiterlesen, die hier schon auf mich warten: Der zweite Teil „Imperium der Drachen“ von Bernd Perplies, „Magie hinter den sieben Bergen“ 3 + 4 von Diandra Linnemann, mindestens den zweiten Teil der Silbernes-Band-Reihe von Monika Jaedig und auch aus der losen Obsidianherz-Serie von Ju Honisch stehen hier noch zwei ungelesene Bände. Dann endlich etwas von Astrid Rauner sowie Judith und Christian Vogt. Den Kurzgeschichtenband von Oliver Plaschka, „Nordwärts“ von Bernhard Hennen und Robert Corvus, den ersten Teil der Blausteinkriege von T.S. Orgel – und Fabienne Siegmund haut ja auch ein Buch nach dem anderen raus. ;) Ich höre besser auf! Und kann mich einfach nicht für „das Eine“ entscheiden …

Bernhard Hennen – Die letzten Eiskrieger (Drachenelfen 4)

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im März 2015
Verlag: Heyne
Autorenseite

Rezension

Nachdem der Friedenspakt zwischen Drachen und Devanthar in den Flammen von Selinunt endgültig zu Asche geworden ist, will jeder den ersten Schlag im Kampf um das magische Nangog führen. Aaron schart Krieger aus allen sieben Menschenreichen um sich, während eine kleine Truppe bereits von Albenmark nach Nangog unterwegs ist. Nandalee will nichts mehr mit den Himmelsschlangen zu tun haben, doch Nachtatem bringt sie in den Jadegarten, um dort ihre Kinder zur Welt zu bringen …

Bernhard Hennen hat es mit seiner stilvollen Sprache und der eindringlichen Atmosphäre wieder geschafft, mich von der ersten Seite an tief in seine Welten zu entführen. Anfangs ist da noch der Gedanke: Wow, was für ein Wälzer! Aber während ich die intensiven Bilder, Stimmungen und Gefühle genieße und mitgerissen werde, fliegen die Seiten nur so dahin und mein Lesezeichen wandert immer weiter nach hinten.

Nandalee zerbricht fast an ihrem Verlust – und ich stehe in einem See aus Tränen, weil diese Wunde bei mir wieder aufgerissen ist und blutet. Allein daran merkt man schon, dass mich die Reihe emotional sehr berührt und fordert, was ich meistens liebe, aber manchmal auch hasse. Und leider ist es auch in diesem Band wieder so, dass ich eine meiner Lieblingsfiguren gehen lassen muss. Schrecklich!

Die Entwicklungen sind natürlich auf das Finale ausgerichtet, und doch ist es anders als erwartet, weil den Nebenfiguren viel Platz eingeräumt wird. Zentrale Hauptfiguren wie Nandalee und Aaron tauchen meist nur am Rande auf, dafür wurden andere Charaktere weiter ausgebaut und die Geschichte erhält durch neue Erzählperspektiven noch mehr Facetten.

Nodon ist mir in diesem Band doch sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich ihn davor nicht wirklich mochte. Ich finde es ja immer beeindruckend, wenn sich meine Sicht auf eine Figur so sehr ändert, weil ich sie besser kennenlerne. Oft passiert das ja auch nicht. ;) Aber die Strafe folgte auf dem Fuß, denn nicht nur Nodon musste leiden, sondern auch ich. Und wie! Eine der beiden Szenen, die mich noch lange in meinen Alpträumen verfolgt hat, war auch mit ihm. Und als mir bewusst wurde, wie sehr ich ihn mag, war mein erster Gedanke: Er ist tot! Das kommt also dabei raus, wenn der fiese Autor meine Lieblingsfiguren ständig umbringt …

„Die letzten Eiskrieger“ war für mich eine berührende, tiefgründige und sehr faszinierende Lektüre mit so einigen Überraschungen. Mich hat wieder einmal die Komplexität beeindruckt, nichts passiert „einfach so“ – alles hat eine Bedeutung und ist miteinander verbunden. Die Geschichte ist magisch und manchmal gleichzeitig so verstörend, dass ich völlig geschockt bin und mein Kopfkino am liebsten abstellen würde. Aber es ist wie ein Sog, dem man nicht widerstehen kann und will – ganz egal, was dabei mit einem passiert. Darum bin ich auch schon sehr gespannt auf das Finale!

Reihenfolge

  1. Drachenelfen
  2. Drachenelfen. Die Windgängerin
  3. Drachenelfen. Die gefesselte Göttin
  4. Drachenelfen. Die letzten Eiskrieger
  5. Drachenelfen. Himmel in Flammen (März 2016)

Regina Mengel – Verdammter Ostwind (Windsbraut 1)

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im November 2015
Autorenseite
Qindie

Rezension

Hope, eine neugeborene Windsbraut, wird nach wenigen Wochen durch einen dummen Unfall von ihren Schwestern getrennt. Sie irrt tagelang auf den Winden umher, bis es ihr gelingt, zu landen und im Haus am Ende des Strandes eine Nacht neben Nicolas zu verbringen. Am nächsten Morgen hört sie auf ihr Herz und bleibt bei dem jungen Iren, obwohl es den Windsbräuten verboten ist, länger als eine Nacht an einem Ort zu verweilen. Welche Folgen wird ihre Entscheidung haben?

Bereits die ersten Seiten der Geschichte konnten mich fesseln, ich war neugierig darauf, was hinter den Windsbräuten steckt und warum Hope solche Schwierigkeiten hatte, das Reiten der Winde zu lernen. Mir gefielen die Beschreibungen der verschiedenen Windarten, durch die ich gleich mitten in der Geschichte war. Daran hatte ich sicher auch solche Freude, weil ich Wind sehr mag und die unterschiedlichen Arten vor meinem inneren Auge sehen konnte.

Hope ist etwas naiv, was für mich durch ihre Unwissenheit und Jugendlichkeit aber mehr als nachvollziehbar ist. Sie rebelliert gegen Regeln, weil sie lieber ihrem Herz folgt und ihre eigenen Regeln finden will. Hope macht sich keine Gedanken über die möglichen Folgen und verdrängt die Auswirkungen ihrer Anwesenheit lange, weil sie einfach nur mit Nicolas zusammensein möchte. Aber es kommt der Tag, an dem sie sich der Problematik stellen muss …

Neben Hope ist mir Kate am meisten ans Herz gewachsen, Nicolas Großmutter. Wie könnte ich jemanden, der sich mit alten Legenden auskennt, derart liebevoll mit ihrem Enkel umgeht und so in sich ruht, auch nicht mögen? Und dann wäre da noch ein geheimnisvolles Wesen, das mich sehr fasziniert!

Ich hatte auch viel Spaß beim Spekulieren! Welche Szenen entsprechen dem „normalen“ Charakter der Figuren und in welchen spürt man Hopes Einfluss? Wie genau sehen die Folgen der längeren Anwesenheit einer Windsbraut aus? Gibt es Unterschiede – und wenn ja, wodurch entstehen sie?

Der Roman bietet viele Überraschungen – und auch mehr Action als gedacht! Phasenweise blieb dadurch die Windsbraut-Thematik im Hintergrund, aber die Geschichte konnte bei mir mit dem Krimi-Anteil genauso punkten. Eine reizvolle Mischung, auch wenn ich das ein oder andere Mal etwas geschockt war.

Der erste Teil der Windsbraut-Trilogie endet mit einem kleinen aber für mich sehr passendem Cliffhanger, denn er markiert das Ende eines Abschnitts. Hopes Weg können wir dann im zweiten Band „Rihalimons Geheimnis“ weiterverfolgen, der voraussichtlich im späten Frühjahr 2016 erscheint.

„Verdammter Ostwind“ war eine geheimnisvolle und spannende Lektüre, die mich auch mit dramatischen Szenen überraschen konnte. Die Windsbräute sind ein reizvolles Thema und ergeben zusammen mit der Romantik und dem Krimi-Anteil eine fesselnde Mischung, die für Abwechslung sorgt und mir sehr gefallen hat. Ich bin schon gespannt, wie es mit der Reihe weiter geht!

Reihenfolge

  1. Verdammter Ostwind
  2. Rihalimons Geheimnis (spätes Frühjahr 2016)
  3. ? (Herbst 2016)

Qindie

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