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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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T.S. Elin – Götterkind 1 (Edda Reloaded)

Erscheinungsjahr: 2017
Gelesen im April 2017
Webseite zu Edda Reloaded

Rezension

Einst hatte sich Odin in eine Wölfin verwandelt, um von seinem größtem Feind, dem Fenriswolf, Söhne zu empfangen. Diese Wolfssöhne nutzt er, um die Grenze zu Jötunheim, dem Reich der Riesen, zu sichern. Und für Arawn, dem Ältesten von ihnen, hat er nun ein besonderes „Geschenk“: Er soll die seit langer Zeit erste in Midgard gefundene Vanin heiraten. Davon ist Arawn wenig angetan, immerhin würde er weder mit seiner Stiefmutter Freija noch mit Thors Frau Sif, die beide diesem Göttergeschlecht angehören, unter einem Dach leben wollen.

Aber Odins Wille ist Gesetz und so reist Arawn als Adeliger Philipp de Tosny in das mittelalterliche England von Midgard. Dort erhält er für seine Dienste in der Schlacht von Dunsinane das Gut Mounfeld zusammen mit dem Titel ›königlicher Thegn‹. Auf dem Nachbargut lebt die gefundene Vanin und hält für Arawn mehr als nur eine Überraschung bereit …

Im Prolog erfährt man etwas über die verschiedenen Göttergeschlechter und das Thema Unsterblichkeit, es wird also gleich zu Beginn der Hintergrund dafür geliefert, warum Odin (und nicht nur er) nach Vanen suchen lässt. Außerdem lernen wir den Fürsten von Anderwelt kennen und mit ihm eine Welt, die ein wenig von der Nordischen Mythologie abweicht. Niflheim und Schwarzalbenheim bilden hier gemeinsam Anderwelt, sie wird jedoch auch von Wesen aus den keltischen Sagen bevölkert (beispielsweise Feen, Kobolde und Wichtel).

Die ungewöhnliche Kombination aus der Edda, anderen Wesenheiten, dem Mittelalter und den Wölfen Odins gefällt mir sehr. Sie wirkt rund auf mich – und sehr lebendig. Nah bei mir, auch wenn manches nur kurz beschrieben wurde. Die verschiedenen Orte und Figuren wurden zum Leben erweckt, sie haben mich auch abseits meiner Lesezeit begleitet. Ich habe oft gerätselt, was aus der Edda übernommen und was dazu gedichtet wurde. Spekuliert, was für Veränderungen die Wölfe Odins herbeiführen könnten und was das für Auswirkungen hätte …

Die Darstellung der mir bekannten Götter und Wesen haben mich gefreut, amüsiert und auch überrascht. Ich liebe das Verhalten von Hugin und Munin, hatte viel Freude mit Loki und … neben Heimdall, der mir irgendwie immer leid tut, wäre da dann ja noch Odin. Einer meiner liebsten Götter kommt hier ja nicht so gut weg, aber es passt perfekt und zeigt ja auch nur einen Aspekt. Zumindest rede ich mir das ein.

Die Liebe ist ein tragendes Thema, wenn auch nicht das einzige. Mir gefällt, wie behutsam mit ihr umgegangen wird und wie einfühlsam die Beschreibungen sind, ohne kitschig zu wirken. Es gibt Unsicherheit und Zurückhaltung, aber auch Romantik und Leidenschaft.

Womit ich anfangs nicht so gut klargekommen bin, ist die eigenwillige Angewohnheit der Autorin, manche der Beschreibungen oder Ereignisse in Klammern zusammenzufassen. Das war für mich ungewohnt und hat mich meistens aus der Geschichte gerissen, zum Ende hin hatte ich mich aber ein wenig daran gewöhnt.

„Götterkind 1“ war für mich eine stimmungsvolle und mitreißende Lektüre, die mir in allen Erzählperspektiven Spannung geboten hat. Eine ungewöhnliche Mischung, die sehr lebendig auf mich wirkt und deren Interpretation der Nordischen Mythologie zu meiner eigenen Vorstellung passt. Ich bin so gespannt, wie es in den verschiedenen Erzählperspektiven weitergeht (übrigens gibt es auch eine düstere Prophezeiung der Dunkelalben) und ob Eik nochmal eine größere Rolle spielen wird, den habe ich unter den Wölfen Odins neben Arawn nämlich auch ins Herz geschlossen … Der zweite Band erscheint am 30.05.2017.

Die Wölfe waren hart im Nehmen und das Leben im Rudel führte zwangsläufig zu ständigen Raufereien, die Arawn eiserne Nerven beschert hatten. Der älteste, stärkste und ranghöchste aller Wölfe ersetzte seinen Brüdern Vater und Mutter, besser beide Väter und die Mutter, die sie nie gehabt hatten. Doch manchmal wünschte er seine Brüder zu Hel und sich selbst ein ruhiges Leben als Einsiedler in Asgards kalten Wäldern hoch im Norden.

(Zitat aus „Götterkind 1“, Seite 14)

[Ankündigung] Blogtour zu „Edda Reloaded: Götterkind 1“ von T.S. Elin

Die Blogtour zum ersten Band der Teilreihe „Götterkind“ von T.S. Elin findet vom 03.-07. Mai statt und ich freue mich, ein Teil davon zu sein. Auch weil die Edda irgendwie „mein“ Thema ist, obwohl ich mich immer noch nicht getraut habe, sie zu lesen. Und sie wird ordentlich aufgemischt!

Worum geht es in der Reihe?

Thor ist nicht der Einzige. Und nicht der Bedeutendste. Er ist nur einer der Söhne Odins.
Entschlossen Asgards Untergang zu verhindern, nahm Odin die Gestalt einer Wölfin an und verführte seinen größten Feind. Schwanger vom Fenriswolf, gebar er sechs Söhne.
Zwei Väter. Keine Mutter.
Die Wölfe Odins.
Zerrissen zwischen den Göttergeschlechtern der Asen, Jötunn und Vanen.
Gefangen zwischen Herkunft und Verlangen.
Sechs Männer – Ein Leitwolf.

Arawn, Odins Pfand gegen den Untergang Asgards, kämpft.
Um sein Leben.
Für seine Liebe.
Um ihre Zukunft.

Als die Wölfe Odins aus dem Schatten ihrer Väter treten, verschiebt sich das von Odin mit eiserner Hand Gefügte. Arawn und seine Brüder werden vom Pfand zur Achillesferse und verändern – alles!

Edda Reloaded – Asgard, die Wahrheit hinter der Legende

Die Autorin

Tiphaine Somer Elin ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann im Süden Deutschlands. Im letzten Jahrtausend geboren, schreibt sie seit vielen Jahren, aber das ist ihr erstes Buch. Denn eine Geschichte über Helden, die gezeugt und geboren wurden, um sich jeder Bedrohung entgegen zu stellen, die für eine Liebe kämpfen und den Lauf der Welt für immer verändern, einer Welt, deren bestgehütetes Geheimnis die Wölfe Odins sind, musste einfach geschrieben werden.

Webseite: Edda Reloaded


Ablauf der Blogtour:

    • 03.05. Eva-Maria schreibt auf Schreibtrieb über das Motiv der Liebe.
    • 04.05. Eva widmet sich auf Phantastisch Lesen dem Thema Wölfe.
    • 05.05. Carmen befasst sich auf Carmens Bücherkabinett mit der nordischen Mythologie.
    • 06.05. Ich werde euch auf der Fantastischen Bücherwelt die Göttergeschlechter näher bringen und verraten, was es mit Iduns Apfel auf sich hat.
    • 07.05. Zum Abschluss löchert Susanne die Autorin für Literaturschock in einem Interview.

Was gibt es zu gewinnen?

Verlost werden in jedem Blog unter allen Kommentatorinnen je eine Ausgabe von „Edda Reloaded. Götterkind 1“. Ihr werdet direkt von den Bloggerinnen benachrichtigt. Die Regeln zur Teilnahme findet ihr immer bei den einzelnen Artikeln. Doppelte Gewinne und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.


Ich wünsche euch viel Spaß bei der Blogtour! Vielleicht mögt ihr zur Einstimmung ja schon mal in den Buchtrailer schauen?

Tobi fragt: Was liest du?

Tobi von www.lesestunden.de geht mit seinem Fragebogen in die dritte Runde – und diesmal wollte ich unbedingt mit dabei sein! Es gibt einen ganzen Sack voller Fragen, die eine Menge über denjenigen verraten, der sie beantwortet. In diesem Fall also über mich. :) Mal sehen, ob ich überhaupt alle beantworten kann …


Ok, es geht ganz einfach los. Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

„Elfenwinter“ von Bernhard Hennen, auch aus persönlichen Gründen.

Okay: Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?

Aaaah! Das kann jetzt nur eine Auswahl sein – und ich nenne einfach die, die mir als erstes einfallen … Neben „Elfenwinter“ sind das:

  • „Die Magier von Montparnasse“ von Oliver Plaschka
  • „Sturmherz“ von Britta Strauss
  • Die Nimmerherz-Reihe von Erik Kellen
  • Die Reihe um die uralten Metropolen von Christoph Marzi

(Bei den Reihen habe ich jetzt ein wenig geschummelt …)

Welche Neuerscheinungen erwartest du sehnsüchtigst?

Das Finale der Nimmerherz-Reihe von Erik Kellen, den 4. Boris & Olga-Band von Selma J. Spieweg, „Mitternacht“ von Christoph Marzi und „Vier Farben der Magie“ von V.E. Schwab. Und natürlich die neuen Bücher zur Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus (Silberflamme und Schlangengrab), auch wenn ich mit dem Lesen irgendwie nicht hinterher komme.

Welche fünf Bücher sind schon am längsten auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

Das kann ich gar nicht genau sagen, aber zu den SuB-Ureinwohnern zählen: „Tatanka. Das Tal des Bären“ von Virgil W. Foutz, „Boudica. Die Seherin der Kelten“ von Manda Scott, „Unter dem Rabenmond“ von Regine Leisner, „Nordlicht“ von Karin Schulze und „Der Plan der Druiden“ von Caiseal Mór.

Welche fünf Bücher von deinem Stapel ungelesener Bücher wirst du als nächstes lesen?

„Kellens Schwert (Lichtsturm 3)“ von Mark Lanvall, „Elfenmacht“ von Bernhard Hennen, „Die Wölfin (Phileasson-Saga 3)“ von Bernhard Hennen und Robert Corvus. Danach … Vielleicht „Herbstlande“ von Fabienne Siegmund, Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser. Und „Völva. Wodans Seherinnen“ von Astrid Rauner oder „Dunkellicht“ von Martin Ulmer oder die Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“.

Welches Buch hat die schönste und bewegendste Liebesgeschichte?

Ich mag die in der Erzählung „Mondträume“ von Bernhard Hennen sehr. Oder ganz klassisch: „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen.

Welche Fantasy Reihe ist dein Favorit?

Uuuh, damit ließe sich ein ganzer Beitrag füllen … Die Elfen-Saga von Bernhard Hennen, die Nimmerherz-Reihe von Erik Kellen, die Bücher zu den uralten Metropolen von Christoph Marzi und die Eileanan-Reihen von Kate Forsyth (Der magische Schlüssel, Rhiannons Ride).
*sich tapfer am Weiterschreiben hindert*

Welches Buch von welchen Autoren/welcher Reihe sollte endlich geschrieben werden?

Ich würde wahnsinnig gerne lesen, wie es mit „Im Zeichen des Mammuts“ von Tobias O. Meißner weitergeht.

Was ist das anspruchvollste Buch, dass du jemals gelesen hast?

Da muss ich passen. Die wenigen Bücher, bei denen ich mit der (alten) Sprache so gar nicht zurecht kam, habe ich nicht zu Ende gelesen. Beispielsweise „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas.

Welches Buch fandst du am aller schrecklichsten?

„Vor der Elfendämmerung“ von Jean-Louis Fetjaine, „Das Reich der Elben“ von Alfred Bekker, „Shirin“ von Fianna Cessair oder „Gischtgeboren“ von Laird Oliver.

Welches Buch würdest du gerne einmal lesen, aber wagst dich noch nicht ran?

Die Edda. Ich liebe die nordische Mythologie, aber das ist dann doch ziemlich anspruchsvoll …

Was ist das spannendste Buch, das du je gelesen hast?

Wahrscheinlich einer der Romane von Minette Walters.

Welches Buch hat dich am meisten aufgerührt?

„Last Standing Woman“ von Winona LaDuke. Ich habe es noch nicht ausgelesen, denn ich kann immer nur kleine Etappen lesen, weil mich das Thema so fertig macht und ich mich dann erstmal beruhigen muss. Ich bin ja sowieso ein emotionaler Leser, und da wohl ganz besonders. Momentan bin ich auf Seite 150 (von 382).

Was ist das beste Sachbuch in deinem Schrank?

„Der große historische Atlas der Kelten“ von Ian Barnes. Zumindest stöbere ich regelmäßig in ihm herum …

Was ist dein schönstes Buch in deinem Schrank?

Einer der Bildbände oder illustrierten Mythologie-Bücher.

Was ist das älteste Buch, das du je gelesen hast?

„Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ von Mark Twain. Das Buch habe ich 1987 geschenkt bekommen.

Welches Buch hat dich so richtig geärgert?

Siehe „Welches Buch fandst du am aller schrecklichsten?“

Was ist dein liebster Klassiker?

„Betty und ihre Schwestern“ von Louisa May Alcott.

Was ist dein absoluter Favorit unter den Kinderbüchern?

Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren.

Was ist der schönste Bildband in deinem Regal?

Aaaah … Da ich den neuesten irgendwie immer am schönsten finde: „Sagenhaftes Deutschland“ von Kilian Schönberger.

Welche Bücher sind ganz oben auf deiner Wunschliste?

„Nordische Mythen“ von Wolfgang Korn, „Into the Woods“ von Amy Brown, „Nordische Mythen und Sagen“ von Neil Gaiman, „Polarlichter“ von Bernd Römmelt, „Drúdir“ von Swantje Niemann, „Element8: Das Flüstern der Erde“ von Wolfgang Kirchner und „Mythenwald“ von Robert Holdstock.

Wer ist dein absoluter Lieblingsautor?

Bernhard Hennen und Erik Kellen.

Welchen Autoren findest du am faszinierendsten?

Hm. „Faszinierend“ passt da für mich irgendwie nicht richtig … Aber der Autor, den ich möglichst oft lesen, sehen und hören mag, ist eindeutig Bernhard Hennen. Da haben nicht mal parallel stattfindende Lesungen von anderen Lieblingsautoren eine Chance.

Welches Buch hat dein Denken am stärksten beeinflusst?

„Phoenix aus der Flamme. Heidnische Spiritualität in der westlichen Welt“ von Vivianne Crowley.

Wenn ein guter Freund/gute Freundin krank im Bett liegt, welches Buch empfiehlst du?

„Nebenan“ von Bernhard Hennen.

Zu welchen Buch greifst du, wenn du Liebeskummer hast und dich trösten willst?

Zu einem Buch einer meiner Lieblingsautoren. Am sichersten trösten mich Bücher von Bernhard Hennen und Erik Kellen, auch weil sie unglaublich intensiv und tief auf mich wirken. Und mich zum Grinsen und Kichern bringen, egal wie traurig ich bin. Und die Geschichten von Fabienne Siegmund, weil sie trotz aller Melancholie immer Hoffnung bei mir hinterlassen.

Welches Buch hatte das schönste Setting?

Da kann ich mich nicht entscheiden … Ich liebe detailliert ausgearbeitete Fantasywelten (neben den schon genannten muss ich jetzt unbedingt auch die „Insel der Stürme“-Trilogie von Heide Solveig Göttner, die Wolkenhüter-Saga von Kristin Falck und die Weltennebel/Weltenmagie-Trilogien von Aileen P. Roberts nennen), aber auch Geschichten die am bzw. auf dem Meer spielen (wie die Sturmwelten-Trilogie von Christoph Hardebusch). Und wenn sich mehrere „meiner“ Themen gelungen verbinden, ist das natürlich auch sehr reizvoll (beispielsweise Alben und Kelten in der Lichtsturm-Reihe von Mark Lanvall).

Aus welchem Buch hast du am meisten für dich mitgenommen?

Aus allen, die ich intensiv erlebe, aber besonders aus „Elfenwinter“ von Bernhard Hennen – und das hat ganz persönliche Gründe. Ich habe mich lange Zeit für einen eher logischen Menschen gehalten, dabei bin ich eigentlich sehr emotional. Und das Buch hat mich begleitet, während ich mein Herz geöffnet habe. Genau wie meine Lieblingsfigur in der Geschichte.

Welches Buch konnte dich sprachlich am meisten begeistern?

Da kann ich jetzt nur Autoren nennen: Bernhard Hennen, Erik Kellen, Oliver Plaschka, Christoph Marzi, Björn Springorum, Florian Tietgen, Fabienne Siegmund und Selma J. Spieweg.

Welche Romanfigur konnte dich am meisten begeistern?

Die eine? Da muss ich jetzt ein wenig schummeln … und nehme eine Seele: Ollowain und Gonvalon aus den Elfenbüchern von Bernhard Hennen. Die zählen ja doppelt, ich hätte mich sonst einfach nicht entscheiden können.
*zum Eisschild-Clan und nach London winkt*

Was ist dein teuerstes Buch im Regal?

„Sagenhaftes Deutschland“ von Kilian Schönberger.

Welche Bücher hast du am öftesten erneut gelesen?

„Elfenwinter“ von Bernhard Hennen.

Was war dein erstes Buch, das du je gelesen hast und an das du dich erinnern kannst?

„Mein Esel Benjamin“ von Hans Limmer.

Du machst Urlaub in einem einsamen Haus am Meer. Welche Bücher nimmst du mit?

Einen Wälzer, also vielleicht „Die Hexen“ von Lea Nicolai oder „Marco Polo“ von Oliver Plaschka.
Ein Buch, das ich bereits kenne. Vielleicht „Nebenan“ von Bernhard Hennen oder „Der Feenturm“ von Aileen P. Roberts.
Und Meerbücher! Vielleicht „Seeherzen“ von Margo Lanagan oder „Selkie“ von Antonia Neumayer.

Welche Bücher kannst du Schriftstellern empfehlen?

Ein sehr schöner facettenreicher Roman, in dem es auch um das Schreiben und eine Muse geht, ist für mich „Die blaue Königin“ von Erik Kellen.

Welches Buch hast du als grausamsten oder erschreckendsten empfunden?

In meinem Kopf noch sehr präsent sind einige Szenen aus „Himmelsturm“, dem zweiten Teil der Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus. Teilweise fand ich das wirklich gruselig … Normmalerweise meide ich aber auch alles, was nach Horror klingt.

Welche Reihe an Büchern kaufst du alle ausnahmslos und sammelst du?

Eigentlich alle, von denen mir die vorhergehenden Teile gut gefallen haben. Manche muss ich gleich haben, manche haben Zeit.

Von welchem Autoren hast du am meisten Bücher im Schrank stehen?

Bernhard Hennen.

Welches Buch sollte ich wirklich wirklich wirklich unbedingt lesen?

Ich bin nicht so ein Fan von „sollte“, aber vielleicht waren unter meinen Buchtipps ja welche, die dich reizen.


Geschafft! Ich hoffe, die Antworten sind nicht so „langweilig“, wie sie sich gerade anfühlen … Aber sie verraten auf jeden Fall einiges über mich. :)

Anke Höhl-Kayser – Das Geheimnis der Sternentränen

Erscheinungsjahr: 2017
Gelesen im Februar 2017
Verlag: Bookspot
Autorenseite

Rezension

Die Erde im Jahr 2162: Die Menschheit hat alle Ressourcen aufgebraucht und die Umwelt zerstört, der Planet ist hoffnungslos verseucht. Jade, eine 32-jährige Wissenschaftlerin, wird einem Geheimprojekt zugeteilt, um einen Zeitkorridor einzurichten und die Umweltbedingungen vergangener Tage zu erforschen. Durch den Korridor gelangt ein junger Mann zu ihr, Ranon – der jedoch nicht aus einer früheren Zeit stammt, sondern von dem mittelalterlichen Planeten Ägeon. Das Portal zwischen den Welten bleibt nicht unbemerkt: Beide Herrscher wollen es nutzen, um den jeweils anderen Planeten zu erobern. Dabei haben sie Jade und Ranon eine besondere Rolle zugedacht …

Die Bedingungen, unter denen die Menschen auf der Erde leben müssen, fand ich sehr bedrückend. Allein die Vorstellung, so wie Jade noch nie den Wind auf der Haut oder den Sand unter den Zehen gespürt zu haben … Aber auch die Einschränkungen durch die Enge in den Wohntürmen, keine Privatsphäre, das Fehlen jeglicher Freiheit – Individualität ist nicht erwünscht. Das alles ging mir sehr nah, sicher auch weil so eine Zukunft beängstigend realistisch ist.

Die mittelalterliche Fantasy-Welt von Ägeon hat mich jedoch nicht weniger berührt. Das Leben dort ist auch nicht leicht, ganz allgemein (beispielsweise zerstören giftige Dämpfe die Umwelt und viele Kinder sterben, bevor sie laufen können) aber auch speziell für Ranon, dessen Tage von Gewalt und Verachtung geprägt sind. Die Keiare, humanoide Echsenwesen, haben mich fasziniert – genauso wie die Legende um Das Band der Risa, ein milchweißer Sternenarm, der ganzjährig am Himmel zu sehen ist. Diese Legende zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, sie verbindet alles, ist Beginn und Ende.

Es gibt viele Figuren, die mir nah waren und einen intensiven Eindruck hinterlassen haben. Meine Lieblingsfigur ist aber eindeutig Wygo, der Handlanger des Herrschers von Ägeon. Derjenige, der die schwerste und schmutzigste Arbeit erledigen muss – manches davon quält ihn jahrelang. Als Wygo seine väterlichen Gefühle für Jades Zwillingsschwester Melody entdeckt, weiß er nicht mehr, auf welcher Seite er stehen soll. Eine tragische Figur, voller Traurigkeit und Zerrissenheit – es gibt aber auch immer wieder Szenen, in denen man seine liebevolle Seite spürt.

Mein Bezug zu Melody ist nicht ganz so intensiv, aber ich habe sie sehr in mein Herz geschlossen. Für mich eine besondere und unheimlich liebenswerte Figur, denn sie schlägt sich in einer Welt voller vermeintlich perfekter Menschen mit Down-Syndrom durch. Ich mag ihre ganz eigene Wahrnehmung und den Mut, trotz allem Dinge zu tun, die eigentlich verboten sind. Dinge, die für sie wichtig sind – beispielsweise sich selbst einen neuen Namen zu geben, der besser zu ihr passt.

„Das Geheimnis der Sternentränen“ war für mich eine fesselnde, stimmungsvolle und berührende Lektüre, die mich auch durch ihre Komplexität und den Ideenreichtum begeistert hat. Ich bin davon beeindruckt, wie sich die anfangs klar getrennten ScienceFiction- und Fantasy-Anteile miteinander verbanden und ein harmonisches Gesamtpaket ergaben. Eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte, die mir mal wieder gezeigt hat, dass es sich lohnt, seiner Neugier zu folgen …

[Buchvorstellung] „Eine irische Ballade“ von David Pawn

Im Rahmen der David Pawn-Mega-Woche stelle ich euch heute „Eine irische Ballade“ vor.

Warum habe ich mich gerade für dieses Buch entschieden? Weil ich dem Thema Banshee einfach nicht widerstehen konnte, immerhin faszinieren mich die Todesfeen aus der keltischen Mythologie schon lange. Außerdem finde ich die Interpretation dieser Sagengestalt in der Geschichte von David Pawn spannend.

Der Legende nach schließt sich eine Banshee einer Familie an und kündigt deren Todesfälle mit schaurigem Klagen an. In „Eine irische Ballade“ wurde Síochána dazu verflucht, um den Tod jedes Carrs bittere Tränen zu vergießen und verwandelte sich so in eine Banshee. Nach dem Tod des letzten Angehörigen der Familie Carr stand sie vor folgender Aufgabe:

Ich brauchte eine neue Familie. Leute wie ich gehören immer zu einer Familie, der sie mit Leib und Seele dienen. Nun war Emerson Carr in der vorherigen Nacht verstorben. Er war der letzte aus der Familie Carr gewesen, die ich so viele Jahre auf ihrem Weg begleitet hatte. Ich hatte es wie immer am Abend zuvor gewusst und mir die ganze Nacht die Augen aus dem Kopf geheult. Ich war so verzweifelt, dass ich am folgenden Tag nicht aus dem Zimmer gehen konnte. Mit meinen rotgeweinten Augen hätten die Leute mich für ein Gespenst gehalten, wenn sie mir ins Gesicht gesehen hätten und damit nur knapp danebengelegen.

(Beginn der 1. Strophe)

Síochána lebt in unserer Zeit und verdient ihr Geld als Pokerspielerin. Dabei hilft ihr die Begabung, zukünftige Ereignisse zu sehen, wenn sie Menschen betreffen. Sie sieht nicht die Karten, sondern ob sich jemand im Anschluss an eine Spielrunde freuen wird oder nicht. Im Casino von Baden-Baden will Síochána nicht nur ihren Lebensunterhalt verdienen, sie ist auch auf der Suche nach einem neuen Herrn, einer neuen Familie.

In dem jungen Koch Daniel hat die Banshee offensichtlich ihren neuen Herrn gefunden, denn sie sieht seinen Tod – in dieser Nacht!

Ich wollte schreien. Ich wollte heulen. Ich wollte weinen. Und ich wollte es aufhalten. Ich hatte diesen Wunsch in den vergangenen Jahrhunderten hin und wieder verspürt, vor allem wenn der Tod junge Carrs oder gar Kinder ereilt hatte. Aber nie vorher war dieses Drängen so stark gewesen. ‚Sag was. Tu was. Halt es auf.‘
Aber die Regeln waren streng. Ich durfte nur wissen und weinen. Ich wusste nicht, was geschehen würde, wenn ich mich nicht daran hielt.

(1. Strophe)

Síochána entscheidet sich dafür, ihrem inneren Drängen nachzugeben. Sie geht das Risiko ein, die Regeln zu brechen, ohne die Auswirkungen zu kennen. Immer wieder bemüht sie sich, Todeskandidaten vor ihrem Schicksal zu bewahren – und legt sich dadurch unbewusst mit dem Schnitter an.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Síochána geschrieben und in 8 Kapitel unterteilt, die hier Strophen genannt werden. Passend zu der Ballade im Titel – genau wie die Ausschnitte irischer Liedtexte am Ende jeder Strophe.

Die Banshee bleibt nicht das einzige mythische Wesen, denn in diesem Buch wurden Sagen der Kelten und des Schwarzwaldes miteinander verwoben. Es gibt aber auch Humor und sogar einen Schuss Erotik.

Was sagen andere Blogger zu dieser Geschichte? Eine Auswahl:


Eine Übersicht der Beiträge zur David Pawn-Mega-Woche findet ihr hier. Darunter befindet sich auch eine Lesung aus „The American Monstershow in Germany“:

Interview mit Fabienne Siegmund

© Fabienne Siegmund

Fabienne Siegmund, geboren 1980, lebt in der Nähe von Köln. Ihre Leidenschaft für Geschichten entdeckte sie schon als Kind, und irgendwann begann sie selber zur Architektin von Luftschlössern, Traumgebilden und anderen zumeist fantastischen Stoffen aus Buchstaben zu werden.

Ihre Freizeit verbringt Fabienne Siegmund zum größten Teil in Geschichten (egal ob lesend oder schreibend), besucht aber auch sehr gerne das ein oder andere Eishockeyspiel, Konzert oder Theaterstück, bastelt mit allen möglichen Dingen und reist durch die Welt, von wo sie immer wieder neue Geschichten mitbringt.


Nie anzutreffen ohne: Notizbuch (oder zumindest etwas, wo ich Ideen spontan notieren kann. Aber normalerweise ist das mein Notizbuch)
Besondere Kennzeichen: keine
Motto: Hier zitiere ich einfach mal Sting. Be yourself, no matter what they say.
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Wie sieht für Dich ein „normaler“ Tag aus?

In der Woche stehe ich um 4.45h auf und fahre im Anschluss an die üblichen Morgendinge mit der Bahn zur Arbeit, gegen 17.30h bin ich dann wieder zu Hause, wo ich dann entweder noch Sport habe oder mich ans Schreiben setze, sofern nichts anderes anliegt.
Am Wochenende ist es unterschiedlich, aber die Zeiten, in denen ich nichts vorhabe, gehören dann wieder dem Schreiben oder dem Drumherum.

Herrscht auf Deinem Schreibtisch eher Chaos oder Ordnung?

Ein geordnetes Chaos.

Du sammelst ja Märchenbücher – wie hat sich das entwickelt? Und gibt es welche, die für Dich eine besondere Bedeutung haben?

Meine Großeltern haben mir als Kind immer schon Märchen und Legenden vorgelesen, angefangen über die alten Versionen der Märchen der Gebrüder Grimm bis zu diversen Legenden.
Bei den Büchern gibt es zwei, an denen mein Herz sehr hängt, so habe ich noch mein erstes Märchenbuch (vollkommen kindlich bemalt und zerfleddert) und die Ausgabe der Rübezahl – Legenden, aus denen meine Oma mir immer vorgelesen hat.

Was reizt Dich an Märchen? Und hast Du Lieblingsmärchen oder Motive/Themen, die Dich faszinieren?

Ich mag das Spielen mit den unterschiedlichen Motiven, die Grautöne, die Botschaften, die zwischen all den sonst oft so deutlichen Trennungen von Gut und Böse eine Rolle spielen. Ich mag die Ängste, mit denen die Märchen spielen, die Warnungen und die Hoffnung, die sie oft in sich tragen.

Lieblingsmärchen habe ich tatsächlich sehr viele, beispielsweise Andersens „Die kleine Meerjungfrau“ sowie „Die Schneekönigin“, bei den Gebrüdern Grimm sind es „Allerleirauh“, „Prinzessin Mäusehaut“ und „Aschenputtel“. Ich liebe Astrid Lindgrens „Klingt meine Linde“ und die Sagen um den Berggeist Rübezahl …

Wie entstanden die „Herbstlande“, die Du zusammen mit Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser geschrieben hast?

Irgendwann hatte ich die Idee, eine Geschichte zu schreiben, in der es um Wünsche geht und die in drei Ländern namens September, Oktober und November spielen sollte. Lange habe ich hin und her überlegt, kam aber fast nie über diesen Grundgedanken hinaus, und so habe ich eines Tages Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, diese Welt mit mir zu entdecken und die Geschichte um Scarlett Hayden zu erzählen …

Was genau sind die Herbstlande?

Die Herbstlande sind das Reich der Wünsche, selbst entstanden aus einem Wunsch.
Sie tragen all das in sich, was für uns der Herbst ist – das Vergehen des Sommers, die Freude der Ernte und schlussendlich das scheinbare Ende aller Farben im November.

Es geht auch um Wünsche, was denkst Du über sie?

Wünsche sind gleichermaßen wichtig wie gefährlich. Sie können uns antreiben und stärker machen, wir können uns aber auch in ihnen verrennen. Ich denke, jeder hat schon einmal bereut, sich etwas gewünscht zu haben, was dann mit der Erfüllung überhaupt nicht das war, was er bezweckt hatte, und dann wiederum kann ein Wunsch auch ein Neuanfang sein …

Stell uns doch bitte ein Wesen aus den Herbstlanden vor.

Nur eins? Das ist aber schwierig, denn es sind so wunderbar vielfältige Wesen dort zu finden … aber ich glaube, ich wähle das Wemido, das in den Oktoberwäldern vorkommt. Es sieht aus wie ein Stück von einem Weg, kann sich aber hin und her bewegen. Es legt sich gerne Wanderern vor die Füße, doch es führt natürlich nirgendwo hin. Manchmal aber können sich mehrere Wemidos treffen, und es heißt, dass der Weg, den sie bilden, den Wanderer auf dem schnellsten Weg dorthin zu führen vermag, wo er hinwollte.

In der Geschichte gibt es ein Antiquariat mit dem klangvollen Namen „Forgotten Leafs“. Wie sieht eine für Dich ideale Buchhandlung aus?

Am liebsten mag ich kleine und ein wenig verwinkelte Läden, von oben bis unten voll mit Büchern. Ich stöbere gerne in Antiquariaten, die so sind. Ansonsten liebe ich es einfach durch die Regalreihen zu wandern und mich von den Büchern einfangen zu lassen …

Was hat Dich zu dem Roman „Die Blätter des Herbstbringers“ inspiriert?

Das Lied „The Ballad of Jeremiah Peacekeeper“ der finnischen Band Poets of the Fall.

Erzählst Du uns etwas über die Hauptfigur?

Der Protagonist der Geschichte ist Ari Mikalainen, ein junger Mann, der als Kind gemeinsam mit seiner besten Freundin Mira Zeuge eines schrecklichen Verbrechens wurde, etwas, das ihm auch Jahre später noch nachhängt. Er ist ein ruhiger Mensch, in dessen Leben es nur sehr wenige Menschen gibt, denn Ari strahlt eine Traurigkeit aus, die auf andere Menschen überschwappt.

Tatsächlich ist Ari eine Figur, die mir besonders ans Herz gewachsen ist, und ich kehre immer wieder gerne in seine Geschichte zurück.

Wie hoch ist der Krimi-Anteil?

Also, es gibt einen Ermittler, es gibt Straftaten, es gibt Verbrecher, die zu Fall gebracht werden sollen – und es gibt eben jenen geheimnisvollen Herbstbringer, eine maskierte Figur, die bei Nacht durch die Stadt streift – aber dennoch würde ich es nicht als klassischen Krimi bezeichnen.

Ergab sich dadurch eine andere Herangehensweise im Vergleich zu den „reinen“ Fantasy-Geschichten?

Nein, da die Ermittlungen nicht im Vordergrund stehen, sondern die Figuren und was um sie herum und mit ihnen selbst geschieht.

Welchen Bezug hast Du zum Herbst?

Er ist neben dem Winter meine persönlich liebste Jahreszeit. Tatsächlich liebe ich auch den Frühling und den Sommer, aber Herbst und Winter mag ich eben noch ein bisschen mehr.

Wo schreibst Du am liebsten? Brauchst Du dafür Ruhe oder begleitet Dich Musik?

Das ist ganz unterschiedlich. Meistens schreibe ich Zuhause, mitunter aber auch unterwegs (ich gehe nie ohne Notizbuch aus dem Haus), aber manchmal treffe ich mich auch mit Autorenkollegen und wir schreiben gemeinsam, jeder an seinem Rechner und an seiner Story. Manchmal läuft Musik, manchmal nicht – ganz unterschiedlich. Im Sommer sitze ich gerne auf meiner Dachterrasse.

Was ist Dir beim Schreiben wichtig? Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

Wenn ich schreibe, denke ich nur selten an eine Moral oder eine bestimmte Botschaft, die ich dem Leser vermitteln möchte, das geschieht dann ganz von selbst und es ist immer unterschiedlich – mal kann eine Geschichte erinnern, wie wichtig es ist, die kleinen Wunder zu sehen, ein anderes Mal zeigt sie vielleicht die Schönheit der Melancholie. Dann wieder mag sie Mut machen, einen bestimmten Schritt zu tun, sicherlich wiederholt sich, dass man immer man selbst sein sollte und seinen eigenen Weg gehen muss – und manchmal, wie im Fall des Karussellkönigs, hat sie auch einfach keine Moral, sondern zeigt nur auf, dass es manchmal weder gut noch böse gibt und selbst der Tod neutral ist und dass man nur versuchen kann, so gut zu sein, wie man es eben vermag – und wenn man vielleicht die vermeintlich falsche Seite gewählt hat, sich mit der Hilfe eines anderen Menschen ändern zu können.
Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, haben meine Bücher wohl gemeinsam, dass sie – ganz gleich, wie traurig bzw. melancholisch sie sein mögen, sie immer einen Funken Hoffnung hinterlassen – oder es zumindest sollen.

Was war bisher Dein schönstes Erlebnis als Autor?

Das sind so viele – wenn ein Buch fertig in den Händen liegt. Die Begeisterung von Lesern. Aber ich glaube, vor allem sind es die Begegnungen mit den Menschen – ich habe so viele wunderbare Freundschaften durch die Welt der Bücher geknüpft, Menschen, die ich nie mehr missen möchte, zwischen Zeilen gefunden – das bedeutet mir sehr viel.

Was liest Du selbst gern?

Ich lese tatsächlich selbst hauptsächlich Bücher aus dem phantastischen Genre – aber hin und wieder darf es auch gerne etwas Anderes sein. Lieblingsautoren sind Christoph Marzi, Oliver Plaschka, Michael Ende, Peter S. Beagle, Neil Gaiman, Diana Menschig, Alessandra Reß, Carsten Steenbergen, Laura Flöter, Thilo Corzilius … ich ende hier lieber, sonst sprengt die Antwort nachher noch den Rahmen, denn es fehlen sicherlich noch einige, aber vielleicht einfach mal die fünf Bücher, die ich immer und immer wieder lesen kann:

  • Lewis Caroll: Alice im Wunderland (tatsächlich habe ich sogar eine Alice Sammlung mit verschiedenen Buchausgaben, Adaptionen, Figuren und anderen wunderlandigen Dingen)
  • Michael Ende: Die unendliche Geschichte (man sollte nie aufhören, der kindlichen Kaiserin einen neuen Namen zu geben)
  • Christoph Marzi: Somnia (weil ich New York liebe und einfach immer wieder gerne in die Romanreihe um die uralten Metropolen dieser Welt reise)
  • Neil Gaiman: Instructions (DIE weltbeste Wegbeschreibung überhaupt)
  • Thilo Corzilius: Epicordia (weil das Leben manchmal wie Herbstregen ist)

Welches Buch liegt aktuell auf Deinem Nachttisch?

Momentan lese ich den grandiosen Debütroman meiner besten Freundin Stephanie Kempin, „Alice – Follow the white …“ – und auch wenn ich sicherlich nicht ganz objektiv bin, so ist es doch eine der besten Alice-Adaptionen, die ich kenne.

Woran arbeitest Du gerade?

An einer märchenhaften High-Fantasy Geschichte mit Namen Namira …

Herzlichen Dank für das Interview!

Ich habe zu danken, dass ich erneut Gast auf deinem Blog sein darf!

Verlosung zum 9. Blog-Geburtstag!

Heute wird mein Blog schon 9 Jahre alt, das will natürlich gefeiert werden! Seit der Anfangszeit hat sich vieles verändert – in der Blogosphäre, aber auch bei mir. Das Wichtigste ist für mich jedoch, dass ich meinen Blog so führen kann, wie ich es möchte. Auf meine eigene Art, mit „meinen“ Themen, Büchern und Autoren. Meinen Zielen und Ansprüchen. Ich mag einfach die Freiheit, die ich habe, auch wenn mir dadurch manches entgeht. Dafür habe ich auch nach all der Zeit Spaß daran – und hier findet man eben einfach „nur“ mich.

Verlost werden diese 3 Päckchen:

  • Taschenbuch „Irrlichtfeuer“ von Julia Lange
  • YogiTea Classic
  • großes Teelicht

  • Taschenbuch „Blauer Mond“ von Florian Tietgen
  • Grüner Tee Jasmin
  • großes Teelicht

  • von Robert Corvus und Bernhard Hennen signiertes Poster zur Phileasson-Saga
  • von Robert Corvus signiertes Thorwaler Liedgut „Schwester Shaya Song“
  • schwarzes Notizbuch mit silbernen Federn

Das Gewinnspiel läuft bis zum 18. April 2017. Eine Teilnahme ist nur innerhalb von Deutschland möglich und es wird keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg übernommen. Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.

Um teilzunehmen, beantwortet mir als Kommentar mit Angabe eurer eMail-Adresse (im dafür vorgesehenen Feld nur für Admins sichtbar) und der Info, für welche Päckchen ihr in den Lostopf hüpfen wollt, folgende Frage:

Welche drei Bücher werdet ihr (wahrscheinlich) als nächstes lesen – und warum?

Ich wünsche euch viel Glück und bin schon auf die Antworten gespannt! :)

Leipziger Buchmesse 2017 (Teil 1)

Es war verdammt knapp, aber ich konnte dieses Jahr dann doch noch zur Leipziger Buchmesse fahren! Mit einer gefühlten halben Apotheke in der Tasche – und natürlich vielen Büchern, die ich signieren lassen wollte. Am Donnerstag war meine Motivation ganz plötzlich weg, aber meine Füße wussten schon, wohin sie mich bringen müssen … Damit ich mich nicht gleich am ersten Tag übernehme, bin ich erst gegen Mittag auf der Messe aufgeschlagen und mein erster Weg führte mich (wie üblich) zur Fantasy-Leseinsel. Dort fühlte ich mich ein wenig orientierungslos, weil es hinter dem Signierbereich anders aussah und ich die nette Betreuung durch WerkZeugs sehr vermisst habe. Aber hinsetzen und lauschen habe ich dann doch noch geschafft.

Meine erste Lesung war die zu „Elfenwächter“ von Carolin Emrich. Leider hat mich weder die Geschichte noch die Atmosphäre erreicht, es fühlte sich für mich zu „jugendlich-mädchenhaft“ an – und eher nach Romantasy statt nach High Fantasy, wie vom Verlag angegeben. Irgendwie habe ich den Zugang einfach nicht gefunden, was schade ist, weil das Buch inhaltlich nach etwas für mich klang …

Gleich danach las Anja Bagus aus Ætherhertz und konnte mich total fesseln. Die Ætherwelt finde ich sehr spannend, bisher kenne ich aber nur „Waldesruh“, den ersten Teil der Glasberg-Trilogie. Die Romane um Annabelle Rosenherz klingen aber auch reizvoll – und die Atmosphäre hat mich wieder begeistert! Genauso wie die Andeutungen, die auch meine Neugier geweckt haben …

Nach einer kleinen Mittagspause und einem Schwung frischer Luft ging es dann zum Drachenmond-Stand, wo eine Signierstunde stattfand. Dort hat mir Christian Handel meine Ausgabe von „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ signiert – und ich habe auch ein passendes Poster abgestaubt! Auf die Anthologie bin ich sehr gespannt, auch weil sich dort ein paar Lieblingsautoren von mir tummeln …

Danach ging es dann wieder zurück zur Fantasy-Leseinsel, denn um 14:30 fand eine Lesung zur Anthologie „Yggdrasil der Weltenbaum: Fenrir und Loki“ statt. Vor allem der Auszug der Kurzgeschichte von Jenny Wood hat mir sehr gefallen – ich muss jetzt unbedingt wissen, wie es mit Hel weitergeht! Beim Thema Nordische Mythologie bin ich ja ein leichtes Opfer, besonders wenn man mich mit neuen Geschichten dazu so leicht fesseln kann und ich die Atmosphäre mag. Loki fand ich auch sehr gelungen … Und den Humor!

Dann las Christoph Hardebusch aus Schattenkaiser, dem ersten Teil einer Duologie. Es begann düster und spannend, daher war nicht nur mein Kopfkino sondern auch meine Neugier gleich mit dabei. Spätestens bei dem geheimnisvollen Wanderer und der Macht der Geister war ich dann total gefesselt. So sehr, dass ich doch tatsächlich zusammengezuckt bin, als mich jemand am Arm berührt hat … Danach ging es dann zum Signieren und direkt wieder zurück zur Fantasy-Leseinsel.

Anke Höhl-Kayser las aus „Das Geheimnis der Sternentränen“, einer Mischung aus Fantasy und Science-Fiction. Ich kenne das Buch bereits, daher war ich gleich wieder in der Geschichte drin. Die Gefühle und Bilder, die ich beim Lesen hatte, wurden wieder präsenter – und auch die Erinnerung daran, dass beide Genre-Welten mich sehr fesseln konnten. Ich habe mir ja lange keine SF-Bücher zugetraut, auch weil ich Angst vor zuviel Technik habe …

Nach dem Signieren und einer kleinen Stärkung bin ich Anke dann zu ihrer Signierstunde am Bookspot-Stand gefolgt, auch weil Birgit Otten ebenfalls dorthin kommen wollte und ich sie ja mal zu gern „live“ treffen wollte. Das hat dann auch geklappt, irgendwie waren da ja nur nette Menschen, und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Dafür habe ich sogar die Seraph-Verleihung sausen lassen, aber es hat sich gelohnt, weil es wirklich schön war. Und süße Geschenke habe ich auch noch bekommen! Ich bringe ja irgendwie immer nur Arbeit mit, hmmm … Wenigstens hatte ich Visitenkarten dabei.

Auf dem Weg zurück in die Ferienwohnung habe ich dann bemerkt, wie erledigt ich bin und die Abendplanung spontan gestrichen. Ich bin tatsächlich schon gegen 21 Uhr schlafen gegangen, was ich erst ärgerlich fand aber im Nachhinein genau das Richtige war. Am nächsten Tag ging es mir nämlich deutlich besser …

[Gastbeitrag] Das Making-of vom „Geheimnis der Sternentränen“

Heute darf ich euch wieder einen Gastbeitrag präsentieren! Diesmal erzählt uns Anke Höhl-Kayser etwas über die Vorgeschichte von „Das Geheimnis der Sternentränen“. Der Roman ist im Januar 2017 im Bookspot Verlag erschienen – und jetzt übergebe ich die Tastatur an Anke!

Gastbeitrag

Unverhofft kommt oft, oder: das Making-of vom „Geheimnis der Sternentränen“

Im Dezember 2014 stieß ich auf einen faszinierenden Kurzgeschichtenwettbewerb. Der DrachenStern Verlag – ein Imprint des Bookspot Verlags – hatte eine Ausschreibung in den Rubriken Fantasy und Science-Fiction gestartet. Man konnte ein Preisgeld und einen Buchvertrag gewinnen – aber das war nicht das Spannendste.
Was mich an dieser Ausschreibung so faszinierte, war die Tatsache, dass es keinen Ideenrahmen gab. Meistens haben Ausschreibungen Themen, die relativ klar vorgeben, worum es in den Geschichten gehen soll. Hier gab es nur die beiden Titel für die Rubrik Fantasy („Schattenfeuer“) und für die Rubrik Science-Fiction („Sternenfeuer“). Keinen Tipp für die Handlung. Während sich bei anderen Ausschreibungen meine Fantasie am Handlungsrahmen entzündet, schaute ich hier sozusagen ins Leere. Auf der Vor-Cover-Abbildung ein Drache mit gespreizten Flügeln. Das war alles. Sollten es also Drachen sein? Ich bin gar nicht so der Drachenfreund. Also doch was ganz anderes?

Ich schreibe seit 2009 hauptsächlich Fantasy, bislang weitgehend drachenfrei. In diesen sieben Jahren habe ich zehn Romane und über 30 Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Ich habe schon bei sehr vielen Wettbewerben mitgemacht, aber das hatte ich noch nicht: nicht wissen, was ich schreiben sollte.

Schwierigkeiten reizen mich. Probleme beim Schreiben wollen gelöst sein. Das Ganze ließ mich nicht los. Dazu musste mir doch was einfallen. Und am besten nicht nur irgendwas, denn man versucht ja immer, der eigenen Story die maximale Chance zu geben, danach in die Anthologie aufgenommen zu werden. An einen möglichen Gewinn dachte ich erstmal gar nicht.

In der Rubrik Science-Fiction sah es nicht anders aus. SF-Kurzgeschichten hatte ich alte Fantasytante aber schon geschrieben, ich bin auch eine begeisterte Sci-Fi-Leserin: Clarke, Asimov, Lem, die Strugazki-Brüder gehören zu meinen Lieblingsautoren. Warum also nicht zu beiden Rubriken etwas einreichen? Das war erlaubt.
Und dann hatte ich sozusagen die Erleuchtung.

Was, wenn ich zwei miteinander verbundene Kurzgeschichten einreiche? Eine, die im Jahr 2162 auf der Erde spielt und eine in einem mittelalterlichen High-Fantasy-Setting? Mit Drachen, um sicherzugehen? Und dazwischen eine Schnittstelle, ein Weltentor, durch das die Protagonisten hinüberwechseln können?

Ich schrieb die Geschichten, und während sie sich entwickelten, wurde mir klar: Das ist der Stoff für einen Roman. Für den dicksten, den ich bisher geschrieben habe.

Der Wettbewerb endete im April 2015. Ich hatte beide Geschichten eingereicht. Die Ausschreibung schlug Wellen in der Autorenwelt, die Facebookseite war viel frequentiert, und als ich las, dass 750 Stories eingegangen waren, rechnete ich mir für meine krause Idee nicht mehr viele Chancen aus.
Das Jahr verging. Anfang Dezember 2015 wurden die beiden Shortlists vom Verlag bekanntgegeben. Ich fasste es nicht: Meine beiden Geschichten waren dabei!
Nun stand die Gewinnerbekanntgabe an. Das ist der Moment, wo man sich als Autorin erstmalig Hoffnungen erlaubt, aber ich versuchte, realistisch zu bleiben. Die Geschichten hatten den Juroren gefallen – aber bedeutete das auch, dass ihnen das Gesamtkonzept gefiel? Dass sie mir für meine Geschichte einer dystopischen und einer Fantasywelt, verbunden durch eine uralte Technologie, einen Buchvertrag geben würden?

Was soll ich sagen. Unverhofft kommt eben doch oft. Zwei Tage vor Weihnachten bekam ich von Verleger Burkhard P. Bierschenck die Nachricht, dass ich den 1. Preis in der Rubrik Science-Fiction gemacht hatte.
Das Jahr 2016 stand dann ganz im Zeichen des Schreibens: 100 Seiten hatte der Roman zu diesem Zeitpunkt schon, weitere 330 kamen dazu.
Zwei Welten, an deren Spitzen Despoten stehen. Ein Matriarchat auf der dystopischen Erde, ein Patriarchat auf dem mittelalterlichen Planeten Ägeon. Jade, eine 32jährige Wissenschaftlerin und Ranon, ihr 18jähriger Geliebter. Wygo, der Handlanger des Patriarchen, der nicht mehr weiß, auf welcher Seite er stehen soll, nachdem er seine väterlichen Gefühle für Jades Zwillingsschwester entdeckt hat. Melody, die sich in einer Welt der durch Präimplantationsdiagnostik erschaffenen perfekten Menschen mit Down-Syndrom durchschlägt.

© Anke Höhl-Kayser

Und dann meinte das Leben, mir noch rasch dazwischen grätschen zu müssen: Meine Mutter, die mein größter Fan und meine begeistertste Leserin war, starb am 30.8.2016 mit knapp 88 Jahren. Einen Tag später war mein Abgabetermin für „Das Geheimnis der Sternentränen“. Weil sie mich in den Jahren als Autorin stets innig begleitet hat und ich wusste, wie viel ihr meine Arbeit bedeutete, konnte ich selbst in dieser Situation den Termin einhalten. Ihr gilt mein größter Dank.

Und so ist „Das Geheimnis der Sternentränen“ für mich mein emotionalstes Buch – es wird mich immer an riesengroße Freude, aber auch an Trauer erinnern und ein Stück weit Abschied sein. Dieses Gefühl mit meinen LeserInnen zu teilen, ist das Schönste, was mir passieren kann.

© Anke Höhl-Kayser

Buchvorstellung der Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus

Vor mehr als 25 Jahren entstand die Phileasson-Saga von Bernhard Hennen als Abenteuer-Kampagne für das Fantasy-Rollenspiel Das Schwarze Auge. Nun werden diese Abenteuer als (hoffentlich) zwölfteilige Romanreihe umgesetzt, die Bernhard Hennen gemeinsam mit Robert Corvus schreibt. Im Rahmen der Fantasywoche stelle ich euch heute die bisher im Heyne-Verlag erschienenen Bücher der Phileasson-Saga vor. Und die Autoren:

Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit seiner Elfen-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt mit seiner Familie in Krefeld.

  • Webseite
  • Erste Romanveröffentlichung: Der Sturm, 1990.
  • Liebstes Buch unter den eigenen Werken: Drachenelfen – Himmel in Flammen.
  • Liebste Bücher (gelesen): Die Uhtred-Saga (Bernard Cornwell), Kind 44 (Tom Rob Smith).
  • Motto: Niemals aufgeben!

Robert Corvus, 1972 geboren, studierte Wirtschaftsinformatik und war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig, bevor er mehrere erfolgreiche Fantasy-Romane veröffentlichte. Er lebt und arbeitet in Köln.

  • Webseite
  • Erste Romanveröffentlichung: Sanguis B. Vampire erobern Köln, 2005.
  • Liebstes Buch unter den eigenen Werken: Schattenkult.
  • Liebste Bücher (gelesen): Sternenflut (David Brin), Das Lied von Eis und Feuer (George R. R. Martin), Elric von Melniboné (Michael Moorcock).
  • Motto: Das Abenteuer beginnt jenseits des Bekannten.

Band 1: Nordwärts
Erschienen am 11. April 2016
496 Seiten
ISBN: 978-3453317512
Verlagsseite


Klappentext:

Das größte Abenteuer aller Zeiten

Mythen und Sagen ranken sich um die Rivalität der beiden Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn dem Blender. Nun soll eine Wettfahrt entscheiden, wer von beiden der größte Seefahrer aller Zeiten ist und sich fortan König der Meere nennen darf. In achtzig Wochen müssen Phileasson und Beorn den Kontinent Aventurien umrunden, und dabei Prüfungen bestehen, denen sich noch nie ein Mensch zu stellen wagte. Es ist der Beginn des größten und gefährlichsten Wettlaufs, den Aventurien je gesehen hat …

Raubeinige Helden, tödliche Magie und eine atemberaubende Queste – Nordwärts ist der Auftakt zu einem gewaltigen neuen Fantasy-Epos.

Wir befinden uns bei den Thorwalern, einem Seefahrervolk aus dem Nordwesten Aventuriens, das als Plünderfahrer gefürchtet und als Handelspartner geschätzt wird. Mit ihren Drachenschiffen steuern sie alle Küsten des Kontinents an und die Ottajasko, die Schiffsgemeinschaft, ist ein unverzichtbarer Baustein der thorwalschen Gesellschaft.

Phileasson und Beorn unterscheidet nicht nur, dass der eine Thorwals größter Entdecker und der andere Thorwals gefürchtetster Plünderfahrer ist. Sie wählen ihre Ottajasko auch nach verschiedenen Kriterien aus und gehen unterschiedlich mit ihrer Mannschaft um. Die Gefährten, die sie sich für diese Reise erwählt haben, lernt man nach und nach besser kennen. Mir gefällt, dass sie nicht nur ihre Ecken und Kanten haben, sondern manche von ihnen schon jetzt innere Konflikte zeigen oder einfach eher im grauen Bereich angelegt sind. Die Einblicke in die Vergangenheit sind wie Geschichten in der Geschichte und machen diesen Roman auch sehr facettenreich.

Meine Rezension findet ihr hier, und bei der Buchfee ist auch eine erschienen. Oder ihr schaut mal in die Leserunde, dort finden sich noch weitere Meinungen.


Band 2: Himmelsturm
Erschienen am 08. August 2016
480 Seiten
ISBN: 978-3453317529
Verlagsseite

Klappentext:

Die beiden großen Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zur legendärsten Wettfahrt angetreten, die Aventurien je gesehen hat: Den ganzen Kontinent müssen sie umrunden und sich dabei gefährlichen Prüfungen stellen. Nur der Sieger wird sich mit dem Ehrentitel „König der Meere“ schmücken dürfen. Ihr zweites Abenteuer führt die Rivalen ins ewige Weiß des Nordens zum sagenumwobenen Himmelsturm. Doch der Turm hat seinen eigenen Willen, und so geraten die beiden Helden und ihre Gefährten bald in tödliche Gefahr …

Der Himmelsturm taucht in Sagen auf, von denen niemand mehr weiß, wie alt sie sind. Ist an ihm das Firmament aufgehängt, sodass Himmel und Erde sich voneinander trennen, wenn er zerbricht? Ist er der Pfad, den die Götter genommen haben, um in die Welt zu gelangen? Oder die Brücke, über die die Himmelswölfe in die Nacht hinausgerannt sind, sodass ihre Augen nun als Sterne herableuchten?

Der Himmelsturm bietet nicht nur eine vergangene Kultur, sondern auch so einige Schrecken, die mich geschockt haben. Finster und gruselig … Trotz der düsteren Szenen war ich jedoch sehr von dem Buch fasziniert, was sicherlich auch an den vielen verschiedenen Facetten lag. Die Entdeckungen und Erlebnisse im Turm, die auf jeden einzelnen ihre Auswirkungen hatten – mal mehr und mal weniger. Die Vergangenheit, düstere Ereignisse, Kämpfe, Tragik, die Magierphilosophie. Und Dinge, die mich einfach verflucht neugierig gemacht haben …

Meine Rezension findet ihr hier. Die Buchfee ist auch in den Himmelsturm gereist, genau wie die Leserunde.


Band 3: Die Wölfin
Erschienen am 12. Dezember 2016
592 Seiten
ISBN: 978-3453317536
Verlagsseite

Klappentext:

Die beiden legendären Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zur größten Wettfahrt angetreten, die Aventurien je gesehen hat: den ganzen Kontinent müssen sie umrunden und sich dabei heroischen Prüfungen stellen. Nur der Sieger wird sich mit dem Ehrentitel „König der Meere“ schmücken dürfen. Ihr drittes Abenteuer führt die beiden Rivalen in den wilden Nordosten Aventuriens. Dort, in den verwunschenen Wäldern und weiten Ebenen, müssen sie die bisher gefährlichsten Aufgaben der gesamten Wettfahrt bewältigen …

Phileasson erfährt von einer tödlichen Seuche, die unter den Stämmen der Nivesen wütet. Shayas Vision deutet darauf hin, dass er die Krankheit besiegen muss, um die dritte der Aufgaben zu lösen, die ihn zum König der Meere machen sollen. Auch vom Weg des Wolfes ist die Rede, dem zu folgen sei. Sind auch damit die Nivesen gemeint, die auf besondere Weise mit den Wölfen verbunden sind? Nicht nur wachen die Sterne über sie, in denen sie die funkelnden Augen der Himmelswölfe erkennen. Ihre Schamanen heulen mit den Kindern der Nacht, wenn sie mit rasselnden Keulen die Geister herbeirufen. Und seltsame Geschöpfe leben unter den Nivesen …

Den Roman kenne ich noch nicht, aber ich erhoffe mir von ihm, dass ich die Nivesen und ihre Lebensweise besser kennenlerne. Dass ich mehr über Crottet erfahre, über seine Vergangenheit. Dass es auch mystisch wird. Und dass es Wölfe geben wird, immerhin tauchen sie im Zusammenhang mit den Nivesen oft auf – und der Buchtitel spricht da ja auch für sich. Wie genau sind Wölfe und Nivesen miteinander verbunden, und warum? Fragen über Fragen … Man merkt vielleicht, dass mich das schon im ersten Band ziemlich neugierig gemacht hat.

Die Leserunde war allerdings schon im dritten Band unterwegs!


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Die Mischung aus Abenteuerroman und Fantasy trägt mit dazu bei, dass mich diese Reihe bisher so begeistert hat. Immer neue Aufgaben, Rätsel, Visionen und Überraschungen – also auch viel Stoff zum Spekulieren. Eine Welt, die man nach und nach kennenlernt. In der einem verschiedene Kulturen und ihre Geheimnisse begegnen. Sehr abwechslungsreich, auch bei den Emotionen und der Atmosphäre. Der Humor trifft genau meinen Geschmack, was nicht ganz so einfach ist. Außerdem gibt es Figuren mit Ecken und Kanten, die Tiefe zeigen und dafür sorgen, dass ich über ihre Beweggründe und ihre Vergangenheit nachdenke. Warum reagieren sie so, wie sie es eben tun? Was auch wieder einen Teil der Spannung ausmacht.

Zuletzt habe ich euch noch drei Zitate aus dem ersten Band herausgesucht, um zumindest ein klein wenig von der Atmosphäre und den Figuren zu zeigen. Das erste Zitat führt uns zu Phileasson, der gerade dabei ist, Mitglieder für seine Ottajasko auszuwählen:

»Was macht der Elf da?« Phileasson stand auf.
Salarin war auf das Schiff geklettert. Genau genommen hing er außen am Bug und schmiegte sich an den Vordersteven, über dem der dunkelgrüne Drachenkopf prangte. Für die merkwürdigen Runen, von denen auch Ohm Follker lediglich sagen konnte, dass sie sehr alt waren, interessierte er sich jedoch ebenso wenig wie für die Eisenmaske mit den drei Augenschlitzen, die darauf festgenagelt war. Phileasson hatte das Stück in genau diesem Zustand auf seiner zweiten Güldenlandfahrt erworben. Seitdem schmückte es die Seeadler.
»Salarin denkt manchmal anders als wir Menschen«, erklärte Shaya, die versuchte, mit Phileasson Schritt zu halten.
»Er kann so verrückt sein, wie er will, aber nicht auf meinem Schiff.«
Salarin wandte den Kopf und sah ihn mit amethystvioletten Augen an. »Dieses Holz will fahren. Es singt eine Melodie voller Fernweh.«
Entwaffnet blieb Phileasson stehen. »Der ist wirklich verrückt!«

(aus Nordwärts, Seite 161)

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Das zweite Zitat führt uns zu Beorns Schiffsgemeinschaft, denen gerade eine neue Reisebegleitung vorgestellt wird:

»Wie der Kapitän bereits sagte, ich bin ein Elf. Ein seelenloses, unsterbliches Geschöpf. Mir ist jede Schandtat zuzutrauen, und deshalb werdet ihr mich brauchen, wenn ihr auf dieser Wettfahrt siegen wollt, um in den Sagas der Skalden unsterblich zu werden. Unsterblichkeit ist mein Geschäft.«

(aus Nordwärts, Seite 223)

Im letzten Zitat wechseln wir wieder zu Phileasson und begeben uns nach Olport, wo er Leomara begegnet – einem Mädchen, das mit der Welt der Geister verbunden ist:

»Etwas Altes fährt auf den Fluten, dessen Herz härter ist als das Eis der Gletscher.«
Die Stimme des Mädchens klang so dunkel, als käme sie aus der Brust eines kräftigen Ruderers. Es sprach Garethi mit einer Lautfärbung, die Phileasson vermuten ließ, dass es sogar noch südlich des Mittelreiches aufgewachsen war. »Weißes Fleisch wandert, wo es nicht sein sollte. Ahnungsloser Geist beschwört den Frevel der Alten.«
Von unheimlicher Faszination gebannt, starrte Phileasson das Mädchen an. Die Kleine stand nicht zufällig hier. Sie hatte gewusst, dass die Seeadler in diesem Moment anlanden würde. Was hatten ihre seltsamen Worte damit zu tun?

(aus Nordwärts, Seite 237)


Quellen:
Vita auf der Verlagsseite zu Nordwärts
Phileasson-Webseite

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

Meine Rezensionen erscheinen auch hier:

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