Fantasywoche

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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Buchvorstellung der Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus

Vor mehr als 25 Jahren entstand die Phileasson-Saga von Bernhard Hennen als Abenteuer-Kampagne für das Fantasy-Rollenspiel Das Schwarze Auge. Nun werden diese Abenteuer als (hoffentlich) zwölfteilige Romanreihe umgesetzt, die Bernhard Hennen gemeinsam mit Robert Corvus schreibt. Im Rahmen der Fantasywoche stelle ich euch heute die bisher im Heyne-Verlag erschienenen Bücher der Phileasson-Saga vor. Und die Autoren:

Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit seiner Elfen-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt mit seiner Familie in Krefeld.

  • Webseite
  • Erste Romanveröffentlichung: Der Sturm, 1990.
  • Liebstes Buch unter den eigenen Werken: Drachenelfen – Himmel in Flammen.
  • Liebste Bücher (gelesen): Die Uhtred-Saga (Bernard Cornwell), Kind 44 (Tom Rob Smith).
  • Motto: Niemals aufgeben!

Robert Corvus, 1972 geboren, studierte Wirtschaftsinformatik und war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig, bevor er mehrere erfolgreiche Fantasy-Romane veröffentlichte. Er lebt und arbeitet in Köln.

  • Webseite
  • Erste Romanveröffentlichung: Sanguis B. Vampire erobern Köln, 2005.
  • Liebstes Buch unter den eigenen Werken: Schattenkult.
  • Liebste Bücher (gelesen): Sternenflut (David Brin), Das Lied von Eis und Feuer (George R. R. Martin), Elric von Melniboné (Michael Moorcock).
  • Motto: Das Abenteuer beginnt jenseits des Bekannten.

Band 1: Nordwärts
Erschienen am 11. April 2016
496 Seiten
ISBN: 978-3453317512
Verlagsseite


Klappentext:

Das größte Abenteuer aller Zeiten

Mythen und Sagen ranken sich um die Rivalität der beiden Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn dem Blender. Nun soll eine Wettfahrt entscheiden, wer von beiden der größte Seefahrer aller Zeiten ist und sich fortan König der Meere nennen darf. In achtzig Wochen müssen Phileasson und Beorn den Kontinent Aventurien umrunden, und dabei Prüfungen bestehen, denen sich noch nie ein Mensch zu stellen wagte. Es ist der Beginn des größten und gefährlichsten Wettlaufs, den Aventurien je gesehen hat …

Raubeinige Helden, tödliche Magie und eine atemberaubende Queste – Nordwärts ist der Auftakt zu einem gewaltigen neuen Fantasy-Epos.

Wir befinden uns bei den Thorwalern, einem Seefahrervolk aus dem Nordwesten Aventuriens, das als Plünderfahrer gefürchtet und als Handelspartner geschätzt wird. Mit ihren Drachenschiffen steuern sie alle Küsten des Kontinents an und die Ottajasko, die Schiffsgemeinschaft, ist ein unverzichtbarer Baustein der thorwalschen Gesellschaft.

Phileasson und Beorn unterscheidet nicht nur, dass der eine Thorwals größter Entdecker und der andere Thorwals gefürchtetster Plünderfahrer ist. Sie wählen ihre Ottajasko auch nach verschiedenen Kriterien aus und gehen unterschiedlich mit ihrer Mannschaft um. Die Gefährten, die sie sich für diese Reise erwählt haben, lernt man nach und nach besser kennen. Mir gefällt, dass sie nicht nur ihre Ecken und Kanten haben, sondern manche von ihnen schon jetzt innere Konflikte zeigen oder einfach eher im grauen Bereich angelegt sind. Die Einblicke in die Vergangenheit sind wie Geschichten in der Geschichte und machen diesen Roman auch sehr facettenreich.

Meine Rezension findet ihr hier, und bei der Buchfee ist auch eine erschienen. Oder ihr schaut mal in die Leserunde, dort finden sich noch weitere Meinungen.


Band 2: Himmelsturm
Erschienen am 08. August 2016
480 Seiten
ISBN: 978-3453317529
Verlagsseite

Klappentext:

Die beiden großen Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zur legendärsten Wettfahrt angetreten, die Aventurien je gesehen hat: Den ganzen Kontinent müssen sie umrunden und sich dabei gefährlichen Prüfungen stellen. Nur der Sieger wird sich mit dem Ehrentitel „König der Meere“ schmücken dürfen. Ihr zweites Abenteuer führt die Rivalen ins ewige Weiß des Nordens zum sagenumwobenen Himmelsturm. Doch der Turm hat seinen eigenen Willen, und so geraten die beiden Helden und ihre Gefährten bald in tödliche Gefahr …

Der Himmelsturm taucht in Sagen auf, von denen niemand mehr weiß, wie alt sie sind. Ist an ihm das Firmament aufgehängt, sodass Himmel und Erde sich voneinander trennen, wenn er zerbricht? Ist er der Pfad, den die Götter genommen haben, um in die Welt zu gelangen? Oder die Brücke, über die die Himmelswölfe in die Nacht hinausgerannt sind, sodass ihre Augen nun als Sterne herableuchten?

Der Himmelsturm bietet nicht nur eine vergangene Kultur, sondern auch so einige Schrecken, die mich geschockt haben. Finster und gruselig … Trotz der düsteren Szenen war ich jedoch sehr von dem Buch fasziniert, was sicherlich auch an den vielen verschiedenen Facetten lag. Die Entdeckungen und Erlebnisse im Turm, die auf jeden einzelnen ihre Auswirkungen hatten – mal mehr und mal weniger. Die Vergangenheit, düstere Ereignisse, Kämpfe, Tragik, die Magierphilosophie. Und Dinge, die mich einfach verflucht neugierig gemacht haben …

Meine Rezension findet ihr hier. Die Buchfee ist auch in den Himmelsturm gereist, genau wie die Leserunde.


Band 3: Die Wölfin
Erschienen am 12. Dezember 2016
592 Seiten
ISBN: 978-3453317536
Verlagsseite

Klappentext:

Die beiden legendären Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zur größten Wettfahrt angetreten, die Aventurien je gesehen hat: den ganzen Kontinent müssen sie umrunden und sich dabei heroischen Prüfungen stellen. Nur der Sieger wird sich mit dem Ehrentitel „König der Meere“ schmücken dürfen. Ihr drittes Abenteuer führt die beiden Rivalen in den wilden Nordosten Aventuriens. Dort, in den verwunschenen Wäldern und weiten Ebenen, müssen sie die bisher gefährlichsten Aufgaben der gesamten Wettfahrt bewältigen …

Phileasson erfährt von einer tödlichen Seuche, die unter den Stämmen der Nivesen wütet. Shayas Vision deutet darauf hin, dass er die Krankheit besiegen muss, um die dritte der Aufgaben zu lösen, die ihn zum König der Meere machen sollen. Auch vom Weg des Wolfes ist die Rede, dem zu folgen sei. Sind auch damit die Nivesen gemeint, die auf besondere Weise mit den Wölfen verbunden sind? Nicht nur wachen die Sterne über sie, in denen sie die funkelnden Augen der Himmelswölfe erkennen. Ihre Schamanen heulen mit den Kindern der Nacht, wenn sie mit rasselnden Keulen die Geister herbeirufen. Und seltsame Geschöpfe leben unter den Nivesen …

Den Roman kenne ich noch nicht, aber ich erhoffe mir von ihm, dass ich die Nivesen und ihre Lebensweise besser kennenlerne. Dass ich mehr über Crottet erfahre, über seine Vergangenheit. Dass es auch mystisch wird. Und dass es Wölfe geben wird, immerhin tauchen sie im Zusammenhang mit den Nivesen oft auf – und der Buchtitel spricht da ja auch für sich. Wie genau sind Wölfe und Nivesen miteinander verbunden, und warum? Fragen über Fragen … Man merkt vielleicht, dass mich das schon im ersten Band ziemlich neugierig gemacht hat.

Die Leserunde war allerdings schon im dritten Band unterwegs!


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Die Mischung aus Abenteuerroman und Fantasy trägt mit dazu bei, dass mich diese Reihe bisher so begeistert hat. Immer neue Aufgaben, Rätsel, Visionen und Überraschungen – also auch viel Stoff zum Spekulieren. Eine Welt, die man nach und nach kennenlernt. In der einem verschiedene Kulturen und ihre Geheimnisse begegnen. Sehr abwechslungsreich, auch bei den Emotionen und der Atmosphäre. Der Humor trifft genau meinen Geschmack, was nicht ganz so einfach ist. Außerdem gibt es Figuren mit Ecken und Kanten, die Tiefe zeigen und dafür sorgen, dass ich über ihre Beweggründe und ihre Vergangenheit nachdenke. Warum reagieren sie so, wie sie es eben tun? Was auch wieder einen Teil der Spannung ausmacht.

Zuletzt habe ich euch noch drei Zitate aus dem ersten Band herausgesucht, um zumindest ein klein wenig von der Atmosphäre und den Figuren zu zeigen. Das erste Zitat führt uns zu Phileasson, der gerade dabei ist, Mitglieder für seine Ottajasko auszuwählen:

»Was macht der Elf da?« Phileasson stand auf.
Salarin war auf das Schiff geklettert. Genau genommen hing er außen am Bug und schmiegte sich an den Vordersteven, über dem der dunkelgrüne Drachenkopf prangte. Für die merkwürdigen Runen, von denen auch Ohm Follker lediglich sagen konnte, dass sie sehr alt waren, interessierte er sich jedoch ebenso wenig wie für die Eisenmaske mit den drei Augenschlitzen, die darauf festgenagelt war. Phileasson hatte das Stück in genau diesem Zustand auf seiner zweiten Güldenlandfahrt erworben. Seitdem schmückte es die Seeadler.
»Salarin denkt manchmal anders als wir Menschen«, erklärte Shaya, die versuchte, mit Phileasson Schritt zu halten.
»Er kann so verrückt sein, wie er will, aber nicht auf meinem Schiff.«
Salarin wandte den Kopf und sah ihn mit amethystvioletten Augen an. »Dieses Holz will fahren. Es singt eine Melodie voller Fernweh.«
Entwaffnet blieb Phileasson stehen. »Der ist wirklich verrückt!«

(aus Nordwärts, Seite 161)

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Das zweite Zitat führt uns zu Beorns Schiffsgemeinschaft, denen gerade eine neue Reisebegleitung vorgestellt wird:

»Wie der Kapitän bereits sagte, ich bin ein Elf. Ein seelenloses, unsterbliches Geschöpf. Mir ist jede Schandtat zuzutrauen, und deshalb werdet ihr mich brauchen, wenn ihr auf dieser Wettfahrt siegen wollt, um in den Sagas der Skalden unsterblich zu werden. Unsterblichkeit ist mein Geschäft.«

(aus Nordwärts, Seite 223)

Im letzten Zitat wechseln wir wieder zu Phileasson und begeben uns nach Olport, wo er Leomara begegnet – einem Mädchen, das mit der Welt der Geister verbunden ist:

»Etwas Altes fährt auf den Fluten, dessen Herz härter ist als das Eis der Gletscher.«
Die Stimme des Mädchens klang so dunkel, als käme sie aus der Brust eines kräftigen Ruderers. Es sprach Garethi mit einer Lautfärbung, die Phileasson vermuten ließ, dass es sogar noch südlich des Mittelreiches aufgewachsen war. »Weißes Fleisch wandert, wo es nicht sein sollte. Ahnungsloser Geist beschwört den Frevel der Alten.«
Von unheimlicher Faszination gebannt, starrte Phileasson das Mädchen an. Die Kleine stand nicht zufällig hier. Sie hatte gewusst, dass die Seeadler in diesem Moment anlanden würde. Was hatten ihre seltsamen Worte damit zu tun?

(aus Nordwärts, Seite 237)


Quellen:
Vita auf der Verlagsseite zu Nordwärts
Phileasson-Webseite

Der Blender und der Foggwulf: Figuren-Interview zur Phileasson-Saga

Im Rahmen der Fantasywoche durfte ich ein Figuren-Interview zur Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus führen. Was lag also näher, als die beiden Drachenführer zum Interview zu bitten? Bereits in jungen Jahren wurde ihnen prophezeit, dass einer von ihnen den Titel König der Meere tragen wird. Die Oberste Hetfrau, die Anführerin Thorwals, ruft die Wettfahrt um diesen Titel mit folgenden Worten aus:

Ihr sollt eine Reise antreten, die euch in die fernsten Winkel Aventuriens führen wird. Ihr werdet euch an Aufgaben beweisen, denen sich noch kein Mensch zu stellen wagte. Es wird eine Fahrt sein, wie sie nie zuvor ein Recke gewagt hat. Es wird ein Weg von Blut und Tränen sein. Ein Weg, so gefährlich, dass vielleicht keiner von euch beiden je wieder vor mich treten wird. Wer siegreich zu mir zurückkehrt, der darf sich fortan König der Meere nennen. Und kein anderer soll diesen Titel führen, solange er lebt!

(aus Nordwärts, Seite 119)

Die Thorwaler sind ein Seefahrervolk aus dem Nordwesten Aventuriens, das als Plünderfahrer gefürchtet und als Handelspartner geschätzt wird. Ihre Drachenschiffe steuern alle Küsten des Kontinents an und die Ottajasko, die Schiffsgemeinschaft, ist ein unverzichtbarer Baustein der thorwalschen Gesellschaft.

Hier noch ein paar Details zu den beiden Drachenführern:

 Asleif Phileasson, der „Foggwulf“
(berühmtester Entdecker Thorwals)
Beorn Asgrimmson, der „Blender“
(gefürchtetster Plünderfahrer Thorwals)
Körpergöße:1,82 Schritt1,76 Schritt
Haarfarbe:weißblondschwarz
Hauptwaffe:Schwert FejrisSchwert
Drachenschiff:SeeadlerSeeschlange

Ging es nicht eigentlich um ein Interview? Das wohl! Und damit geht es nun auch los …

Warum werdet ihr den Titel König der Meere erringen, was zeichnet euch dafür aus?

Phileasson: Niemand liebt das Meer so sehr wie ich. Die Zyklopeninseln und Kap Brabak, die Charyptik und das Nordmeer bis hinauf zu Yumudas Insel habe ich erkundet. Ich kenne die Küsten nicht nur im Osten, sondern auch im Westen des Meers der Sieben Winde. Wer außer mir hat zweimal das sagenhafte Güldenland bereist?
Beorn: Wir sind zum Wettkampf um diesen Titel angetreten und auch wenn der Foggwulf unbestritten ein großer Entdecker sein mag, so bin ich ohne Zweifel der zähere Kämpfer.

Und welchen Ruf hat der jeweils andere?

Beorn: Phileasson ist ein vom Glück gesegneter Entdecker. Wenn die Geschichten über seine Güldenlandfahrten denn stimmen, überlebt er Reisen, bei denen andere Drachenführer schon auf der Anfahrt ertrinken.
Phileasson: Aus Beorn hätte ein ehrenhafter Recke werden können, aber er hat sich entschlossen, ein gewissenloser Raubmörder zu werden. Seinetwegen weinen sich Waisen in den Schlaf, und rechtschaffene Menschen zittern, wenn sein Name an ihr Ohr dringt.

Warum habt ihr euch für den Weg des Entdeckers bzw. Plünderfahrers entschieden?

Phileasson: Ist es nicht das Versprechen der See, den Wagemutigen an unbekannte Gestade zu führen? Warum leben wir, wenn nicht, um die Wunder der Welt zu schauen?
Beorn: Ruhm stopft keine hungrigen Mäuler. Wer an meiner Seite reist, der muss sich bewusst sein, dass ich kaum ein Risiko scheue. Ich gehe dorthin, wohin andere nicht einmal ihre Träume führen. Wer diesen Einsatz wagt, der kehrt reich zurück. Fragt meine Ottajasko.

Und was würdet ihr als euren größten Erfolg bezeichnen?

Beorn: Mein Überfall auf Porto Paligan. Er hat mich reich gemacht. Aber stolz gemacht hat mich die Tatsache, dass die Al’Anfaner sich seit diesem Überfall nicht einmal mehr sicher fühlen, wo sie sich zuhause wähnen. Es war höchste Zeit, dieses Sklavenhalterpack das Fürchten zu lehren.
Phileasson: Die zweimalige Überquerung des Meeres der Sieben Winde. Aus dem Güldenland habe ich eine grüne Maske mit drei Augen heimgebracht, die nun das Drachenhaupt am Vordersteven der Seeadler schmückt.

Wonach habt ihr eure Ottajasko für die Wettfahrt ausgewählt?

Phileasson: Ich erwarte viele unterschiedliche Aufgaben. Niemand kann alles, aber in meiner vielfältigen Mannschaft wird sich immer jemand finden, der die Fähigkeiten mitbringt, die uns allen weiterhelfen. Ich habe eine hervorragende Fährtenleserin dabei, einen Magier, sogar einen Elfen. Und einen Skalden, der unsere Heldentaten besingt.
Beorn: Ich suche unerschrockene Kämpfer an meiner Seite. Unsere Reise führt uns ins Ungewisse. Da ist es gut zumindest in einem Punkt Gewissheit zu haben: In meiner Ottajasko findet sich niemand, der in der Gefahr Fersengeld geben wird. Ganz gleich, was sich uns in den Weg stellt.

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Erzählt uns doch etwas über das vielleicht ungewöhnlichste Mitglied.

Beorn: Üblicherweise vertraue ich nur echten Thorwalern. So ist gewiss der Elf Galayne der ungewöhnlichste Recke unter uns. Aber er hat sich bewiesen. Er hält seinen Platz im Schildwall wie jeder andere auch. Das wohl!
Phileasson: Ich habe gezögert, Leomara della Rescati an Bord zu nehmen. Eigentlich habe ich es nur deswegen getan, um ihren Onkel Vascal dabeizuhaben. Schließlich ist eine solch gefährliche Reise nichts für eine Neunjährige. Aber Leomara ist kein einfaches Mädchen. Sie steht in Kontakt mit der Welt der Geister, und ihre Visionen haben uns schon oft geholfen.

Wie seht ihr die beiden Travia-Geweihten bzw. ihre Rolle in eurer Ottajasko?

Phileasson: Ich erinnere mich an das Gespräch, das ich mit Shaya auf den Klippen vor Thorwal geführt habe. Eine steife Brise hat sie umgeweht, aber sie ist einfach wieder aufgestanden, hat den Schnee von ihrer orangeroten Robe geputzt und weitergeplappert. Trotz ihrer zierlichen Gestalt ist sie hart im Nehmen, und inzwischen ist sie zum Herzen unserer Schiffsgemeinschaft geworden.
Beorn: Ich sehe mit großer Sorge, wie sehr die Ereignisse im Himmelsturm Lenya verändert haben. Sie ist nicht mehr die, die sie einmal war. Ich fürchte, dass diese Veränderung Travias Missfallen erregt.

Erzählt uns doch etwas über euren Glauben an Swafnir.

Beorn: Der Gottwal lebt in dem Element, dem ich mich verschrieben habe. Er ist mir nahe, wenn ich mich der Ungewissheit der See anvertraue. Er versteht, was einen Thorwaler bewegt. Er ist manchmal grausam, aber gerecht. Er schützt die Starken und Mutigen.
Phileasson: Wir sind Swafnirs Kinder, und er schaut auf unsere Taten, um die Recken zu erwählen, die am Ende der Zeiten an seiner Seite stehen sollen, wenn es gegen die große Schlange geht. Stets bin ich mir bewusst, dass er uns sieht – und ich will ihn stolz machen, das wohl!

Und wie haltet ihr es mit den anderen Göttern?

Phileasson: Die Götter sind rätselhaft, aber die Welt ist wunderschön, und deswegen bin ich denen dankbar, die sie geschaffen haben und die sie erhalten.
Beorn: Ich respektiere die Götter. Ich habe Travias Kraft in Lenya aufscheinen sehen. Doch viele der Zwölfe scheinen mir fremd. Firun der Gott des Winters ist mir vertraut. Boron, den Totengott respektiere ich, erfülle ich doch oft seinen Willen. Aber insgesamt halte ich es mit den Zwölfen wie mit einem Bären, der aus dem Winterschlaf erwacht ist. Ich störe ihre Wege nicht. Mein Herz und meine Huldigung aber gehören Swafnir.

Was ist euch wichtig, außer König der Meere zu werden?

Beorn: Meine Ottajasko, die Frauen und Männer, die mit mir durchs Feuer gehen, möglichst vollzählig in den Heimathafen zurück zu bringen.
Phileasson: Die Wunder der Welt zu sehen – und mich deucht, dass uns diese Reise Dinge schauen lassen wird, die unsere kühnsten Träume übertreffen.


Und schon sind sie wieder weg, unsere beiden Drachenführer. Ob bereits die nächste Aufgabe wartet?
*ein herzliches Dankeschön hinterher ruft*

Wer jetzt neugierig geworden ist oder die beiden einfach nur wiedersehen will, muss allerdings keine Wettfahrt gewinnen, denn die ersten drei Bände der Phileasson-Saga warten bereits auf euch:

Bernhard Hennen, Robert Corvus – Himmelsturm (Phileasson-Saga 2)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im Januar 2017
Verlag: Heyne
Phileasson-Seite

Rezension

Die zweite Aufgabe führt die beiden Rivalen um den Titel König der Meere ins ewige Eis des Nordens zum sagenumwobenen Himmelsturm, dessen Geheimnis sie erforschen sollen. Es zeigt sich, dass in den Legenden Wahrheit steckt, sie jedoch nicht von den finsteren Gefahren erzählen, die auf die beiden Drachenführer und ihre Gefährten warten. Welchen Preis müssen sie zahlen, um das Rätsel des Himmelsturms zu lösen?

Der epische Prolog führt uns diesmal bis nach Al’Anfa, einer reichen Stadt im Süden Aventuriens. Wir lernen Abdul kennen, einen novadischen Magier mit einem besonderen Interesse an den untergegangenen Echsenvölkern, der versucht, seine von Sklavenjägern entführte Nichte Selime zu befreien. Es ging also gleich spannend los, und mit dunklen Mächten …

Die Haupt-Geschichte spielt überwiegend im Himmelsturm, also in einem Gebäude. So eine Konstellation hat für mich immer einen besonderen Reiz, weil die Handlung sich an einem Ort abspielt und die Figuren (meistens) zwangsläufig mehr miteinander interagieren. So kommt es hier auch öfter zu Begegnungen zwischen den beiden Gruppen bzw. einzelnen Mitgliedern. Durch die vielen Ebenen hatte ich aber auch das Gefühl, mich in einer Art Stadt aufzuhalten – nur dass diese eben in die Höhe gebaut wurde.

Im Turm erwartet uns eine bedrückende und sehr dichte Atmosphäre, die mit jeder Ebene beklemmender wird. Es gibt mysteriöse Entdeckungen und unheimliche Begegnungen, furchtbare Kreaturen und uralte Tücke. Manche Szenen waren für mich ein echter Alptraum (ganz besonders wenn man dann auch noch davon träumt), finster und gruselig. Dabei ist die Geschichte aber auch so unglaublich spannend, dass man kaum zum Luft holen kommt – oder dazu, sich Gedanken darüber zu machen, ob man noch genug Mut zum Weiterlesen hat.

Es gab aber auch Stellen, die mich sehr fasziniert haben. Vor allem, wenn es um die vergangene Kultur ging – da waren dann plötzlich so viele Fragen in mir. Es ist schon ein Fluch mit der Neugier! Und die verloren gegangene Kunst hat fast so etwas wie Trauer in mir ausgelöst, woran man auch sieht, wie nah und eindringlich diese Beschreibungen auf mich gewirkt haben.

Der Himmelsturm hat seine ganz eigene Magie – und die Erlebnisse dort hatten auf jeden Auswirkungen, mal mehr und mal weniger. Es gibt Figuren, die ihre Furcht und auch ihren Mut zeigen. Die viel empfänglicher für Magie sind als andere. Bei denen bestimmte Charaktereigenschaften deutlicher hervortreten oder sich ganz neue Facetten zeigen. Oder die etwas anderes finden, als sie gesucht hatten.

Zu manchen Figuren haben ich durch ihre Verhaltensweisen nun ein etwas distanzierteres Verhältnis – und ich bin gespannt, wie sich das im nächsten Band entwickelt. Es gibt aber auch welche, die mir noch mehr ans Herz gewachsen sind. Und genau das Gegenteil: Auf meine Lieblingsfigur aus dem ersten Band bin ich ja voll reingefallen, auch wenn ich leichte Bedenken hatte. So fies! Und am Ende des Romans bin ich ja fast schon panisch geworden, weil ich dachte, dass es mit Lieblingsfigur #2 nun zu Ende geht … Ein auf und ab der Emotionen!

„Himmelsturm“ war für mich eine extrem fesselnde Lektüre, die mich trotz der düsteren Szenen sehr fasziniert hat. Am unheimlich fiesen Epilog hatte ich noch eine Weile zu knabbern und musste mich von dem Buch auch etwas erholen, allerdings meide ich normalerweise auch alles, was irgendwie nach Horror aussieht. Und zumindest gefühlt habe ich mich dafür ganz gut geschlagen … Diese dunkle Atmosphäre hatte aber auch ihren Reiz. Und mit etwas Abstand überwogen auch andere Eindrücke, die zu den Figuren. Selbst Beorn ist mir ja näher gekommen, das wohl! Ich freue mich also schon riesig auf den nächsten Band „Die Wölfin“, der zumindest teilweise wieder eine ganz andere Atmosphäre verspricht.

Reihenfolge:

  1. Nordwärts
  2. Himmelsturm
  3. Die Wölfin
  4. Silberflamme (erscheint am 11. September 2017)

Katharina Gerlach – Schwanenprinz: Die wilden Schwäne (Schätze Neu Erzählt 7)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im November 2016
Verlag: Independent Bookworm
Autorenseite

Rezension

Prinz Laurent gibt der Prinzessin des benachbarten Königreiches einen Korb, als diese ihn über ihre geplante Hochzeit informiert. Daraufhin verwandelt sie ihn und seine sechs Brüder in Schwäne, denen jedoch die Flucht gelingt. Zusammen mit ihrer einzigen Schwester, die ihnen in einem Flugapparat gefolgt ist, stürzen die Prinzen über einem Friedhof ab. Dort suchen sie nach einem Weg, ihre Verwandlung rückgängig zu machen, bevor die wütende Prinzessin sie findet.

In der Reihe „Schätze Neu Erzählt“ erscheinen Kurzgeschichten, die Märchen aus ungewohnten Perspektiven erzählen. Angesiedelt in einer magischen Welt, in der sich Zauberei und Technologie (Steampunk) miteinander verbinden. Das Märchen, so wie ich es kannte, würde sich in dieser Geschichte also verändern. Aber konnte mich die Atmosphäre auch überzeugen und eine Verbindung zwischen „meinem“ Märchen und der neuen Interpretation herstellen?

Die Geschichte beginnt im Luftschiffhangar, wo die königlichen Gäste herumgeführt werden und Prinz Laurent von dem ganzen „Kronprinzenquatsch“ genervt ist. Es wird deutlich, dass neue dampfgetriebene Erfindungen diese Welt verändern und zu prägen beginnen. Über die Luftschiffe habe ich mich dabei besonders gefreut, weil sie mich einfach faszinieren.

Anfangs gab es kaum Verbindungen zu dem mir bekannten Märchen, was ich allerdings nicht als Nachteil empfunden habe, weil mich diese neue Perspektive gefesselt hat. Außerdem konnte ich mich so ganz auf die neue Welt einlassen und die Figuren kennenlernen, ohne am Original zu „kleben“. Mir hat auch gefallen, dass die Geschichte überwiegend auf einem Friedhof (und seiner Umgebung) spielt – dazu noch der ungewöhnliche Geist, zu dem sich Laurent hingezogen fühlt. Stimmungsvoll und auch mystisch.

Die Elemente des Märchens, die in die Adaption eingeflossen sind, machen für mich den Kern der wilden Schwäne aus. Vielleicht sind es aber auch einfach nur die Dinge, die mich sehr berührt und dafür gesorgt haben, dass es mein Lieblingsmärchen wurde. Die Stimmungen und Gefühle, die ich mit diesen Elementen verbinde, waren auch im „Schwanenprinz“ vorhanden – in mir. Sie wurden in eine Geschichte und eine Welt transportiert, die sehr von dem Original abweicht und dessen neue Kombination gleichzeitig stimmig auf mich gewirkt hat.

Diese Mischung aus bekannten und neuen Elementen hat mir sehr gefallen – es ist etwas Neues entstanden, das sich trotzdem nach „meinem“ Märchen anfühlt. Eine Variante, in der es immer noch um Selbstlosigkeit, Liebe und Zusammenhalt geht. Aber eben auch um Mechanik und einen Geist. All das hat mich berührt und beim Lesen glücklich gemacht, ich werde also gerne an diese Version zurückdenken. Es war einmal … alles ganz anders.

(Enthält auch das Original-Märchen und die Bonus-Geschichte „Heim und Herd“.)

10 Bücher, bei denen meine Neugier meine Zweifel besiegt hat …

Es gibt diese Bücher, die einen reizen und gleichzeitig sind da diese Bedenken … Passt die Geschichte zu mir und meinem Lesegeschmack? Meine Neugier führt mich gelegentlich zu Büchern, an die ich mich erst nicht so rangetraut habe. Manchmal geht das daneben und manchmal treffen die Geschichten meinen Geschmack. Hier geht es jetzt um 10 Bücher, die mir dann trotz meiner Zweifel sehr gefallen haben.

  1. Florian Tietgen – … wenn es Zeit ist …
    Belastet mich die Gewalt in diesem Roman zu sehr oder ist er zu „literarisch“ für mich? Nichts von beidem! Die Geschichte um den innerlich zerrissenen Henrik wird sehr feinfühlig und vielschichtig erzählt. Sie thematisiert verschiedene Themen, die keine „leichte“ Kost sind und bedrücken können. Mir war das aber nicht zu viel, weil es auch positives und Hoffnung gab. (Rezension)
  2.  

  3. Selma J. Spieweg – Boris & Olga 1: Tod dem Zaren
    Meine Befürchtung, dass ich mit reinem Steampunk womöglich nicht klar komme, hat sich in diesem Fall nicht bewahrheitet. Vielleicht, weil sich die Mechanik manchmal wie Magie angefühlt hat. Vielleicht aber auch, weil die Geschichte sehr intensiv auf mich wirkte und ich zu Boris mit seinen vielfältigen Empfindungen und Unsicherheiten einen ganz besonderen Zugang hatte. (Rezension)
  4.  

  5. Peter S. Beagle – Das letzte Einhorn
    Ich mag den Film, aber bei dem Buch hatte ich Bammel davor, dass es zu anspruchsvoll für mich ist. Glücklicherweise gab es aber jemanden, der mich immer wieder auf den Roman neugierig gemacht hat – so lange, bis ich es einfach lesen musste und danach völlig begeistert war. Beispielsweise von der wundervollen Sprache, der magischen Poesie, diesen schönen Beschreibungen und Ideen. Ein Held ist nur dann ein richtiger Held, wenn er vom Augenblick seiner Geburt an in Schwierigkeiten steckt. (Rezension)
  6.  

  7. Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten – Der Karussellkönig
    Hier hatten mich die düsteren Andeutungen verunsichert, die ich sowohl beim Verleger als auch bei Fabienne mitbekam. Die Geschichte ist aber nicht nur düster, sondern es gibt auch Hoffnung. Mina sucht nach ihrer Freundin, um sie zu retten. Sie gibt nicht auf und findet schließlich einen Weg zu ihr, aber alles hat seinen Preis. Es gibt Geheimnisse und alte Geschichten. Träume und Erinnerungen. Liebe und Schuld. Antworten, die man vielleicht gar nicht hören möchte. Und einen Helden, der selbst Hilfe braucht. (Rezension)
  8.  

  9. Erik Kellen – Die blaue Königin
    Die Geschichte ist mir 2014 noch als „Die letzte Muse“ unter dem Pseudonym Rebecca Vali begegnet – und wurde als sinnlicher Liebesroman verkauft, was mich ein wenig abgeschreckt hat. Der literarische Bezug, eine Muse und nicht zuletzt die Leseprobe sorgten dann dafür, dass ich das Buch lesen wollte. Die sinnliche Seite ist ein wichtiger Teil des Romans, der sich aber mit vielen anderen Dingen verbindet – und erst das Gesamtpaket berührt mich auf eine sehr intensive Weise. Ich mag die Tiefe der Geschichte, denn es geht auch darum, wie man mit den Wunden, die einem das Leben beibringt, umgeht. (Rezension)
  10.  

  11. Deborah Harkness – Die Seelen der Nacht
    Vampire und ich … sind jetzt ja nicht so die besten Freunde. Aber manchmal bin ich zu neugierig und versuche es doch – hier trugen die Hexen in der Geschichte und die Begeisterung im Freundeskreis dazu bei. Ein Wohlfühlbuch mit einer dichten Atmosphäre und leiser Erzählweise. Besonders beeindruckt haben mich die vielen Hintergründe, die in die Geschichte eingebaut wurden. Das Wissen, das vermittelt wird, ohne belehrend zu wirken, dafür aber meine Neugier geweckt hat. (Rezension)
  12.  

  13. Christoph Hardebusch – Die Werwölfe
    Werwölfe verband ich vor diesem Buch vor allem mit Horror, und das ist eindeutig nicht mein Genre. Hier hat mich die Beschreibung aber sehr neugierig gemacht – genauer gesagt die Verbindung zwischen Lord Byron und dem geheimnisvollen Erbe der Werwölfe. Die auftretenden historischen Figuren sind abwechslungsreiche und oft nicht ganz einfache Charaktere, die mein Interesse geweckt haben und gelungen in die historisch-phantastische Handlung eingearbeitet wurden. Es geht mystisch und düster zu, außerdem liebe ich die poetischen Szenen! (Rezension)
  14.  

  15. Natalie Matt & Silas Matthes – Kings & Fools 1: Verdammtes Königreich
    Hier hat mich die Zielgruppe abgeschreckt, die Reihe richtet sich ja an die Fans von „Game of Thrones“ – und das ist einfach nicht so meins. Der Inhalt klang allerdings spannend und nach einer besuchten Lesung war ich mir dann sicher, dass ich es trotz meiner Bedenken einfach mal mit dieser Reihe versuchen muss. Den ersten Band habe ich begeistert gelesen, eine faszinierende und sehr fesselnde Geschichte mit einer unheimlich dichten Atmosphäre. Lange nicht so düster, wie ich befürchtet hatte, sondern eine spannende Mischung aus High Fantasy und Mystery.
  16.  

  17. Bernhard Hennen – Nebenan
    Nach einigen schiefgegangenen Versuchen hatte ich das mit mir und der lustigen Fantasy eigentlich aufgegeben, mein Humor reichte wohl nur für einzelne Figuren – bestenfalls. Hier habe ich dann aber eine Ausnahme gemacht, weil ich einfach zu neugierig darauf war, was mein Lieblingsautor daraus macht. Überraschenderweise (zumindest für mich) hat der Humor voll meinen Geschmack getroffen. Mir hat gefallen, dass dieser nicht so abgehoben oder übertrieben war, sondern fein und leicht schräg. Und mit viel Situationskomik! Außerdem hätte ich ohne diese Geschichte ja nie meinen liebsten Öko-Terroristen kennengelernt … (Rezension)
  18.  

  19. Monika Jaedig – Silbernes Band
    Wieder Vampire. Diesmal konnte ich Island nicht widerstehen – und der stimmungsvollen Leseprobe. Der Roman hat auf mich sehr emotional und vielschichtig gewirkt, denn es geht um verschiedenen Beziehungen, die Welt der Unsterblichen und den Hintergrund der einzelnen Figuren. Außerdem gibt es eingeflochtene Erzählungen im isländischen Sagastil, die ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sind. (Rezension)

Fantasywoche vom 06.-12. Februar 2017

Was ist das?

Ein Online-Event für alle Fans von Romantic-, Urban-, Dark- und High-Fantasy, das von den beiden Schirmherrinnen Emily Thomsen und Christin Burger finanziert wird. 7 Tage lang wird es Live-Lesungen, Challenges, Gewinnspiele und Überraschungen geben!

Die Veranstaltung findet auf Facebook statt, es gibt aber auch eine Webseite. Auf dem Blog gibt es übrigens auch schon ein paar Beiträge und Videos.

Kostenlose Tickets für Leser und Autoren gibt es hier.

Welche Autoren sind mit dabei?

  • Alana Falk
  • Alexandra Fuchs
  • Amber Auburn
  • Ava Reed
  • Bernhard Hennen
  • Christin Burger
  • Ela Feyh
  • Emily Thomsen
  • I.Reen Bow
  • Ju Honisch
  • Julia Adrian
  • Marie Grasshoff
  • Mella Dumont
  • Mira Valentin
  • Mirjam H. Hüberli
  • Robert Corvus
  • Rose Snow
  • T.S. Orgel

Ich hatte auf der Facebook-Seite von Robert Corvus einen Beitrag zur Fantasywoche gesehen und musste mir dann einfach eines der Blogger-Tickets sichern. Eine Fantasywoche! Nicht ohne mich. ;)

Ich hatte erst befürchtet, dass es da nur um Romantic Fantasy geht – aber es werden ja noch drei weitere Subgenres angesprochen, mit denen ich etwas anfangen kann. Und die High Fantasy ist immer noch eins meiner Lieblingsgenres.

Ich bin also als Blogger mit dabei und unheimlich neugierig, was uns da so alles erwartet. Noch weiß ich nicht, was für einen Beitrag ich beisteuern werde bzw. mit wem – das wird also noch spannend! Ich freue mich aber schon sehr auf die Fantasywoche, wer von euch ist denn mit dabei?

Fabienne Siegmund – Das Herz der Nacht

Erscheinungsjahr: 2015 als eBook bei Forever, 2016 als Hardcover bei Acabus
Gelesen im November 2016
Verlag: Acabus

Rezension

Venedig: Nach sieben Tagen, an denen die Sonne nicht aufgegangen ist, kehrt sie am achten Morgen zurück, aber dafür gibt es nun in der Nacht keine Dunkelheit mehr. Am neunten Morgen ist die Tänzerin Anisa verschwunden – nicht als einzige, wie der Zauberkünstler Matéo bei der Suche nach seiner Gefährtin erfährt. Zusammen mit seinem Kaninchen Jordí gelangt er schließlich in den Zirkus Laylaluna, wo er auch Anisa findet, die sich jedoch nicht an ihn erinnern kann. Dafür lädt sie ihn ein, ebenfalls im Zirkus aufzutreten …

Die Geschichte beginnt damit, dass der größte Magier der Welt erzählt, was für ein Narr er war. Ausgerechnet er hat seine geliebte Layla nicht als das erkannt, was sie war. Als sie nach sieben Tagen und sieben Nächten fortging, war sein Schmerz so groß, dass er Layla in einen Traum gesperrt hat, um das Glück festzuhalten. Doch sie träumt nicht von ihm – und zusammen mit ihr ist so vieles mehr verschwunden.

Mit diesem Beginn hatte mich das Buch emotional erwischt, denn die Tragik dahinter reizte mich nicht nur, sie forderte auch meine Neugier heraus. Wie sah es in diesem Traum aus? Wovon träumte Layla? Gibt es eine Möglichkeit, diesen Traum zu beenden? Geschichten über Träume sprechen mich an, und hier kommt noch etwas märchenhaft-magisches dazu.

Das fängt schon bei den Schneeglöckchen an, die immer wieder auftauchen. Zuerst sind sie „nur“ eine Spur, die Matéo und Jordí zum Zirkus führen, später tauchen sie dann in anderer Form auf und erhalten eine besondere Bedeutung. Und die ist auch bis in meine Realität vorgedrungen und begleitet mich nun immer, wenn ich Schneeglöckchen sehe.

Der Zirkus ist voller Magie, durch seine ganz eigenen Besonderheiten und die Aufführungen. Ich habe mich bei einigen Dingen so gefühlt wie als Kind im Zirkus, alles war voller Wunder und von verheißungsvollen Melodien umwoben. Manche Aufführungen haben mich total verzaubert, beispielsweise Anisas Kunststücke mit den Seifenblasen.

Auch wenn das natürlich nur eine Seite des Zirkus Laylaluna ist, die helle. Es gibt auch Aufführungen, die nicht funktionieren. Einsamkeit, Schmerz, Zweifel und Traurigkeit. Dinge, die man nur sieht, wenn man genau hinschaut. Matéos Versuche, den Traum zu beenden – und die Gefahr, in die er sich dadurch begibt.

Die meisten anderen Künstler wirken anfangs ziemlich verschlossen und kühl, was später aber nachvollziehbar wird. Nach und nach erfährt man etwas über sie – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Dadurch stehen mir die meisten Figuren nah und manche von ihnen habe ich einfach in mein Herz geschlossen.

Das gilt vor allem für Mireia, die Wahrsagerin. Zu ihr spürte ich von Anfang an eine besondere Verbindung, die sich im Verlauf der Geschichte noch vertieft hat. Sie weiß viel, strahlt eine gewisse Melancholie aus und berührt mich einfach sehr. Außerdem liebe ich ihr Tarot der tausend Stimmen!

Das Ende der Geschichte hat für mich auch eine traurige Ebene, obwohl es positiv und ein Neuanfang ist. Es hat etwas mit Träumen und Erinnerungen zu tun. Und natürlich damit, dass ich gern noch mehr über Mireia erfahren hätte. Aber all das passt wunderbar zu der Geschichte, die nicht nur von Magie sondern auch von Melancholie begleitet wurde.

„Das Herz der Nacht“ war für mich eine märchenhaft-poetische Lektüre, die mir den Zirkus-Zauber wieder näher gebracht hat – gemischt mit tragischen Elementen und einem Traum, der ein Gefängnis ist. Der Roman beginnt ruhig, die Spannung baut sich jedoch beständig auf und es gibt einige Szenen, bei denen ich ganz hibbelig geworden bin. Emotional, berührend, mit einem ganz besonderem Tarot und magischen Bildern. Und einem runden Ende, auch weil das Motiv des Schneeglöckchens noch einmal aufgetaucht ist …

Tschüß, 2016!

2016. Im ersten Moment denke ich: Was für ein schreckliches Jahr. Aber das stimmt nicht, die negativen Dinge schwimmen einfach nur weiter oben an der Oberfläche. Ja, das Jahr hielt so einige erschreckende und beängstigende Ereignisse bereit. Und ja, es war für mich persönlich aus unterschiedlichen Gründen ein sehr anstrengendes Jahr. Aber eben nicht nur! Also höchste Zeit, an die schönen Momente 2016 zu denken …

Ich war wieder auf einem Konzert meines Lieblingsmusikers. Bei vielen Lesungen, von Lieblingsautoren aber auch für mich bis dahin unbekannten Autoren. Habe Torsten Sträter live gesehen. War in meiner Lieblingsstadt und an anderen schönen Orten, die mir neue Eindrücke verschafft haben. Ich habe einige liebe Menschen wiedergesehen – und neue kennengelernt. Es gab schöne Sonnenauf- und -untergänge, Nebelwelten, Blumenduft, Mondschein, Katzenmaunzen und Krähenkrächzen. Ich habe es tatsächlich geschafft, an zwei Leserunden teilzunehmen. Es gab einige sehr besondere Momente, die mir viel bedeuten. Und spezielle Geschenke. Meine Buchposter-Sammlung ist wieder gewachsen und ich durfte Schrati adoptieren! Unter anderem …

collage16

Von der persönlichen Entwicklung her hat mir 2016 vor allem eins gebracht: Stärke. Auf dem Blog hat man davon vielleicht nicht soviel gespürt, weil es in Phasen sehr ruhig war und ich ja sogar überlegt hatte, ganz aufzuhören. Hier waren eher die Anfänge zu sehen – der Mut, Anfragen für Interviews zu stellen, auch wenn ich mich dafür mit meinem Nischenblog zu unbedeutend fühlte. Und das Ende, denn den Blog gibt es ja nach wie vor. Ich hoffe im nächsten Jahr läuft das ein wenig runder.

Und wo ich schon beim Blog bin … Ich habe mal geschaut, welche 5 Buchrezensionen im Jahr 2016 am meisten angeklickt wurden:

  1. Erik Kellen – Nimmerherz 2. Der lange Weg des Windes (164 Aufrufe)
  2. Bernhard Hennen, Robert Corvus – Phileasson 1. Nordwärts (141 Aufrufe)
  3. Erik Kellen – Nimmerherz 1. Roter Schnee wird fallen (81 Aufrufe)
  4. James A. Sullivan – Nuramon (80 Aufrufe)
  5. Erik Kellen – GezeitenZauber (67 Aufrufe)

Mögt ihr Listen? Dann kommt hier gleich die nächste, mit den in 2016 veröffentlichten Interviews:

Meinem Lesejahr stehe ich etwas zwiegespalten gegenüber, denn ich habe nur 18 Bücher gelesen – was ich ziemlich deprimierend finde. Allerdings haben mir dafür alle gut gefallen, sie haben mich nur unterschiedlich intensiv erwischt. Das hatte ich so auch noch nicht …

Darum fällt es mir auch schwer, mein(e) Jahreshighlights zu nennen. Ich nehme da jetzt einfach die Geschichten, die mich am intensivsten erwischt haben:

Wenn ihr mich jetzt aber unbedingt auf ein Buch festnageln wollt … Dann die Drachenelfen! Am meisten gelesen habe ich 2016 übrigens von Fabienne Siegmund, ganze drei Bücher.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein phantastisches 2017! Habt eine schöne Zeit, achtet auf euch (und andere) und macht möglichst oft das, was euch am Herzen liegt. Wir lesen uns …

silvester

Bernhard Hennen – Himmel in Flammen (Drachenelfen 5)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im September 2016
Verlag: Heyne
Autorenseite

Rezension

Der abschließende Band der Drachenelfen-Reihe beginnt damit, dass über Volodis Palast ein einzigartiger Wolkensammler vor Anker geht, dem ein „alter Bekannter“ entsteigt, der dem Unsterblichem vom wohl größten Geheimnis Nangogs berichtet: Dem Traumeis, das er gefunden und wieder versteckt hat. Mit ihm kann man alles verändern – und einen Weg finden, um die Daimonen endgültig zu vertreiben. Wie wird der Kampf um die Welt Nangog enden?

Schon nach wenigen Seiten wurde ich wieder mitten in die Geschichte gezogen und die Erinnerungen an die vorherigen Bände stiegen immer zahlreicher in mir auf. Ich war fasziniert, genoss die besondere Stimmung und die zahlreichen Erzählperspektiven, die für mich einfach zu dieser Reihe gehören.

Natürlich gibt es Figuren, die mir besonders am Herzen liegen und über die ich möglichst viel erfahren möchte, aber ich liebe auch die Vielschichtigkeit, die durch die verschiedenen Perspektiven geschaffen wird. Dass sich Zeit für Nebenfiguren genommen wird, man ganz unterschiedliche Sichtweisen, Hintergründe und Motivationen kennenlernt. Dadurch wird die Geschichte wunderbar episch!

Mich beeindruckten aber auch viele Ideen und überraschende Entwicklungen. Manche von ihnen haben mich regelrecht umgehauen, so dass ich völlig gebannt vor meinem Buch saß und mein Kopfkino geradezu explodiert ist. In diesen Momenten musste ich mich dann trotz aller Spannung dazu zwingen, kurz anzuhalten, um das Gelesene und meine inneren Bilder dazu zu verarbeiten.

Es gab aber auch ein, zwei Szenen, zu denen ich eine Weiterführung vermisst habe. In denen es Andeutungen zu einer Begegnung gab, über die dann aber nichts weiter kam. Ich und meine Neugier empfanden das vielleicht als besonders schlimm, weil es da auch um eine meiner Lieblingsfiguren ging.

Der Zugang zu einer anderen Lieblingsfigur hat sich dafür aber noch verstärkt bzw. eine andere Ebene erreicht. Ich habe sehr mitgelitten, freue mich aber auch riesig, nun die „Vorgeschichte“ zu kennen. Die Nähe zu den Figuren ist für mich sehr wichtig, daher mag ich es auch, durch die Vergangenheit neue Hintergründe und Facetten zu entdecken.

Bei all der Spannung und den vielen Ereignissen geht der Humor aber nicht verloren. Ich musste öfter grinsen und dieser Satz hat sogar für einen längeren Lachanfall gesorgt:

Schlichtere Gemüter halten es in der Tat immer wieder für Magie, wenn man denkt, bevor man handelt.

Über mich selbst musste ich auch manchmal lachen, beispielsweise als mich ca. 100 Seiten vor dem Ende eine Figur „erwischt“ hat, die mir davor nicht unbedingt sympathisch war. Und das innerhalb von nur ein paar Szenen … Hu, bin ich wirklich so einfach gestrickt?

„Himmel in Flammen“ war für mich trotz eines Kritikpunkts ein beeindruckender und ideenreicher Abschluss der Drachenelfen-Reihe, der auf mich sehr intensiv gewirkt hat. Ich konnte alles um mich herum vergessen und war von der Geschichte auch emotional völlig gefesselt. Es gab Verluste, aber überraschenderweise nicht in dem von mir erwarteten Ausmaß. Und einen Übergang zu „Die Elfen“, der auf mich sehr rund gewirkt hat! Diese Reihe lässt mich also begeistert und mit vielfältigen Eindrücken zurück …

Reihenfolge

  1. Drachenelfen
  2. Drachenelfen. Die Windgängerin
  3. Drachenelfen. Die gefesselte Göttin
  4. Drachenelfen. Die letzten Eiskrieger
  5. Drachenelfen. Himmel in Flammen

Interview mit Manuel Charisius

Dieses Interview habe ich für die dritte Ausgabe des Qindie-Magazins geführt, darf es aber auch hier auf dem Blog veröffentlichen. Das Magazin gibt es als Download in den Formaten ePub, Mobi & PDF, man kann es aber auch online lesen. Wer zukünftige Qindie-Aktionen unterstützen möchte, kann das Magazin aber auch für einen Obolus von 1,99 Euro bei Amazon kaufen oder über Kindle-Unlimited ausleihen.


© Manuel Charisius

© Manuel Charisius

 
 
Manuel Charisius, 1979 in Stuttgart geboren, liest und schreibt seit seiner Jugend phantastische Geschichten, bevorzugt mit Mischwesen und Gestaltwandlern in den Hauptrollen. Er studierte Anglistik und Germanistik in Heidelberg und Auckland, Neuseeland.

Manuel Charisius arbeitet hauptberuflich als Autor und Texter in Heidelberg.
 

Neben dem Schreiben macht er Musik und liebt lange Fahrradtouren und Wanderungen, bei denen ihn meist ein lauffreudiger Schlittenhund begleitet. Ab und zu bastelt er auch gerne mit Software und Elektronikkram herum oder spielt Videospiele, die heutzutage als »Retro« bezeichnet werden.

Nie anzutreffen ohne: meinen Hausschlüssel
Besondere Kennzeichen: Pferdeschwanz
Motto: Was ich nicht selber kann, kann ich mir selber beibringen.
Webseite
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Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?

Kind der neunziger Jahre mit unstillbarem Hunger nach guten Geschichten und schönen Liedern. Ohne großes politisches Interesse, aber als Wähler definitiv im links-grünen Spektrum zu verorten. Überzeugter Agnostiker und Skeptiker. Seit jeher Einzelkämpfer. Kein Überflieger, aber ein Pedant.

Wie sieht für Dich ein „normaler“ Tag aus?

Die Sonne geht auf, ich werde viel zu spät wach, begebe mich über diverse Zwischenstopps in Bad und Küche an den Schreibtisch, surfe viel zu lange im Internet und wundere mich über viel zu viele Dinge, die es eigentlich gar nicht wert sind. Ich bemühe mich um ein ausgewogenes Mittagessen, vertrete meine Eltern in puncto Hundebetreuung, gehe meinen Hobbies nach und produziere alles in allem viel zu wenig Text.
Aber zur Abwechslung gibt es ja immer mal wieder auch diese gewissen »unnormalen« Tage …

Herrscht auf Deinem Schreibtisch eher Chaos oder Ordnung?

Ich sage mal – kontrolliertes Chaos. Mein Arbeitsplatz ist vielleicht nicht penibel geordnet, aber auch nicht mit überflüssigem Kram beladen. Was ich nicht brauche, wird meistens gleich weggeräumt, ich muss also nie irgend etwas suchen.

Während Deines Studiums warst Du auch in Neuseeland, welche Auswirkungen hatte die Zeit in Auckland auf Dich?

Neuseeland vereint nicht nur alle Naturschönheiten, die man sonst von den verschiedensten Teilen der Welt her kennt, auf kaum mehr als zwei größeren Inseln, sondern hat mit der University of Auckland auch eine der besten und renommiertesten Bildungsstätten auf der Südhalbkugel anzubieten. Nicht zuletzt begegnen sich im »Land der langen weißen Wolke« viele Kulturen, vor allem aber die polynesische, die asiatische und die europäische. Gerade Auckland ist eine unglaublich weltoffene, internationale Stadt. Mit anderen Worten, Auckland war von Anfang an mein absolutes Traumziel, dicht gefolgt von Kanada und Südafrika. Das Bewerbungsgespräch verlief eher unglücklich, und umso überraschter und himmelhochjauchzend war ich, als ich das Stipendium erhielt. Ich verbrachte zwei Semester »down under«, und ich kostete jede Sekunde voll aus. Ohne Übertreibung kann ich heute sagen, die Zeit in Auckland war die beste Zeit meines Lebens.

Leider war sie auch die schrecklichste. Ich war noch vollständig sozial eingebettet und keineswegs bereit für eine Rückkehr, da erreichte mich die Nachricht aus der alten Heimat, dass meine ältere Schwester nach einer plötzlichen, schweren Erkrankung im Sterben läge. Natürlich buchte ich meinen Rückflug sofort um. Zwei Tage später war ich wieder zu Hause.
Seither bin ich ein anderer Mensch – zumindest fühle ich mich so. Falls ich eines Tages nach Auckland zurückkehren werde, so wird dies mit großen Schmerzen und noch größeren Ängsten verbunden sein. Also rechne ich nie mehr damit – so sehr ich mich auch nach Neuseeland zurück sehne …

© Manuel Charisius

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Du spielst Flöte, Klavier und Gitarre – wann greifst Du zu welchem Instrument? Und wie unterschiedlich wirkt die Musik auf Dich?

Die Blockflöte war das erste Instrument, das ich überhaupt erlernt habe. Dank privatem Flötenkreis habe ich es bis in die späte Pubertät hinein auch regelmäßig gespielt, zumeist die Tenor- oder Bassstimme. Bis heute besitze ich aus jeder der fünf wichtigen Lagen ein Instrument, nur die Bassflöte fehlt. Allerdings habe ich erst in den letzten Jahren wieder öfter mal Blockflöte gespielt, meist zusammen mit Gitarren- oder Klavierbegleitung. Wie fast alle Blasinstrumente erlaubt es auch die Flöte ihrem Spieler, quasi einen großen Anteil seiner Persönlichkeit in den Klang hineinzuweben. Du gibst deinen Atem, und das Instrument wandelt ihn in Töne um. So lässt sich allein durch die Atmung eine unendliche Fülle von klanglichen Nuancen erzielen, die im Grunde nur noch von Sängern übertroffen wird.

Das Klavier kam dann gegen Ende der Grundschulzeit hinzu. An den Tasten habe ich wohl die meiste Übungspraxis. Unzählige Vorspielabende und Wettbewerbe wie Jugend Musiziert haben wir, d. h. Freunde und ich, im Zusammenspiel (Klavier vierhändig, zwei Klaviere, Klavier und Cello/Geige etc.) bestritten. Auch heute noch spiele ich regelmäßig, um meine Fingerfertigkeit weitgehend zu erhalten. Schmerzlich vermisse ich das gemeinsame Musizieren im Duo oder Trio, nachdem meine damaligen Spielpartner längst in aller Welt verstreut sind. Das Klavier ist für mich eine Art musikalisches Zuhause. Hier fühle ich mich wohl, hier kann ich mich voll entfalten. Und es ist dasjenige Instrument, bei dem ich auch heute noch den meisten Ehrgeiz verspüre. Wenn mir schon die Nachbarn beim Üben zuhören müssen, so sollen sie zumindest auch keine dilettantische Klimperei ertragen müssen.

Die Gitarre kam als letztes hinzu – autodidaktisch und ohne große Ansprüche. Ein paar Lieder begleiten zu können oder mal rasch ein paar neue Akkordfolgen auszudenken, das reicht mir schon. An der Gitarre kann ich entspannen, es ist für mich sozusagen ein reines Chill-out-Instrument. Um keine Gitarristen vor den Kopf zu stoßen: Mir ist natürlich voll bewusst, dass es jede Menge Literatur für die Gitarre gibt, darunter auch hochvirtuose Werke aller möglichen Länder und Epochen. Aber ich habe nicht den Anspruch an mich selber, diese einzustudieren – zumal ich derzeit leider nicht einmal ein eigenes Instrument besitze.

Gibt es ein Instrument, das Du gern noch spielen können würdest?

Neben der Querflöte, die mich schon als Jugendlicher gereizt hat – meine Mutter behauptete allerdings immer, dass sie den Klang nicht mag, also bekam ich auch keinen Unterricht –, würde mich prinzipiell mal ein Streichinstrument tieferer Lage interessieren, z. B. Cello oder Bratsche, zumal das Repertoire an Orchester- und kammermusikalischer Literatur ja ganze Bibliotheken füllt. Und dann ist da natürlich die »Königin der Instrumente«, die Orgel, für die man als Pianist die besten Voraussetzungen mitbringt. Vor vielen Jahren habe ich mich mal daran versucht, fühlte mich durch das zusätzliche Pedal jedoch recht schnell überfordert.

© Manuel Charisius

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Welche Rolle spielt Musik in Deinem Leben?

Sie hat mich seit frühester Kindheit begleitet und geprägt. Sie ist nichts weniger als lebenswichtig für mich.

Welche Musik hörst Du gern?

Am liebsten höre ich Musik, die mir auf schwer beschreibbare Weise Horizonte eröffnet – allermeistens ist das klassische Musik, aber nicht nur. Am besten rede ich nicht lange drum herum und gebe stattdessen ein paar Beispiele: Bach (z. B. h-Moll-Messe), Mozart (Klavierkonzerte, Jupiter-Sinfonie), Beethovens gesamtes Klavierwerk, fast alles aus der Romantik (Chopin, Rachmaninow, Borodin, Ravel, Schumann, Clara Schumann geb. Wieck, Mendelssohn-Bartholdy, Debussy, Brahms, Grieg usw.), des weiteren Mel Bonis (Mélanie Bonis), Darius Milhaud, Jean Sibelius, Paul Hindemith, Erwin Schulhoff, Scott Joplin, George Gershwin, Andrew Lloyd Webber, die Beatles, Peter, Paul and Mary, Simon & Garfunkel, Irisches und (pseudo-)Keltisches aller Art, Erich W. Korngold, Bert Kaempfert, Vangelis, alle mögliche Filmmusik bzw. Soundtracks … um nur einige zu nennen.

Was hat Dich zu „Weltenlied“ inspiriert bzw. kannst Du Dich noch an Deine ersten Ideen dazu erinnern? War der hohe Stellenwert der Musik von Anfang an geplant?

Die allererste Idee war die: Ein Junge verwandelt sich in einen Löwen. Sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Da war ich gerade 16 Jahre alt. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich diese Idee vor Weltenlied schon einmal als erzählte Geschichte zu verarbeiten versucht; und in der Rückschau bin ich daran gescheitert. Die Musik spielte bereits in der ersten Fassung eine Rolle, allerdings wurde mir erst bei der Planung von Weltenlied der wahre Stellenwert bewusst, den die Flöte und ihre Macht in Bezug auf den Plot haben würden (und seit jeher hatten).

Nachdem sich Léun vor meinem inneren Auge erst einmal manifestiert hatte, ging mir auch seine Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Ich wusste, dass seine Geschichte die Geschichte ist, die ich erzählen muss, koste es, was es wolle. Und mir war klar, dass mein erster Versuch misslungen war. Diese Gewisssheit war ungelogen so schmerzhaft, dass sie mir Alpträume bescherte. Also beschloss ich noch vor dem Erscheinen von Streuner – und entgegen dem Rat meines damaligen Agenten – Léuns Geschichte erneut, das heißt, von Grund auf neu zu erzählen. Für meinen Ex-Agenten wohl ein Desaster, für mich als Autor jedoch eine Art Wiederverpuppung, die mich seither und auch in Zukunft guten Gewissens anstatt Zuckerwasser meine eigene Nektarquelle anfliegen lässt.

Erzähl uns doch bitte etwas über die Welt, in der die Geschichte spielt.

Nýrdan ist eine vermeintlich abgelegene Inselgruppe, in unseren Maßstäben gemessen etwa 2,000 km östlich von Lesh-Tanár gelegen – ja, genau dem Lesh-Tanár, in dem der Streuner Wolf und seine Kumpane ihr Unwesen treiben, wobei die Handlung von Weltenlied wiederum zu einer völlig anderen Zeit spielt …
Wie auch immer – zu Léuns Zeit (und auch lange vor- und nachher) ist Nýrdan eine isolierte Inselwelt, gelegen in einer eher subtropischen Klimazone (daher die Reisfelder und die vergleichsweise milden Winter), mit einem Nachteil: Düsterland, eine wirtschaftlich eher semi-erfolgreiche Region im Südosten, deren dampfmaschinenbasierter technologischer Fortschritt sich nicht jedem erschließt, weshalb die breite Unterstützung seitens der restlichen Bevölkerung auch eher auf sich warten lässt …

Warum Gestaltwandler?

Weil sie mich seit jeher faszinieren.

Es beginnt mit einem Löwen … Was verbindet Dich mit diesen Tieren? Oder hat das rein inhaltliche Gründe?

Kleine und große Katzen, insbesondere Löwen, begleiten und faszinieren mich, solange ich denken kann. Schon als Kind und Jugendlicher sammelte ich alle Bilder und Infos zu Großkatzen, die ich nur bekommen konnte. Das Raubtierhaus in jedem beliebigen Zoo zog mich immer magisch an, trotz des oft genug beißenden Geruchs. Nicht zuletzt wirkte der Disney-Film Der König der Löwen Mitte der neunziger Jahre wie eine Offenbarung auf mich, von C. S. Lewis’ Aslan ganz zu schweigen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis mich Léuns Geschichte eines Tages treffen würde wie ein Blitz.

Meine Faszination für Großkatzen geht übrigens über Káor und seine Wahrnehmung (bzw. wie er von anderen wahrgenommen wird) weit hinaus: In Weltenlied habe ich eine menschliche Gesellschaft, nämlich die der Steppenläufer, den heutigen Erkenntnissen vom Leben realer Löwenrudel nachgebildet, in denen der Nachwuchs des getöteten Alpha-Männchens vom übernehmenden Männchen getötet wird. Dieser Vorgang, so schrecklich er auch sein mag, findet sich praktisch unverändert (und unhinterfragt, wie in unserer Welt kein Löwe Fragen stellen würde) in der Kultur der Steppenläufer wieder.

© Manuel Charisius

© Manuel Charisius

Wenn Du Dich in ein Tier Deiner Wahl verwandeln könntest, welches würdest Du wählen und warum?

Einen (männlichen) Löwen. Und irgendwie bin ich innerlich von Geburt an einer, auch wenn ich, biologisch gesehen, zu den Trockennasenaffen zähle. Weil ich mich als Löwe geboren fühle.

Gibt es in dem Roman eine Figur, die Dir besonders am Herzen liegt?

Ja: Léun. Er ist ein wesentlicher Teil meines Alter Egos in Weltenlied (lies meinen Vornamen mal rückwärts …). Aber er ist nicht der einzige Teil. Alle Figuren im Roman sind irgendwie mit mir verbunden. Von daher schlägt auch mein Herz nicht nur für Léun, sondern für sie alle.

An welchem Ort in Nýrdan würdest Du Dich gern eine Weile aufhalten? Und warum?

Das ist leicht: Die Stadt Urtán am Großen Salzsee wäre für mich der Ort erster Wahl. Urtán ist in Nýrdan eine Art Weltstadt, ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, fast wie Auckland in unserer Welt. Davon abgesehen würde ich jederzeit gerne Léuns Heimat Grüntal, die Geisterstadt im Zentrum von Mittwald und natürlich Schloss Larkhâ besuchen – Letzteres ist, wie ich aus sicherer Quelle weiß, für Touristen jederzeit geöffnet (auch wenn das im Roman nicht unbedingt deutlich wird)!

Gibt es Vorbilder für die Musik in „Weltenlied“?

Vorbilder nicht, vielmehr habe ich einige der Musikstücke und Lieder, von denen im Roman die Rede ist, selber auskomponiert.

Was denkst Du über die magische Kraft der Musik?

Deine Frage nimmt meine Antwort schon vorweg: Ich halte Musik – ebenso wie übrigens auch jede Geschichte und jedes Kunstwerk, ob nun mündlich, schriftlich oder bildlich überliefert – für eine real erfahrbare (wenn nicht die einzige!) Form von Magie. Ein Notenblatt mit dem Hauptthema von Smetanas Moldau, eine nordische Saga wie die um Gísli Súrsson, die Höhlenmalereien von Lascaux, ein Ballett wie Tschaikowskis Schwanensee, ein Gemälde wie die Mona Lisa, eine Statue wie Michelangelos David, die Büste der Nofretete, die Venus von Willendorf – all diesen beispielhaft genannten Meisterwerken menschlicher Schöpfungskraft wohnt ein Zauber inne, der sie die Zeiten trotz aller Widrigkeiten hat überdauern lassen. Das ist wahre Magie, finde ich.

© Manuel Charisius

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Auf wie viele Teile ist die „Saga der Zwölf“ angelegt?

Bei der Planung schwebte mir tatsächlich ein monumentales Epos von exakt zwölf Bänden vor – jeweils ein Teilband sollte die Geschichte eines der zwölf Gestaltwandler erzählen, bis sie dann im Finale endlich zusammenfinden. Diese Idee habe ich bereits beim Schreiben von Weltenlied verwerfen müssen, da sich herausstellte, dass die Zwölf viel enger miteinander verbunden sind als gedacht. In Weltenlied kommen ja bereits vier von ihnen vor, von denen zwei mit diesem ersten Band »ihre« Geschichte erleben. Ich gehe davon aus, dass auch in zukünftigen Bänden immer mehr oder weniger kleine Gruppen der zwölf Gestaltwandler zum Zug kommen werden. Band zwei, so viel kann ich schon verraten, wird in der Zeit zurückgehen und sich der recht dramatischen Geschichte um Báss den Schwarzbären und Barúka den Schwertfisch widmen.

Wo schreibst Du am liebsten? Brauchst Du dafür Ruhe oder begleitet Dich Musik?

Der Ort spielt eigentlich keine Rolle. Ob nun am Arbeitsplatz zu Hause in meiner Dachwohnung, am Küchentisch meiner Eltern oder auf dem Balkon – wenn ich schreibe bzw. Texte für andere erstelle, verblasst die Umgebung um mich herum. Als ich noch studiert habe, bin ich öfter mal ins Uni-Rechenzentrum gegangen. Die Arbeitsatmosphäre in den Poolräumen hat mich immer sehr motiviert. Einige Kapitel aus dem vorderen Teil von Streuner sind dort entstanden. Ruhe brauche ich beim Schreiben fast nur im Hinblick auf gesprochene Sprache. Wenn sich Leute in Hörweite unterhalten oder ein Radio vor sich hin quasselt, bringt mich das aus dem Konzept. Einen semantisch neutralen Lärmpegel kann ich zu einem gewissen Grad tolerieren. Dagegen ist Musik für mich stets willkommene Inspiration und Unterstützung, um etwa die emotionale Tragweite einer Szene im Text festzuhalten. Die Stelle in Weltenlied, als Ciára in einer fremden Stadt verkleidet auf Léun wartet – eigentlich sogar fast das ganze Kapitel – ist zu zwei bestimmten Tracks von einer CD mit keltischem Folk entstanden, die in einer Endlosschleife abwechselnd liefen. Auch die Passage auf der Sturmpflug und viele der Kapitel, die aus Ríyuus Perspektive erzählt sind, hatten sozusagen ihren jeweils eigenen »Soundtrack«.

© Manuel Charisius

© Manuel Charisius

Was ist Dir beim Schreiben wichtig? Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

In Bezug auf meine eigenen Texte wünsche ich mir, dass sie den Menschen etwas geben. Dass du als Leser nach dem letzten Satz innehältst und das Gefühl hast, etwas mitzunehmen, was dich als Individuum bereichert. Und dass du das Buch irgendwann wieder aufschlägst und es noch einmal von vorne liest. Ich will keine Bücher schreiben, die sich in einer Nacht weglesen lassen und am nächsten Tag vergessen sind (und übrigens kann ich es auch nicht – ich habe es mal versucht und bin nach zwanzig Seiten gescheitert). Was jeder Leser für sich mitnimmt, ist übrigens nicht im Text bewusst oder unbewusst angelegt. Meine Bücher haben keine »Message«. Vielmehr ist es für jeden Menschen verschieden und absolut individuell, was meine Geschichte mit dir macht.

Was war bisher Dein schönstes Erlebnis als Autor?

Hm … schwierig. Klar, es gab ein paar echte Highlights, aber die meisten Dinge, von denen praktisch jeder Autor träumt – mehrere Auflagen, die limitierte Prachtausgabe des Erstlings, ein bedeutender Literaturpreis, die Übersetzung ins Englische — sind für mich bislang Träume geblieben. Eines der schönsten Erlebnisse war sicherlich, auf der Leipziger Buchmesse vor über einhundert Fantasy-Fans aus dem Streuner-Manuskript lesen zu dürfen. Das war im Jahr 2009. Seither sind mir zwei unterzeichnete Verlagsverträge, das Heyne-Paket mit den ersten gedruckten Ausgaben von Streuner sowie jede einzelne lobende Rezension eines meiner Bücher besonders im Gedächtnis geblieben.

Welche Autoren-Macken hast Du?

Wenn ich Bücher signiere, ärgere ich mich immer über meine ungelenke Handschrift und würde das gerade signierte Exemplar am liebsten gar nicht weitergeben.

© Manuel Charisius

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Was macht Dir als Selfpublisher am meisten Freude – und was magst Du nicht so?

Am meisten schätze ich die freie, unbeschränkte Arbeitszeit, die für jedes Projekt zur Verfügung steht. Es macht mir viel Freude, eigene Texte in die Schublade zu legen und erst nach vier Wochen oder noch länger wieder anzuschauen, sie umzuarbeiten und daran zu feilen. Diese Phase der Arbeit, das umfassende Redigieren von vorhandenem Text, ist fast immer die produktivste. Erfahrungsgemäß profitiert das Endprodukt auch am meisten davon. Zudem habe ich großen Spaß an der Gestaltung von Layout und Cover, der Kapiteleinteilung, der Titelfindung, dem Verfassen von Teasern und Klappentexten und so weiter. Weniger gut dagegen bin ich in Sachen Werbung und Marketing. Sehr zurückhaltend bin ich mittlerweile auch, was den direkten Austausch mit anderen »Selfpublishern« (ich mag das Wort nicht) angeht – der immense Bücher-Output, der Eindruck allumfassender Kompetenz, das nach außen hin turmhohe Selbstbewusstsein und noch einiges mehr, was viele Autoren in diesem Bereich auszeichnet, all das wirkt auf mich einschüchternd, weckt meinen Fluchtinstinkt.

Was liest Du selbst gern? Welche Bücher, in denen Musik eine wichtige Rolle spielt, würdest Du empfehlen?

Als Leser bin ich nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt. Früher habe ich viel Fantasy gelesen, mit den meisten zeitgenössischen Vertretern der Sparte kann ich jedoch wenig anfangen. Heute lese ich alles, was mich interessiert, vom literarisch ambitionierten SF-Drama über den Gesellschaftsroman der sechziger Jahre bis hin zum kosmologischen Sachbuch.

Musikalisch inspirierte Bücher, die ich empfehlen würde, sind z. B. Hans Bemmanns Märchenroman Stein und Flöte, in dem ein Mensch die Sprache verliert und sich erst mit Flötenmelodien wieder zu äußern vermag; der erste Band der Narnia-Chroniken von C. S. Lewis, Das Wunder von Narnia, in dem der Löwe Aslan durch seinen Gesang die Welt erschafft; Dietmar Daths preisgekröntes Meisterwerk Die Abschaffung der Arten (der musikalische Bezug ergibt sich erst beim Lesen); Maarten ’t Harts großartige Autofiktion Das Wüten der ganzen Welt, deren halbwüchsiger Ich-Erzähler an einer Stelle angesichts eines wertvollen Klaviers, auf dem er unbedingt spielen will, eine Erektion bekommt; Hella Streichers Höhere Welten, ebenfalls ein autofiktionaler Text, der eine lesbische Liebesbeziehung, die Wende ab 1989, den Wahnsinn sowohl des Alltags der späten achtziger und frühen neunziger Jahre als auch der Lehre Rudolf Steiners, der sogenannten Anthroposophie, zum Thema hat; und nicht zuletzt Lars Vollmers pointierter, witziger Business-Ratgeber Wrong Turn, aus dem mir die Umschreibung »erster Draht, drittes Feld« (gemeint ist der Basston G auf der Gitarre) noch jetzt, nach fast zwei Jahren der Lektüre, im Gedächtnis präsent ist und mich abermals schmunzeln lässt.

Woran arbeitest Du gerade?

Daran, besser zu werden.

Herzlichen Dank für das Interview und Deine Geduld!

Ich habe zu danken!

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

Meine Rezensionen erscheinen auch hier:

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